VfL Osnabrück
·18 janvier 2026
„Das kann nicht jeder so“ – Der Auswärtssieg gegen Aachen in Zahlen

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·18 janvier 2026

Offensiv effizient, defensiv stabil: Eindrucksvoll ist der VfL Osnabrück mit einem 3:0-Auswärtssieg gegen Alemannia Aachen in das Fußballjahr 2026 gestartet. Grundlage des Osnabrücker Erfolgs waren dabei eine erneut äußerst starke Defensive, hohe Intensität in den Zweikämpfen sowie herausragende individuelle Leistungen in der Offensive.
Während die Gastgeber ihr Vereinsjubiläum feierten, war auch auf Seiten des VfL die Partie eine besondere. So absolvierte Lukas Jonsson sein 50. Pflichtspiel für den VfL Osnabrück und blieb dabei bereits zum zehnten Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Dabei begann die Begegnung für den schwedischen Schlussmann mit einem frühen Fehlpass, der zur ersten Torchance der Alemannia führte. Doch Jonsson machte seinen Fehler mit einer starken Parade gegen Lars Gindorf sofort wieder wett. Und auch nach der Osnabrücker Führung blieb er hochkonzentriert und rettete mit einer weiteren Glanzparade gegen Mika Schroers, der plötzlich frei vor ihm auftauchte, die weiße Weste.
In der Defensivkette vor dem Keeper stand Yigit Karademir nach überzeugenden Leistungen in den Testspielen gegen Rot-Weiß Oberhausen und den FC Schalke 04 zum neunten Mal in dieser Saison in der Startelf. Zuvor hatte der 21-jährige Innenverteidiger zuletzt am 11. Spieltag beim Heimspiel gegen Hoffenheim II von Beginn an gespielt. Das Vertrauen von Trainer Timo Schultz zahlte Karademir am gestrigen Nachmittag mit einer durchweg souveränen Leistung zurück. Besonders in der Spieleröffnung wusste der 21-Jährige zu überzeugen und erreichte eine Passquote von 87,9 Prozent – der zweitbeste Wert unter allen Osnabrücker Startelfspielern. Auch in den Zweikämpfen präsentierte er sich stabil und kam mit 62,5 Prozent auf einen überdurchschnittlichen Wert.
Aber auch seine Nebenmänner in der defensiven Dreierkette legten eine souveräne Leistung an den Tag. Mit einer Zweikampfquote von 68,8 Prozent wies Kapitän Jannik Müller den besten Wert aller Osnabrücker Startelfspieler auf. Dass die Aachener vor allem über ihre rechte Seite die Offensivaktionen suchten, zeigen die Werte von Niklas Wiemann, der auf der linken Innenverteidigerposition agierte. Mit 57 Ballaktionen verzeichnete der 26-Jährige die meisten Ballkontakte aller VfL-Spieler. Mit 21 geführten Zweikämpfen stand Wiemann auch in dieser Statistik an der Spitze und unterstrich damit seine hohe Präsenz und Robustheit im Defensivverbund. Allgemein präsentierte sich der VfL zum Rückrundenauftakt extrem zweikampfstark. Mit einer Zweikampfquote von 55,7 Prozent erzielten die Lila-Weißen den besten Wert des gesamten bisherigen Spieltags. Ein Sonderlob für die Defensivakteure sprach auch Robin Meißner im Interview bei VfL-TV nach dem Spiel aus: „Wir waren defensiv wieder so stabil. Was die Jungs dahinten wieder rausgeköpft und geklärt haben, war überragend. Das ist eben auch das, was uns über die Saison stark macht, um hinten raus die Spiele zu ziehen. Von daher ein Kompliment an die Jungs hinten.“
Im Mittelfeld war Bjarke Jacobsen erneut ein zentraler Faktor. Der Däne erzielte mit 88,5 Prozent die beste Passquote aller Osnabrücker Startelfspieler und spulte mit 11,4 Kilometern einmal mehr die längste Laufdistanz im Team ab. Seine starke Gesamtleistung krönte Jacobsen zudem mit der Vorlage zum 3:0, womit er sowohl defensiv als auch offensiv entscheidenden Einfluss auf das Spiel nahm.
