MillernTon
·3 de febrero de 2026
Vorbericht: Bayer Leverkusen – FC St. Pauli (Viertelfinale DFB-Pokal)

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Im Viertelfinale des DFB-Pokals tritt der FC St. Pauli bei Bayer Leverkusen an. Einem Team, das sehr ball-dominant auftritt, aber nicht immer überzeugen kann.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Hach, Vorberichte für Pokalspiele des FC St. Pauli zu schreiben, das mag ich immer gern. Denn das Nachdenken über diesen Wettbewerb führt bei mir jedes Mal zu Träumereien: Klar, der FC St. Pauli reist als Außenseiter nach Leverkusen und es ist sehr unwahrscheinlich, dass es diese Saison zum Finale oder gar mehr reichen wird. Aber hey – was, wenn doch? Was, wenn es diese Saison endlich mal klappt? Wenn wir dieses Jahr endlich mal dran sind? Der Gedanke daran, mit zigtausenden FCSP-Fans gemeinsam nach Berlin zu reisen (und im Folgejahr europäisch zu spielen), er erzeugt ein wohliges Gefühl – und ist damit eine sehr willkommene Abwechslung zum Liga-Alltag.Zur Vorbereitung auf nicht nur diesen Auftritt des FC St. Pauli in Leverkusen, sondern auch das Aufeinandertreffen in weniger als zwei Wochen hat sich Jutta im „Vor dem Spiel“-Gespräch mit Lara vom BayPod unterhalten.
Im Vergleich zum Spiel in Augsburg dürfte sich nur wenig an der personellen Situation geändert haben. Alexander Blessin erklärte auf der Pressekonferenz, dass es für Hauke Wahl nicht reichen wird und äußerte die Hoffnung (mehr aber auch nicht), dass der Innenverteidiger gegen Stuttgart wieder dabei sein kann. Ob Adam Dźwigała, der in Augsburg erkrankt fehlte, wieder einsatzbereit ist, erklärte Blessin nicht. Neben Wahl werden Connor Metcalfe, David Nemeth und Andréas Hountondji sicher ausfallen.
Mittelfeld-Juwel Ibrahim Maza wird Leverkusen auch gegen den FC St. Pauli fehlen. Gleiches gilt für die beiden Offensivkräfte Nathan Tella und Eliesse Ben Seghir. Somit ist die Offensive von Bayer Leverkusen schon deutlich ausgedünnt, was aber angesichts des extrem starken Kaders eher weniger ins Gewicht fällt. Auch Torhüter Mark Flekken wird ausfallen, Leverkusen reagierte auf den Ausfall des Keepers bereits und hat letzte Woche Jonas Omlin vom Ligakonkurrenten Borussia Mönchengladbach verpflichtet. Zudem stießen diesen Winter mit Issa Traore und Rückkehrer Tim Oermann (nach Leihe) noch zwei Innenverteidiger zum Team.
Nachdem es bei Bayer Leverkusen zu Saisonbeginn so richtig doll gekracht hat und Trainer Erik ten Hag bereits kurz nach dem Saisonstart wieder gehen musste, ist im Verlauf der Hinrunde unter der Leitung von Kaspar Hjulmand Ruhe eingekehrt. Alexander Blessin deutete auf der Pressekonferenz an, dass die Leverkusener vor dem Wechsel an der Seitenlinie eher noch nicht zusammengefunden hatten: „Man sieht, dass sie jetzt mehr als Mannschaft agieren. Die individuelle Qualität hatten sie schon vorher und jetzt rufen sie die ab.“
Auffällig ist, dass Bayer Leverkusen keinen Bock auf Unentschieden zu haben scheint. Am 4. Spieltag gab es ein 1:1 gegen Mönchengladbach. Seitdem wurde in der Liga zehnmal gewonnen und fünfmal verloren (ein Nachholspiel steht noch aus). Das Team hatte eine sehr starke Phase kurz nach der Ankunft von Hjulmand, zuletzt war die Bilanz aber ausgeglichen (vier Siege und Niederlagen in den letzten acht Ligaspielen) und so richtig zufrieden mit den zuletzt gezeigten Leistungen kann da niemand in Leverkusen sein.
Von der Spielweise her ist Bayer Leverkusen sicher eines der besten Teams der Bundesliga und auch eines, dessen Identität klar über den Ballbesitz kommt. „Darauf sind sie aus“, so Blessin und betont zudem die Geschwindigkeit der Offensivspieler im Kader des kommenden Gegners. Diese haben weniger einen Fokus auf viele Flanken (Leverkusen schlägt die zweitwenigsten der Liga – Blessin erklärte, dass das auch am zwischenzeitlichen Ausfall von Patrik Schick gelegen haben dürfte), sondern suchen eher direkt den Weg in den Strafraum, oft per Dribbling oder Kombinationen. Besonders Letzteres lässt sich auch in den Zahlen erkennen: Leverkusen hat die zweitbeste Quote bei Pässen ins letzte Drittel und spielt allgemein nur ganz ungern lange Bälle. Obwohl das Team hinter den Bayern die zweitmeisten Pässe insgesamt spielt, schlägt kein Team weniger lange Bälle als Leverkusen. Gerade einmal fünf Prozent der Pässe sind lang gespielt, zum Vergleich: Bei Union Berlin sind es fast 20 Prozent, beim FCSP rund 15.
