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·14 de julio de 2026
Gruda, Behrens, Demichelis: Darüber redet die Fußballwelt

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·14 de julio de 2026

Alles, was du heute am Dienstagmorgen wissen musst
Guten Morgen, liebe Fußballfreunde!
Der Albtraum eines jeden deutschen Fußballfans hat mit Udo Lattek zu tun. Wir erinnern uns: Als die Trainerlegende Borussia Dortmund im April 2000 vor dem scheinbar sicheren Bundesliga-Abstieg retten sollte, wollte ihn sein Arbeitgeber DSF (heute Sport1) nicht kampflos aus dem Vertragsverhältnis rauslassen.
Udo Lattek war ja die beste Werbefigur, die sich das "Deutsche Sport-Fernsehen" seinerzeit leisten konnte. Der Titelsammler stand jeden Sonntag pünktlich um elf Rede und Antwort im "Doppelpass", wie heute die wichtigste Talksendung des TV-Senders aus München-Ismaning. Aber der BVB brauchte Lattek unbedingt.
Die Lösung damals: Udo Lattek trug im Abstiegskampf bei jedem Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund eine Kappe mit der unübersehbaren Aufschrift "DSF". Rief er seinen Spielern was zu: DSF! Wechselte er aus und ein: DSF! Interview nach Abpfiff: DSF! Noch heute feixen sie in München über diesen PR-Deal.
Nun stellen wir uns das bei Jürgen Klopp als Bundestrainer vor. Er bei jedem Länderspiel mit einer Kappe, wo nicht mehr - wie früher beim BVB - "Pöhler" draufsteht, sondern: "Red Bull". Fehlt nur der Hinweis in der Pressekonferenz, dass Jamal Musialas Torschuss dem DFB-Team "Flügel verliehen" hat.
Der Aufschrei wäre so groß wie 2022 nach dem DFB-Pokalsieg von RB Leipzig, als Kevin Kampl demonstrativ Red Bull in den Pott kippte. Die Respektlosigkeit haben die Fans aus allen anderen Teilen Deutschlands bis heute nicht verziehen. Nun also Klopp. Wie weit darf der DFB gehen, um Jürgen Klopp zu bekommen?
Jahresgehalt und Vertragsdauer, Kompetenzen und Trainerstab: Alles soll geklärt sein. Nur nicht die Frage, warum der Getränkehersteller seinen Fußballchef und weltweit prominentesten Mitarbeiter vorzeitig aus dem bis 2029 laufenden Vertrag entlassen soll. Auf die passende Antwort wartet ein Thailänder. Ja, richtig gelesen.
Sein Name: Chalerm Yoovidhya. Seit Firmengründer Dietrich Mateschitz 2022 gestorben ist, hat der Milliardär als Mehrheitseigner das Sagen im Red Bull Konzern. In der DFB-Spitze überlegen sie hin und her, wie sie Herrn Yoovidhya von einer Klopp-Freigabe überzeugen können. Es geht dabei nicht ums Geld.
"Was will er mit zehn Millionen Ablöse?", sagte kürzlich ein Verbandsfunktionär im kleinen Kreis, "da lacht der drüber." Die wahre Währung heißt "Akzeptanz", die Münze "Wohlwollen". Red Bull kennt ja das eigene Image in Deutschland: Zu viele Fans hassen "das Konstrukt", wie sie den Bundesliga-Klub RB Leipzig nennen.
Sogar als der DFB einen Kompromiss mit eingebautem Interessenkonflikt erwog (Klopp gleichzeitig Bundestrainer und Red-Bull-Botschafter), formierte sich sofort der offene Widerstand - sowohl in der Fanszene "Unsere Kurve" als auch in den Landesverbänden und sogar beim ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.
Von "Kniefall" und "No Go" war die Rede. Plötzlich beeilte sich der DFB mit der Richtigstellung, dass eine Botschafterrolle niemals zur Debatte gestanden hätte. Daraus entsteht jetzt ein Dilemma: Einerseits will jeder, dass Klopp Bundestrainer wird - aber bitte nicht so, dass Red Bull eine angemessene Kompensation erhält.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize Hans-Joachim Watzke sind sich der Brisanz bewusst und wissen auch, dass der deutsche RB-Chef Oliver Mintzlaff nicht der Bremsklotz ist. Entscheidend ist der Thailänder: Der hat schon in seinem Formel-1-Team bewiesen, dass er wichtige Personalien nicht einfach durchwinkt.
Chalerm Yoovidhya hielt seinen Teamchef Christian Horner nach Vorwürfen länger im Amt, als das gesamte Umfeld das im deutschsprachigen Raum wollte, weil er in ihm einen Weltmeister-Macher sah und vermutlich auch eine Figur in einem konzerninternen Machtkampf. Chalerm Yoovidhya ist eine harte Nuss.
Auch das weiß man beim DFB. Weil Klopp beim FC Liverpool eine Berühmtheit in aller Welt erlangt hat, ist sein Wirken als Fußballchef im Red-Bull-Konzern nicht nur Händeschütteln und Sprücheklopfen. Man muss nur bei der WM hinschauen, wenn er für MagentaTV am Spielfeldrand steht und kommentiert.
Sogar Weltstars wie Lionel Messi und Kylian Mbappé kommen auf dem Rasen zum bekanntesten deutschen Trainer und wollen den berüchtigten „Hug", die körperliche Verbrüderung unter Fußballern, wie man sie tausendfach an der Anfield Road gesehen hat. Und so einen soll Chalerm Yoovidhya zum DFB lassen?
Kleine Vermutung: Sobald der Klopp-Deal beim DFB über die pure Ankündigung hinausgeht und spruchreif wird, gehen die Spekulationen los, was Red Bull für ein Entgegenkommen erwarten darf. Geld wird es nicht sein. Aber vielleicht wäre eine Kappe wie bei Udo Lattek vor 26 Jahren die erträglichste Lösung gewesen.
Viel Spaß beim Lesen wünschtEuer Pit Gottschalk
Das sind die zehn wichtigsten Fußball-Themen für diesen Dienstagmorgen. Kurz, relevant, auf den Punkt.
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