Den ersten Treffer des Tages erzielte jedoch bekanntermaßen Bryan Henning, der zuletzt Ende September beim 0:0 gegen Viktoria Köln in der Startelf gestanden hatte. Bereits nach sieben Minuten beförderte der 30-Jährige nach Vorlage von Robin Meißner das Spielgerät punktgenau ins lange Eck zur Osnabrücker Führung. Dabei handelte es sich um das früheste Tor seiner bisherigen Laufbahn. Bemerkenswert: Seine drei vorherigen Treffer für den VfL waren allesamt erst nach der 75. Minute gefallen. Und auch beim zweiten Treffer war Henning direkt beteiligt. Wie genau der Ball am Ende im Tor landete, weiß der vermeintliche Torschütze selbst nicht mehr, wie er am Mikrofon von VfL-TV erklärte: „Ich weiß es auch nicht zu hundert Prozent. Ich stehe ganz gut und kriege auch noch einen Schubser von hinten. Ich versuche irgendwie, meinen Körper reinzudrücken – ob es jetzt mein Kiefer, meine Brust oder was auch immer war, das weiß ich jetzt nicht. Aber zum Glück ist er drin gelandet.“ Da wird es dem Mittelfeldakteur am Ende auch egal sein, dass der DFB in seiner Datenbank den Treffer als Eigentor von Gegenspieler Lukas Scepanik wertete.
Viel mehr hob Henning ohnehin die herausragende Vorarbeit seines Mitspielers Robin Meißner hervor: „Ich glaube, das kann nicht jeder so. Das macht er schon richtig gut.“ Mit zwei Vorlagen und einem eigenen Treffer war Meißner an allen drei Treffern des VfL Osnabrück direkt beteiligt und avancierte folgerichtig gegen die Alemannia zum Matchwinner. Über seine Vorlage zum 2:0 sagte der 26-Jährige im Interview bei VfL-TV: „Lars [Kehl] hat gesehen, dass ich da ein bisschen Wiese vor mir hab, und dann spielt er mir in den Lauf. Ich setze mich gegen die drei durch, sehe aber aus dem Augenwinkel, dass Breezy auf den ersten Pfosten läuft. Ich versuche, ihn anzuspielen, in dem Fall hoch auf die Brust oder was auch immer. Aber ich bin sehr zufrieden, dass es am Ende geklappt hat und dass der Ball reinfällt.“
Auffällig bleibt, dass Meißner seine nun sechs Saisontore für den VfL bislang ausschließlich in Auswärtsspielen erzielt hat. Mit seiner gestrigen Leistung schoss er die Lila-Weißen an die Tabellenspitze der Auswärtstabelle und war nun an zehn der insgesamt 20 Osnabrücker Auswärtstore in dieser Saison beteiligt. „Wie der die Bälle festmacht, wie er anläuft, welche Chancen er sich selbst herausspielt und auflegt, das ist sensationell. Ich bin mega froh, dass ich ihn bei mir in der Truppe habe und bin mir sicher, dass er mehr Tore in der Rückserie schießen wird als in der Hinserie“, fand auch Timo Schultz bei Magenta Sport wertschätzende Worte für den Offensivakteur. Der Cheftrainer sorgte in der 81. Spielminute durch die Einwechslung von Robert Tesche zudem für einen historischen Augenblick in der Vereinsgeschichte des VfL Osnabrück. Denn mit 38 Jahren, sieben Monaten und 21 Tagen ist der Routinier hinter Walter Bulik (43 Jahre, drei Monate und zwölf Tage) nun der zweitälteste Spieler der VfL-Historie.
Dessen Erfahrung können die Lila-Weißen sicherlich auch am kommenden Wochenende gebrauchen. Schließlich ist mit dem TSV 1860 München ein weiterer Aufstiegsaspirant am Sonntag an der Bremer Brücke zu Gast (Anpfiff: 16:30 Uhr). Die Motivation der Osnabrücker ist nach dem Auftaktsieg im neuen Jahr nun riesig, wie Bryan Henning betont: „Wir haben da noch eine Rechnung offen. Ich fand das Hinspiel etwas unglücklich. Ich sehe uns da zu Hause auf jeden Fall auch sehr stark. Und ich habe Bock aufs Spiel.“ Auch Robin Meißner blickt voraus: „Heimspiel an der Bremer Brücke. Da gehen wir mit einer breiten Brust rein.“ Und auch bei den Fans ist die Vorfreude auf den ersten Brückentag des Jahres groß. So sind nur noch 1.000 Tickets für das Spiel gegen die Münchner Löwen im Online-Ticketshop erhältlich.
Text: Jendrik Greiwe Fotos: Jonas Jürgens & Fabian Frommeyer


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