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·19 de julio de 2026
WM 2026: Tag 39 im Blog – Verdiente Gewinner und schlechte Verlierer – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

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·19 de julio de 2026

WM 2026, Tag 39: Spanien ist Weltmeister, die Argentinier sind schlechte Verlierer und die Weltmeisterschaft findet damit endlich ihren Schlusspunkt.
Die WM 2026 in Nordamerika ist vorbei. Spanien hat sich zum Weltmeister gekrönt. Mit dabei waren zu Beginn des Turniers 17 Spieler des FC Bayern München. Im Finale erstmals seit 1978 keiner mehr vom Rekordmeister.
Argentinien scheitert im Finale daran, selbst Fußball zu spielen. Spanien lässt den aggressiven Gegner einfach auflaufen. Und die WM hat damit endlich ein Ende gefunden.
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Das Spiel in aller Kürze: Ein typisches Finale. Viel Druck, wenig Hang zum Risiko. Spanien schießt manchmal in Richtung Tor, Argentinien gar nicht. Dann pompöse Halbzeitshow, die mit den Muppets, Ronaldinho, Ronaldo, Shakira, Madonna, Justin Bieber und vor allem Ted Lasso sowie Coach Beard mehr Highlights liefert, als das gesamte Endspiel. Spanien macht dann irgendwann trotzdem nochmal mehr nach vorn. Als der Schiedsrichter Argentinien endlich fürs Treten bestraft, kippt das Spiel endgültig und Ferran Torres schießt die Spanier in der Verlängerung zum Titel.
Miasanrot-Note: 5
Argentinien hat auch im Finale das getan, was sie in den vorherigen Runden getan haben: Sparflamme mit dem Ball, Aggressivität und Tempoverschleppung gegen den Ball. Rhythmus brechen, „eklig“ sein und dann auf Lionel Messi hoffen.
Gegen Spanien war das einfach zu wenig. Offensiv kam nichts von den Argentiniern, defensiv machten sie es zwar über weite Strecken gut, aber bekamen keine Entlastung hin, sodass der Druck über die Dauer des Spiels immer größer wurde.
Auch Spanien ging kein großes Risiko, hatte defensiv aber nichts zu befürchten. Sukzessive tasteten sie sich heran und erzielten viel zu spät und dennoch gerade noch rechtzeitig das 1:0, das die Entscheidung brachte. Verdienter könnte ein Sieger dieses Finals kaum sein. Die Spanier spielten nicht die Sterne vom Himmel bei diesem Turnier, haben innerhalb ihrer Philosophie aber eine Effizienz entwickelt, die keiner matchen konnte. Und Spanien hat es geschafft, sich von den argentinischen Spielchen null beeindrucken zu lassen.
Mit Frankreich und Argentinien nun die beiden Finalisten der WM 2022 geschlagen zu haben, spricht für sich. Es war kein Finale, an das man sich außerhalb Spaniens noch lange erinnern wird. Aber das sind die wenigsten Finals. Von Deutschlands Triumph 2014 blieben auch eher Momente wie Christoph Kramers Kopfverletzung, Bastian Schweinsteigers Blut und Manuel Neuers gefährlicher Ausflug gegen Higuaín in Erinnerung.
Abseits des technisch anspruchsvollen Tors von Mario Götze gab es damals nicht allzu viele fußballerische Highlights. Und anders als gestern beim Spiel um Platz drei geht es um alles statt um fast nichts. Extremes Risiko oder extreme Lässigkeit sind daher nicht zu erwarten. Spanien hat die absolute Kontrolle über jede Situation gehabt. Weltmeisterlich.
Die Südamerikaner hingegen hatten nicht den Mut, selbst proaktiver Fußball zu spielen, statt sich auf das Zerstören des gegnerischen Spiels zu konzentrieren. Alle Bemühungen in diese Richtung kamen viel zu spät.
Wenig weltmeisterlich war zudem das Verhalten der Argentinier. Dass sie auf dem Platz in einer Grauzone agieren, was die Regeln des Spiels anbelangt: Geschenkt. Kritik daran ist nachvollziehbar, aber die Spielweise hat ihre Legitimität. was mich persönlich mehr genervt hat, waren das ständige Lamentieren, der beständige Versuch, den Schiedsrichter zu manipulieren und die Schauspielerei.
Hinzu kommt das Verhalten nach Abpfiff. Rudelbildung, Schubserei und auch mehr als das. Es wurde körperlich, es wurde noch aggressiver und es wurde einfach nur unsportlich. Einige Argentinier waren offensichtlich schlechte Verlierer. Im Fußball ist das keine Seltenheit. In anderen Sportarten schon.
Gerade läuft die Tour de France. Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard sind die beiden besten männlichen Grand-Tour-Fahrer ihres Sports. Letzterer musste am Sonntag die Tour verletzt verlassen, weil er kurz vorm letzten Anstieg gestürzt war. Hinterher postete der Veranstalter ein Video, in dem Funksprüche der einzelnen Teams zu sehen waren. Unter anderem auch einen von Pogačar, der sich direkt nach dem Sturz nach seinem Rivalen erkundigte, als sein Team ihm nur Auskunft über zwei Teamkollegen gab: „Ist Jonas auch okay?“
Nach der Etappe sprach er darüber, dass die Tour nicht dieselbe sein würde ohne ihn und dass man in den letzten Jahren fast schon eine Art Freundschaft entwickelt habe. Der Respekt zwischen beiden ist enorm. Als Vingegaard 2022 und 2023 die Tour dominant gewann und Pogačar empfindliche Niederlagen zufügte, war Letzterer stets einer der ersten Gratulanten im Ziel. Oft voller Anerkennung und mit einem Lächeln im schmerzhaften Moment.
