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·22 de mayo de 2026

Nagelsmann holt Neuer – Chronik eines Kommunikations-Desasters

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Die Enttäuschten machten am Freitag ihrem Ärger Luft. „Am Ende ist es selbstverständlich die Entscheidung des Bundestrainers, wen er nominiert beziehungsweise aufstellt. Was die Kommunikation und den Stil betrifft, kann sich jeder selbst ein Urteil bilden”, schickte Hoffenheims Sportchef Andreas Schicker einen Gruß an Julian Nagelsmann.

Nagelsmann holt Neuer – Chronik eines Kommunikations-Desasters

Nein, die Stilfrage stellt sich nicht…


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1899-Torhüter Oliver Baumann (35) hatte die gesamte WM-Qualifikation bestritten – und fährt nun nur als Nummer 2 zur WM.

Diese Entscheidung mag sportlich nachvollziehbar sein, doch wie sie sich anbahnte und wie sie am Ende kommuniziert wurde, ist typisch Deutsch, typisch DFB. Konsequent inkonsequent.

„Neuer oder koan Neuer?“

Bis zuletzt hatte Nagelsmann in Geheimniskrämerei gemacht – auch bei seinem Interview im ZDF-„Sportstudio“ am vergangenen Samstag. „Dabei war mit Nagelsmanns Auftritt gar nicht die Erwartung verknüpft, dass er live im Fernsehen über Spielernamen spricht“, beobachtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F. A. Z.) in ihrer Montags-Ausgabe, „die Antwort auf die Frage nach einem Spielernamen hätte einem Großteil der Zuseherinnen und Zuseher zu später Stunde gereicht: Neuer oder koan Neuer? (…) Nagelsmann sagte dem ZDF nicht ab – und am Samstagabend doch wenig Konkretes.“

Konkret wurde es dann unter der Woche, als immer mehr (nicht) nominierte Spielernamen von den Medien „geleaked“ wurden, auch der von Neuer, und die Pressekonferenz des DFB mit Nagelsmann am Freitagmittag in Frankfurt zur Verlautbarungsrunde verkam. Frei nach Ralf Richter: „Die kennen dich doch eh alle hier!“

Baumann, Nagelsmann, Neuer: Die Chronik

Doch wie fing alles an?

„Liebe Fans, liebes Fußballdeutschland, nach über 15 Jahren und 124 Länderspielen endet mit dem heutigen Tag meine Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (…)“, schrieb Manuel Neuer am 21. August 2024.

Das war eigentlich eindeutig, oder?

Für den deutschen Boulevard, der seit jeher beim DFB-Kader mitmischt, wohl eher nicht.

10. September 2024: Deutschland geht mit dem eigentlichen Neuer-Nachfolger Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona, der nach langwieriger Verletzung keine WM-Chance mehr hatte, und erstmals ohne Neuer in ein Auswärts-Länderspiel – 2:2 gegen die Niederlande in der Nations League in Amsterdam.

Neuer: „Es war eine bewusste Entscheidung, dass ich aus der Nationalmannschaft jetzt nicht mehr dabei bin. Dementsprechend steht ein Comeback gar nicht mehr im Raum für mich.“

Knapp ein Jahr später stand es offenbar immer noch nicht im Raum.

30. Juli 2025: „Manu hat eine sehr gute Klub-WM gespielt“, erklärte Nagelsmann, „aber die Entscheidung haben wir ganz bewusst getroffen. Stand jetzt gibt’s die Überlegung, ihn zurückzuholen, nicht. In meinen Gedanken weiß ich, dass Marc-André ter Stegen zurückkommt, dann die beiden Spiele im Dezember machen und dann die WM spielen wird.“

Tat er aber nicht.

  1. Ter Stegen fehlte im Dezember 2025 nach einer Rückenverletzung und zog sich im Januar 2026 eine Oberschenkelverletzung zu, die ihn bei seinem neuen Klub FC Girona in Spanien für 108 Tage zum Zuschauen verdammte.

16. April 2026: „An der Situation mit Manuel hat sich nichts geändert“, sagte Nagelsmann nach dem 4:3 des FC Bayern im CL-Viertelfinale gegen Real Madrid, bei dem Neuer patzte, „wir telefonieren ab und zu ´, schreiben auch ab und zu.“

16. Mai 2026: Nach dem letzten Bundesliga-Spiel mit Hoffenheim in Mönchengladbach (0:4) erklärt Baumann in der Causa Nagelsmann und WM: „Er hat mir das Vertrauen ausgesprochen. Punkt.“

Das hat Julian Nagelsmann gegenüber Oliver Baumann am Ende nicht, aber er hat es auf seine Art verklausuliert.

„Wie konnte es so weit kommen?“

Die vielen offenen Fragen, etwa zum Leistungsprinzip, zu den aufgezählten, gemachten Statements oder dazu, wie glaubwürdig Nagelsmann seinen Spielern gegenüber überhaupt noch ist, wurden am Freitag in der Futsal-Halle des DFB-Campus leider nicht gestellt.

„Er wird auch eine Antwort auf die Frage finden müssen“, blickte die F. A. Z. am Montag voraus, „wie es so weit kommen konnte, dass die Frage nach der Nummer eins, die erst durch das Verletzungspech des ursprünglich als WM-Stammkraft vorgesehenen Marc-André ter Stegen entstanden ist, kurz vor dem Turnier alles überstrahlt.“

Nein, diese Antworten gab der Bundestrainer nicht. Aber das können die Kollegen vom Boulevard sicherlich besser beantworten. Wir halten uns an die Fakten.

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