DFB-Frauen
·3 juin 2026
Marie Müller: "Alle Mühen haben sich ausgezahlt"

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·3 juin 2026

Marie Müller ist zurück. Nachdem sich die 25-Jährige Anfang des vergangenen Jahres einen Kreuzbandriss zugezogen hatte, ist die Spielerin der Portland Thorns FC aus den USA nun erstmals wieder im Kader der der Frauen-Nationalmannschaft. Am Freitag (ab 20.35 Uhr, live in der ARD) geht es gegen Verfolger Norwegen in Köln und am Dienstag (ab 18 Uhr, live im ZDF) in Ljubljana gegen Slowenien um das Direktticket für die WM 2027 in Brasilien. Müller spricht im DFB.de-Interview über ihre Gefühle beim Comeback und ihren Traum vom Debüt im Nationaltrikot.
DFB.de: Marie Müller, wie fühlt es sich an, wieder da zu sein?
Marie Müller: Es fühlt sich unglaublich gut an. Als ich die Info bekommen habe, dass ich eingeladen bin, habe ich mich wahnsinnig gefreut. Ich kann es kaum in Worte fassen. Ich musste spontan an meinen Kreuzbandriss und die harte Zeit danach denken. Jetzt weiß ich, dass sich alle Mühen ausgezahlt haben.
DFB.de: Wie haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?
Müller: Ich habe eine WhatsApp von Christian Wück mit der Bitte um Rückruf bekommen. Da ging direkt mein Puls hoch. Ich war blöderweise gerade im Bürgeramt in den USA und konnte nicht direkt zurückrufen. Nachdem ich dort fertig war, bin ich sofort ins Auto geeilt und habe ihn von dort zurückgerufen. Erst haben wir uns verpasst. Er hat dann zurückgerufen und mir die tolle Botschaft persönlich übermittelt.
DFB.de: Kam die Einladung für Sie überraschend?
Müller: Ich habe natürlich gehofft, dass es dazu kommen wird. Aber ich war mir trotzdem nie sicher, dass es auch wirklich klappt. Umso größer waren meine Freude und meine Erleichterung, als ich die Botschaft bekommen habe.
DFB.de: Wie haben Sie die Zeit nach dem Kreuzbandriss erlebt?
Müller: Im Februar 2025 ist das passiert. Ich war nachnominiert worden und erstmals im Kreis der Nationalmannschaft dabei. Ich war meinem Traum von meinem Länderspieldebüt so nah wie noch nie. Und dann reiße ich mir im ersten Training wie aus dem Nichts das Kreuzband. Das war schon ziemlich bitter. Mein Kopf war dann erstmal völlig leer, weil ich wusste, dass ich gerade die Chance meines Lebens verpasse.
DFB.de: Die aber dann jetzt doch wieder da ist.
Müller: Ich habe die ganze Zeit an die Nationalmannschaft gedacht. Der Traum war erst mal geplatzt, aber ich habe ihn nie aufgegeben. Und jetzt bin ich wieder hier. Es fühlt sich großartig an. Das nochmal erleben zu dürfen, war ein Ansporn für mich auch in schwierigen Momenten. Für die Nationalmannschaft zu spielen, ist das Größte, was man als Fußballerin erreichen kann.
DFB.de: Wie haben Sie die ersten beiden Tage in Köln erlebt?
Müller: Sehr aufregend. Der erste Tag war etwas komisch. Ich war nervös und bestimmt auch etwas schüchtern. Aber ich bin super aufgenommen worden. Jetzt fühle ich mich richtig wohl. Gut ist natürlich, dass ich viele der Mädels noch aus meiner Zeit in Deutschland kenne. Die Zeit bis jetzt war super.
DFB.de: Nun geht es am Freitag in Köln zunächst gegen Norwegen. Wie erwarten Sie die Gegnerinnen?
Müller: Es ist ein sehr wichtiges Spiel. Wir wollen mit einem Sieg die WM-Qualifikation vorzeitig perfekt machen. Aber die Norwegerinnen sind ein starker Gegner. Wenn wir allerdings unsere Qualitäten auf den Rasen bringen, werden wir das Spiel gewinnen.
DFB.de: Am Dienstag steht dann schon die Partie in Ljubljana gegen Slowenien auf dem Programm.
Müller: Im besten Fall sind wir dann schon qualifiziert. Wichtig ist aber so oder so, dass wir auch da wieder 100 Prozent geben. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Jetzt zählt erstmal nur Norwegen. Danach schauen wir weiter.
DFB.de: Der nächste große Traum müsste es nun sein, die ersten Minuten im Nationaltrikot zu sammeln.
Müller: Das wäre natürlich fantastisch. Aber ich muss auch sagen, dass ich erstmal einfach nur froh bin, wieder dabei sein zu dürfen. Ich lerne gerade die ganzen Abläufe kennen und versuche, mich anzubieten. Wenn ich dann Spielzeit bekomme, wäre das toll. Grundsätzlich nehme ich aber die Rolle an, die gebraucht wird. Ich bin glücklich, dass das Knie wieder gesund ist und ich hier sein darf.
DFB.de: Sind Sie also wieder bei 100 Prozent?
Müller: Auf jeden Fall. In den USA läuft die Saison. Ich bin voll im Rhythmus und habe keine Probleme mehr. Ich fühle mich gut und freue mich auf alles, was kommt.
DFB.de: Sie sind seit zweieinhalb Jahren beim Portland Thorns FC. Wie haben Sie die Zeit dort erlebt?
Müller: Es war ein großer und auch mutiger Schritt. Aber ich habe ihn zu keinem Zeitpunkt bereut. Das ganze Land lebt für den Sport, egal ob Fußball, Basketball oder andere Sportarten. Alles wird super gehyped. Wir haben Heimspiele vor 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Das ist schon sehr besonders. Ich liebe es. Die Menge treibt einen an. Das technische und taktische Niveau ist in Deutschland höher, in den USA ist dafür alles sehr athletisch. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen.
DFB.de: Mit Kathrin Hendrich, Ann-Katrin Berger und Melissa Kössler spielen weitere Nationalspielerinnen in den USA. Haben Sie sich schon ausgetauscht?
Müller: Ja, klar. Wir haben schon gesprochen. Es ist ganz spannend zu hören, wie die anderen die Situation dort erleben.
DFB.de: Was haben Sie menschlich aus den zweieinhalb Jahren schon mitgenommen?
Müller: Ich bin ohne große Erwartungen in den USA gegangen. Umso schöner ist es, dass sich wirklich alles sehr positiv entwickelt hat. Es ist eine andere Kultur und eine andere Mentalität. Aber ich bin dort mittlerweile wirklich angekommen. Ich habe mir ein Umfeld geschaffen, das für mich perfekt passt.







































