FC Bayern München
·15 avril 2026
Bitte nachmachen! Fünf goldene Momente gegen Real Madrid

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·15 avril 2026

Säbener Stories – das ist die Kolumne für alle, die den FC Bayern München leben und lieben. Hier geht es um die ruhmreiche Vergangenheit und die spannende Gegenwart des Rekordmeisters.
Wenn am Mittwoch gegen Real Madrid das Flutlicht in der Allianz Arena angeht, ist es mehr als nur ein Rückspiel im Viertelfinale der Champions League. Es ist die 30. Pflichtspiel-Auflage des europäischen „Clásico“ schlechthin. Karl-Heinz Rummenigge nennt es treffend „das Spiel der Spiele, das vorgezogene Finale“.
13 Mal haben bisher die Spanier gewonnen – und 12 Mal der FC Bayern, zuletzt beim brillanten 2:1 im Hinspiel in Madrid, auch dank der perfekten Strategie von Vincent Kompany und dank Torwart-Hexer Manuel „GOAT“ Neuer. Der Mittwoch ist also ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben und im ewigen Duell auf 13:13 auszugleichen.
Natürlich gibt es in der 50-jährigen Historie gegen Real Momente des Schmerzes, bittere Rückschläge wie zuletzt das Halbfinal-Aus 2024. Doch zwischen 1976 und heute wurden Legenden geboren und Geschichten geschrieben, die für immer bleiben. Wir erzählen sie – als Inspiration für einen großen Europacup-Abend am Mittwoch.
Bis 1976 gehen sich der FC Bayern und Real Madrid erfolgreich aus dem Weg. Erst vor genau 50 Jahren kommt es im Landesmeister-Halbfinale zum deutsch-spanischen Showdown. Und da gilt für Real: Beim ersten Mal tut’s noch weh!
Vor dem Hinspiel in Madrid ist in Spanien Aufbruchstimmung zu spüren. Die Diktatur unter General Franco ist überwunden, die Haare sind lang. Am längsten trägt sie vor 111.000 Zuschauern im alten Bernabéu ein blonder Deutscher. Günter Netzer zieht die Fäden im Real-Mittelfeld. Er findet in der 9. Minute Daniel Martínez, sogar Franz Beckenbauer schaltet zu langsam – und Dettmar Cramers Bayern sind 0:1 hinten.
Doch dann – wer sonst? – kommt Gerd Müller. Seinen Ausgleich in der 43. Minute sehen nur die Fans im Stadion. Die Fernsehzuschauer bleiben im Dunkeln. Ein spanischer Kameramann trauert einer vergebenen Real-Chance so lange nach, dass er den Konter verschläft. Als er aufwacht, rollt der Ball schon über die Linie. Das erste Bayern-Tor im Bernabéu bleibt der Nachwelt auf ewig vorenthalten.
Nach dem 1:1-Endstand ist die Stimmung so aufgeheizt, dass ein frustrierter Fan den Platz stürmt und sowohl den österreichischen Schiedsrichter Erich Linemayr als auch Gerd Müller mit einem Faustschlag niederstreckt. Erst Sepp Maier kann den wildgewordenen Ultra stoppen und kassiert ihn ein.
Die Antwort folgt im hitzigen Rückspiel im Olympiastadion, als ein gottlob nicht mehr niedergeschlagener Gerd Müller die Spanier beim 2:0 mit zwei Toren „wegbombert“. Es ist eine bittere Rückkehr von Reals Paul Breitner an seine ehemalige – und künftige – Wirkungsstätte.
Gerd, der Herr der Strafräume, macht den Weg frei fürs Finale in Glasgow – in dem der FC Bayern, spielerisch nicht brillant, aber effektiv, AS Saint-Étienne durch ein Tor von Bulle Roth 1:0 besiegt. Es ist der dritte Landesmeister-Cup in Folge für den FCB – aber auch der letzte Henkelpott für die nächsten 25 Jahre.
Es gibt Pokale – und es gibt die „Trofeo Santiago Bernabéu“. Als der FC Bayern 1979 die Premiere dieses Einladungsturniers 2:0 gegen Ajax Amsterdam gewinnt, müssen die Torschützen Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge beim Stemmen der Trophäe tief durchatmen. 1,70 Meter hoch, 64 Kilogramm schwer, mit der Büste von Real-Gründer Bernabéu an der Spitze – es ist bis heute der größte Pokal in der stolzen Sammlung des FC Bayern.
So gewaltig ist das Stück, dass es für den Heimflug auseinandergebaut werden muss. Doch über die Jahrzehnte verstaubt der Riese im Keller und droht als Schrott zu enden. Gerettet wird er schließlich von Uwe Richter, einem Bayern-Fan aus Sachsen. In 450 Stunden mühsamer Kleinarbeit restauriert er den Schatz in seiner Werkstatt. Heute glänzt der Riese im Bayern-Museum – nicht der wichtigste Pokal, aber der mächtigste und pompöseste.
