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·15 March 2026

Ulms Abstieg rückt näher: Fans flüchten sich in Galgenhumor

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Anstatt mit einem Sieg den womöglich letzten Strohhalm im Abstiegskampf zu ergreifen, dürfte es das für den SSV Ulm nach der 1:3-Niederlage gegen Ingolstadt angesichts von neun Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nun endgültig gewesen sein. Während sich Trainer Pavel Dotchev in Durchhalteparolen übte, flüchteten sich die Fans in Galgenhumor.

Gestellte Torjubel und "Spitzenreiter"-Rufe

Sie haben die nächste Eskalationsstufe gezündet, die Fans des SSV Ulm. Nachdem es in den letzten Wochen erst zu Pfiffen, dann zu Gesängen wie "Wir sind Ulmer und ihr nicht" gekommen war, folgten nun Galgenhumor und bittere Häme. So zählten die Fans in der Schlussphase mehrfach einen Countdown runter und stellten dann einen Torjubel nach. Und als Dajaku in der 82. Minute einen Elfmeter zum Ehrentreffer verwandelte, schallten plötzlich "Spitzenreiter"-Rufe durch das Donaustadion. Dass es mit Spielende zunächst kaum Pfiffe gab, sprach ebenfalls Bände. Gleichgültigkeit hatte sich bei den Anhängern breit gemacht.


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Anschließend kam es dann aber doch noch zu einem Pfeifkonzert, da die Mannschaft nicht mehr vor die Fankurve kam – offenbar aus Sicherheitsbedenken. Entsprechenden wurden auch die Ingolstädter Spieler gebeten, sich schnell in die Katakomben zu begeben. Sogar die Polizei hielt sich am Rande des Ulmer Fanblocks bereit, musste letztlich aber nicht eingreifen, da alles friedlich blieb. Trainer Pavel Dotchev zeigte anschließend Verständnis für die hämischen Reaktionen der Fans und hielt diese in Anbetracht der aktuellen Situation für "völlig normal. Wir müssen das akzeptieren."

"Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Nach der fünften Niederlage aus den letzten sieben Partien und der bereits 19. (!) Pleite insgesamt liegt der SSV vor den letzten neun Spieltagen bereits neun Punkte und 20 Tore hinter dem rettenden Ufer. Der zweite Abstieg in Folge rückt somit näher und wird kaum noch zu verhindern sein. Es bräuchte schon ein Wunder. "Es fühlt sich richtig, richtig schlecht" an, sagte Trainer Pavel Dotchev, betonte aber, dass "noch ein bisschen Hoffnung" da sei.

Es gelte nun, professionell zu bleiben und keinen Aktionismus zu starten. "Wir dürfen uns nicht zerfleischen, sondern müssen versuchen, von Spiel zu Spiel zu denken, jedes Spiel zu gewinnen und unser Gesicht zu wahren. Die Hoffnung stirbt zuletzt", übte sich Dotchev in Durchhalteparolen. Jede Partie habe nun Pokalcharakter. "Wir werden auf keinen Fall aufgeben, denn wir sind auch den Fans gegenüber verpflichtet, die heute wieder frustriert nach Hause fahren. Das wollen wir ändern."

"Werden weiterhin unser Bestes geben"

Das war auch in der Partie gegen Ingolstadt durchaus zu merken, denn Einsatz und Leistung stimmten. Doch wieder einmal kassierten die Spatzen viel zu leichte Gegentore und brachen nach dem 0:1 (27.), das aus dem Nichts fiel, zum wiederholten Mal ein. "Wir haben drei Tore kassiert, ohne aus dem Spiel heraus eine Torchance zugelassen zu haben. Das ist immer das Gleiche und ist einfach sehr, sehr hart", ärgerte sich Dotchev, zumal gleich zwei Gegentreffer aus Standards gefallen sind. "Das verteidigen wir einfach nicht gut."

Dotchev will seine Mannschaft aber wieder aufbauen ("Die Jungs tun mir auch leid"), muss mit dieser am nächsten Samstag jedoch beim Tabellenzweiten aus Cottbus antreten – ohne Max Brandt, der zum zehnten Mal die gelbe Karte gesehen hat. "Wir werden weiterhin unser Bestes geben. Für was es dann reicht, weiß ich nicht", blickte Dotchev voraus. Dass es der Klassenerhalt sein wird, ist immer unwahrscheinlicher. Der Großteil der Fans scheint jedenfalls nicht mehr daran zu glauben.

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