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·19 de mayo de 2026

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche seziert seinen eigenen Fehlgriff – ohne Ausreden

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Frankfurts Sportvorstand übernimmt Verantwortung für die Riera-Verpflichtung und das verpasste Europa, kündigt zeitnah eine neue Trainerlösung an.

Es ist nicht der Standard im Bundesliga-Geschäft, dass ein Sportvorstand den eigenen Fehlgriff so offen vor sich her trägt wie eine Mahnung an sich selbst. Markus Krösche hat das auf der Pressekonferenz zum Saisonabschluss von Eintracht Frankfurt getan, und er hat sich dabei nicht hinter Formulierungen versteckt, die in solchen Runden gern Schutz bieten. Das Engagement von Albert Riera, dem mittlerweile entlassenen Trainer, sei „meine falsche Entscheidung. Meine Fehleinschätzung", sagte er. Mit diesem Satz hat er auch die Verantwortung für den verpassten Europapokal-Einzug an sich gezogen, ohne sie weiterzureichen an Spieler, an Umstände, an Verletzungspech.


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Bemerkenswert ist die Genauigkeit, mit der Krösche seine Fehlentscheidung zerlegt. Er nennt das Prinzip, das er verletzt hat, beim Namen: „Wenn du den Trainer während der Saison tauschen musst, hole keinen Trainer, der die Liga nicht kennt und die Erfahrung nicht hat." Mit Riera kam ein Spanier ohne Bundesliga-Erfahrung mitten in eine Saison, in der Stabilität gefragt war. Krösche bringt die Selbstkritik auf eine fast unangenehm klare Formel: „Ich habe ihn in eine Situation gebracht, in der er kaum die Möglichkeit hatte, Erfolg zu haben." Das ist keine rhetorische Geste, das ist eine Diagnose der eigenen Arbeit.

Interessanter noch wird es, wenn Krösche das Motiv hinter dem Bruch mit dem eigenen Prinzip benennt. „Ich hatte das Gefühl und die Überzeugung. Ich handle immer aus Überzeugung. Sie war so stark, dass ich das Prinzip der Vorsicht missachtet habe." Das ist die ehrlichere, aber auch schwierigere Lehre. Nicht ein Markt, der nichts hergab, hat ihn zu Riera geführt, sondern eine eigene Überzeugung, die das gelernte Sicherheitsnetz beiseitegeschoben hat. Wer so spricht, gibt zu, dass nicht das System versagt hat, sondern derjenige, der es bedient.

Auffällig differenziert ist Krösche bei der Frage, was er an Riera richtig eingeschätzt hat und was nicht. Auf den Charakter des Trainers bezieht sich seine Selbstkritik ausdrücklich nicht: „Es war gewollt, eine starke Persönlichkeit, einen Leader zu haben. Darin habe ich mich nicht getäuscht." Der Fehler liegt also nicht im Profil, sondern im Timing und in der Liga-Lücke. Auch die Frage nach einem eigenen Abschied weist Krösche zurück, ohne die Saison kleinzureden: „So ein Jahr gehört manchmal leider dazu. Aber ich bin niemand, der wegläuft."

Bei der Trainersuche bleibt er bewusst vage. Man sei „in Gesprächen", wolle „zeitnah eine Lösung finden oder uns auf jemanden festlegen". Inhaltlich legt sich Krösche nur auf die Spielidee fest: Stabilität, eine klare Idee, eine „Mischung aus Umschalt- und Ballbesitzfußball". Das charakterliche Profil des nächsten Trainers lässt er offen, was nach den Erfahrungen mit Riera weniger nach Ausweichen klingt als nach gelernter Vorsicht.

Eine Pointe zum Schluss erlaubt sich Krösche selbst, indem er ein Gerücht der vergangenen Trainersuche aufklärt. „Sicherlich war Xabi Alonso in meinen Gedanken", räumte er ein, „aber ich habe Xabi nicht angerufen." Das ist die kleinere, fast humorvolle Geschichte des Tages. Die größere ist, dass ein Sportvorstand in der Bundesliga sein Versagen nicht relativiert, sondern es zum Ausgangspunkt der nächsten Entscheidung macht.

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