Beim zweiten Mal tut’s auch noch weh – vor allem für Real, aber auch für uns. Denn das Halbfinal-Hinspiel 1987 im Olympiastadion ist eine rechte Hackerei. Die Madrilenen gehen deftig zur Sache. Klaus Augenthaler erinnert sich lebhaft: „Einer rammte mir seinen gestreckten Fuß mit voller Wucht an die Brust.“ Auges Antwort wird legendär: Er geht auf die Knie und formt mit den Fingern Stierhörner. Seine Botschaft an die wütenden Spanier: „Das ist kein Stierkampf!“
Doch die Bayern zeigen ihre „Mia san Stier“-Mentalität. Sie erlegen Real regelrecht mit 4:1. Lothar Matthäus trifft doppelt, während die Königlichen vor Frust zwei Rote Karten kassieren.
Das Rückspiel im Bernabéu wird zur Reifeprüfung vor 103.000 Zuschauern. Klaus Augenthaler sieht nur drei Minuten nach seinem Eigentor Rot – weil er Hugo Sánchez in der 30. eine „Watschn auf den Hinterkopf“ verpasst. Real stürmt eine Stunde lang, probiert alles. Doch im Tor steht Jean-Marie Pfaff, die „Katze von Belgien“, und liefert das beste Spiel seiner Karriere.
Trotz 0:1-Niederlage ziehen die Bayern ins Finale gegen den FC Porto ein. Die „Bestia Negra“ ist endgültig geboren. Jetzt heißt es „Vienna calling“. Bayern schafft es nach Wien – leider zur bitteren Niederlage mit Rabah Madjer und seiner schicksalhaften Hacke.
2001 lautet das Halbfinal-Motto: „Real? Egal, Hauptsache Mailand!“ Die Bayern sehnen sich zwei Jahre nach dem Drama von Barcelona nach dem Endspiel, nach dem ersten Henkelpott nach 25 Jahren Dürre.
Beim Hinspiel in Madrid gibt Ottmar Hitzfeld nach dem 1:0 durch Giovane Élber in der 55. Minute den Rückzugsbefehl. Er setzt in der letzten halben Stunde auf Defensive und bringt die Spanier zur Verzweiflung. „Die Bayern haben die Berliner Mauer wieder aufgebaut“, hadert die Zeitung El Mundo. Luis Figo klagt, er habe „noch nie so viele Verteidiger auf einmal gesehen“.
Ein Tor Vorsprung für die cleveren Bayern beim Hinspiel in Madrid und danach das Weiterkommen in München – so wollen wir das auch 2026 sehen!
Im Rückspiel 2001 fehlt der gesperrte Leitwolf Stefan Effenberg. Die Stunde schlägt für einen 20-jährigen Youngster: Owen Hargreaves. Vor dem Spiel fragen sich alle noch: „Do you know Hargreaves?“ Nach 90 Minuten kennt ihn ganz Europa.
Der junge Engländer grätscht, rennt und begeistert, so dass die Daily Mail schreibt: „Englands Fußball hat zum ersten Mal seit 1966 Grund, Deutschland dankbar zu sein.“ Jens Jeremies, der sich trotz schwerer Knieprobleme für das Team opfert, macht mit dem 2:1 den Deckel drauf. „Bayern ist größer als Real“, urteilt der Corriere della Sera. Zumindest 2001 – als beim Finale gegen Valencia Elfmeter-Held Oliver Kahn den Pott festhält.
Das „Finale dahoam“ überstrahlt 2012 für die Bayern von Jupp Heynckes alle anderen Saisonziele. Nach einem 2:1-Hinspielsieg in der Allianz Arena durch Franck Ribéry und Mario Gómez geht acht Tage später in Madrid zunächst alles schief. Cristiano Ronaldo trifft in der ersten Viertelstunde doppelt, das Aus im Halbfinale droht. Doch Arjen Robben verkürzt in der 27. Minute per Elfmeter. Vom Punkt geht es dann auch in den ultimativen Showdown beim Elfmeterschießen.
Dort wird Manuel Neuer zum unüberwindbaren Hindernis. Er pariert bravourös gegen Ronaldo und Kaká. Nachdem Sergio Ramos den Ball in den spanischen Nachthimmel jagt, hat Bastian Schweinsteiger die Entscheidung auf dem Fuß. Er trifft – München, wir kommen! Und Arjen Robben feiert: „Für uns ist es nahezu unbeschreiblich, dass wir das Endspiel im eigenen Stadion haben.“
Dass die Herzensangelegenheit dann zur Herzkasperlangelegenheit wird, ist eine andere Geschichte. Doch bis zum Happy End in Wembley dauert es nur noch ein Jahr.
Über den Autor: Unser Kolumnist, der „Balkonpoet“, war schon vor der WM 1974 als kleiner Münchner Bub überzeugt: „Der FC Bayern wird Weltmeister – weil da Franz Beckenbauer und Gerd Müller mitspielen.“
Gut, den Unterschied zwischen Vereinsfußball und Nationalelf musste er noch lernen. Aber an seiner Grundüberzeugung hat sich nichts geändert: Ein Spiel dauert 90 Minuten, und am Ende gewinnt der FC Bayern. Zumindest meistens.
In den Säbener Stories verbindet er jahrzehntelange Bayern-Leidenschaft mit einem amüsanten und unterhaltsamen Blick auf die Mannschaft von heute. Pack ma’s, Vincent!









