Bayer Leverkusen ist also ein sehr passsicheres Team. Wenig verwunderlich befinden sich mit Aleix García, Loïc Badé und Edmond Tapsoba die Spieler mit der zweit-, dritt- und viertbesten Passquote der Liga im Kader. Die vielen und sicheren Kombinationen sind möglich, weil sich im Kader Spieler wie Alejandro Grimaldo befinden. Der spielt gegen den Ball als Linksverteidiger und würde es vermutlich als Beleidigung empfinden, wenn er auch im Spiel mit dem Ball als „Verteidiger“ bezeichnet werden würde. Bei Ballbesitz löst Grimaldo, das machen auch immer wieder andere Leverkusener Spieler, seine Position auf und rückt sehr oft ins offensive Mittelfeld.
Wie kann also verhindert werden, dass die Rotationen von Leverkusen eine Gefahr werden, Alexander Blessin? „Es geht um Statik, um die Frage, ob man sich rauslocken lässt. Das haben wir gegen den HSV gut gelöst.“ Zudem erklärte der FCSP-Cheftrainer, dass es bei solch rotierenden Gegnern ein Vorteil sei, dass man selbst sehr ballorientiert verteidige. Wie gut der FC St. Pauli mit so einem Verhalten des Gegners klarkommen kann, hat unter anderem auch das Hinspiel gezeigt, als der FCSP das bessere Team gewesen ist. Allerdings reichte damals eine Szene, in der Grimaldo dann im Zehnerraum doch an den Ball kam, um das Spiel auf die Leverkusener Seite zu ziehen (Wahnsinn, der Spielbericht „Ärger, Stolz, Zeitspiel“ scheint aus einer anderen Zeit zu kommen. Eine Zeit, in der auch ich noch beseelt war vom Saisonstart).

Boah, erinnert ihr euch noch an die vielen „schwer verletzten“ Leverkusener, als es das letzte Mal gegen den FC St. Pauli ging? Das ist hoffentlich dieses Mal nicht der Fall, weil Leverkusen vergeblich einem Rückstand hinterher rennt. // (c) Stefan Groenveld
Ob Bayer Leverkusen, die am Samstag in Frankfurt gefordert waren und kommendes Wochenende gegen Mönchengladbach ranmüssen, heute personell rotieren wird? Vermutlich eher nicht. Kaspar Hjulmand betonte, wie wichtig ihm und dem Team der Wettbewerb sei. Es wäre tatsächlich etwas verwunderlich, sollte Leverkusen nicht mit der bestmöglichen Elf auflaufen. Im Pokal-Viertelfinale ist sowas auch eher nicht mehr angebracht, dafür ist das Finale zu nah. Sowieso ist der Kader so stark, dass auch personelle Wechsel nicht dafür sorgen werden, dass sich an der Favoritenrolle der Leverkusener irgendwas ändern würde.
Auf Seiten des FC St. Pauli wird es ganz sicher eine Veränderung geben: Ben Voll steht wieder im Tor. Eigentlich steht ihm der Titel „Pokal-Torwart“ zu, allerdings hat er in dieser Saison nur in der zweiten Runde zwischen den Pfosten gestanden. In der ersten Runde und im Achtelfinale entschied sich Alexander Blessin für Nikola Vasilj, weil ihm das in der sportlich schwierigen Situation lieber gewesen ist. Nun darf Voll aber wieder ins Tor und auch wenn es bei den letzten beiden Viertelfinals eher schlechte Erfahrungen mit „Pokal-Torhütern“ gab (Smarsch 2022 bei Union, Burchert 2024 gegen Fortuna): Das Vertrauen in Voll ist extrem groß, schließlich ist er mitverantwortlich dafür, dass der FC St. Pauli überhaupt im Viertelfinale steht, seine Paraden waren entscheidend gegen Hoffenheim.
Nicht in der Startelf, aber im Kader wird Neuzugang Taichi Hara stehen. Alexander Blessin erklärte auf die Frage, wie wahrscheinlich ein Einsatz des Mittelstürmers ist: „Das Training lief gut, er wirkt fit und steht im Saft. Einen Bankplatz hat er auf jeden Fall sicher und dann muss man schauen, wie das Spiel läuft. 20 oder 25 Minuten können gut möglich sein.“
Zudem kündigte Blessin an, dass es noch weitere personelle Veränderungen in der Startelf geben wird. Das dürfte besonders die laufintensiven Positionen betreffen. Louis Oppie könnte zum Beispiel wieder auf der linken Seite zum Einsatz kommen. Sollte Danel Sinani eine Pause benötigen, dürfte Mathias Pereira Lage wieder hineinkommen. Martijn Kaars könnte Ricky-Jade Jones ersetzen, wenn nötig (allerdings würde der Top-Speed von Jones schon arg fehlen). Wechsel in der Innenverteidigung sind hoffentlich nicht notwendig, wenngleich Eric Smith gegen Augsburg angeschlagen war und eine Pause benötigen könnte – was, sofern Adam Dźwigała nach Krankheit noch nicht wieder fit ist, wohl Jannik Robatsch oder Lars Ritzka auf den Plan rufen würde.
Die Vorzeichen für dieses Pokal-Viertelfinale sind ähnlich, wie sie es für den FC St. Pauli bereits im Achtelfinale waren: Das Team ist klar in der Außenseiter-Rolle, ein Blick auf die tabellarische Situation in der Liga reicht, um diese zu erkennen. Aber der FCSP hatte in dieser Saison eher weniger Probleme mit solchen Top-Teams wie Bayer Leverkusen, das zeigte auch zuletzt der Punktgewinn gegen Leipzig. Blessin: „Im DFB-Pokal hat man von uns immer interessante und intensive Spiele gesehen – immer mit guten Leistungen und dem besseren Ende für uns. Das hoffen wir jetzt auch in Leverkusen.“ Wir auch, Alex!Forza!// Tim
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