Andersherum gilt das auch für Vingegaard – und andere Profis im Radsport. Man stelle sich diesen tiefen Respekt zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo vor – und welche Auswirkungen das auf Fans haben würde, die sich gegenseitig nur deshalb nicht ausstehen können, weil sie in der „GOAT“-Debatte eine andere Meinung vertreten. Der Fußball hat keinen allzu guten Ruf, wenn es um Fairplay und Respekt geht. Zur Wahrheit gehört auch, dass es im Schnitt besser geworden ist über die letzten Jahre.
Das WM-Finale hat aber mal wieder in Erinnerung gerufen, wie es nicht sein sollte. Eine Kleinigkeit, aber auch nicht unwesentlich: Nachdem die Argentinier ihre Medaillen erhalten hatten, gingen sie direkt zu den Fans. Keine Würdigung des spanischen Triumphes mehr. Zu stolz? Zu enttäuscht? Es hat auch etwas mit Größe zu tun, sich in der Niederlage respektvoll zu verhalten.
Ich hätte in meiner Kindheit gern Vorbilder im Sport gehabt, die mir vorleben können, wie man gesund mit Niederlagen umgeht, wie man die eigene Bedeutung nicht überhöht und dem Gegner für seine Leistungen Respekt zollt. Spätestens nach der Entscheidung. Der Fußball hat mir damals nicht allzu viele solcher Vorbilder geschenkt. Die Argentinier haben mich daran erinnert, wie Sport nicht sein sollte.
Etwas, was der Fußball definitiv nicht exklusiv hat, sind die politische Vereinnahmung des Sports sowie die Selbstinszenierung. Wie sich Donald Trump im größten sportlichen Moment der spanischen Spieler einen Teil der Aufmerksamkeit abzweigt und extra noch ein paar Sekunden länger stehen bleibt, als der Pokal bereits von Rodri in den Himmel gehoben wird – bezeichnend.
Immerhin gab es laute Buhrufe gegen beide, als sie auf dem Weg zur aufgebauten Bühne waren. Nicht, dass es etwas ändern würde. Ein wenig Genugtuung ist es dennoch, dass die Fans im Stadion keine Lust auf diesen Zirkus hatten und auch die fragwürdigen Entwicklungen in der FIFA unter Gianni Infantino entsprechend begleiteten.
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Die WM 2026 war eine der seltsamsten Weltmeisterschaften, die ich bisher erlebt habe. Einerseits konnte ich mich wieder deutlich mehr für den Sport begeistern als noch bei den letzten beiden Turnieren in Katar und Russland. Was mich überrascht hat, weil die USA in vielen Bereichen nicht unproblematischer ist. Die Details sind bekannt.
Andererseits war das Turnier ein weiterer Beleg dafür, warum ich mit US-Sport nicht warm werde. Zu viel. Zu pompös. Zu aufgeblasen. Zu durchkommerzialisiert. Zu abgehoben und schlicht nicht wirklich greifbar für mich. Da steht dann plötzlich Tom Cruise zwischen etwas Fußball und zig Musikacts im Stadion und hält eine Rede, als hätte er gerade in einem seiner Hollywoodstreifen die Welt gerettet.
Eine WM in Absurdistan quasi. Die Halbzeitshow ist dabei gar nicht mein Hauptproblem. Das ist das Einzige, was ich jährlich vom Super Bowl schaue. Aber auch das hat einen Sport nochmal in die Länge gezogen, der qua seiner Natur bereits viele Längen hat. Zwischenzeitlich argumentierte ich in einem meiner WM-Blogs für die Aufblähung der Teilnehmerzahl. Sportlich bleibe ich dabei: Einen Qualitätsunterschied zu vergangenen Turnieren gab es nicht und Geschichten wie die von Kap Verde gehen ans Herz.
Rein mental bin ich jetzt am Ende aber an meine Grenzen gekommen. Die letzten zwei Wochen zogen sich und wurden immer zäher. Viertelfinals fühlten sich wie Halbfinals an und der Blick auf den Spielplan ließ mich immer wieder sagen: Endlich ist es bald vorbei. Pure Fußballmüdigkeit, die nicht dadurch besser wird, dass viele Top-Nationen sehr konservativen und wenig unterhaltsamen Fußball spielen.
Für mich bleibt deshalb ein gemischtes Fazit. Was auch auf unseren WM-Blog zutrifft. Ein eher nischiges Format, das nie das ganz große Publikum erreicht hat, das aber von jenen geschätzt wurde, die es gelesen haben. Ein Drahtseilakt zwischen Aufwand und Ertrag und sicherlich ein Format, bei dem wir für kommende Turniere genau abwägen müssen, ob es das wert ist.
Ein Format, das mir viel Freude bereitet hat, weil so ein Turnier für mich nur dann komplett ist, wenn ich darüber berichten kann und wenn ich alles währenddessen aufsaugen und verarbeiten kann. Aber auch ein Format, das mich an Grenzen brachte. Anstoßzeiten, die dahinterstehende Arbeit, die Vielzahl an Spielen. Die Hydration Breaks, die jedes Spiel nochmal in die Länge gezogen haben.
Ich bin froh, dass es vorbei ist. Und ich bin froh, dass der US-Sport der US-Sport bleibt. Und man in Europa hoffentlich nicht auf die Idee kommen wird, das in diesen Extremen kopieren zu müssen. Danke an alle, die den WM-Blog von Tag 1 bis Tag 39 gelesen haben. Es war mir ein inneres Blumenpflücken. Aber es ist auch schön, dass das hier der letzte WM-Blog war. Ab in die Eistonne.
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier







































