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·2 mai 2026

Nur zwei Jahre nach Drittliga-Meisterschaft: Ulm steigt ab

Image de l'article :Nur zwei Jahre nach Drittliga-Meisterschaft: Ulm steigt ab

Der Abstiegskampf ist entschieden! Nach Schweinfurt, Aue und Havelse steht mit dem SSV Ulm der vierte Absteiger in die Regionalliga fest. Durch die 0:2-Niederlage gegen Viktoria Köln liegen die Spatzen vor den letzten beiden Spieltagen weiterhin acht Punkte hinter dem rettenden Ufer, was nicht mehr aufzuholen ist. Damit geht es für den SSV genauso schnell wieder runter wie es einst nach oben gegangen war.

Viele Missverständnisse

Gerade mal zwei Jahre ist es her, als sich der SSV zum Meister der 3. Liga krönte – als Aufsteiger wohlgemerkt. Zusammen mit Preußen Münster feierten die Ulmer einen historisch bislang einmaligen Doppeldurchmarsch in die 2. Liga. Doch während sich die Adlerträger – zumindest für eine weitere Saison – im Bundesliga-Unterhaus halten konnten, ging es für die Spatzen auf direktem Wege wieder zurück. Ein XXL-Umbruch im Kader war die Folge, während Trainer Robert Lechleiter und Markus Thiele weitermachen durften – ein großes Missverständnis. So wurde Lechleiter nach nur sechs Punkten aus den ersten sechs Partien freigestellt, Thiele musste Mitte November gehen.


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Aber nicht alleine, sondern zusammen mit Moritz Glasbrenner, den er zuvor als Nachfolger von Lechleiter installiert hatte. Doch genau wie bei Lechleiter lag Thiele auch hier daneben. Aus den ersten vier Partien unter der Leitung des 35-Jährigen holte der SSV zwar immerhin sieben Punkte, doch nachdem der vorherige U19-Coach zum Cheftrainer befördert worden war, gab es vier Niederlagen am Stück. So war für Glasbrenner nach nur acht Partien schon wieder Schluss – allerdings nicht nur aufgrund der schwachen sportlichen Bilanz, sondern auch wegen eines Brandbriefs von Johannes Reichert und Christian Ortag, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Württemberger mit nur 13 Punkten aus 14 Partien auf dem drittletzten Platz.

Dotchev steigt erstmals ab

Nach zwei Fehlgriffen schien mit Drittliga-Rekordtrainer Pavel Dotchev anschließend genau der richtige Coach gefunden zu sein. Doch auch unter dem 60-Jährigen besserte sich die Lage nicht – im Gegenteil. Mit nur neun Punkten aus den ersten zehn Partien, die der Deutsch-Bulgare allesamt gegen seine Ex-Vereine holte, gerieten die Spatzen immer tiefer in den Abstiegsstrudel – und fanden keinen Ausweg mehr. Von den 22 Ligapartien unter der Regie des 60-Jährigen konnte Ulm nur fünf gewinnen, zudem gab es vier Unentschieden. Auch im Landespokal war bei Viertligist Sonnenhof Großaspach Endstation.

Für Dotchev ist es der erste Abstieg seiner Trainerlaufbahn, nachdem seine bisherigen Rettungsmissionen – etwa in Duisburg oder Aue – allesamt geglückt waren. Mehrfach hatte er den SSV als die schwierigste Aufgabe seiner Laufbahn bezeichnet. Es sagt viel aus, dass nicht mal der erfahrenste Drittliga-Trainer die Wende eingeleitet bekam. Insgesamt steht der SSV nach 36 Partien bei lediglich 32 Punkten. Ende Oktober waren die Ulmer erstmals unter den Strich gerutscht – und haben die Abstiegszone seitdem nicht mehr verlassen. Zwar kam Ulm zuletzt mal auf sieben Punkte ran, musste dann aber wieder Rückschläge hinnehmen.

Als siebter Verein durchgereicht

Nachdem die Spatzen binnen zwei Jahren von der Regionalliga in die 2. Liga aufgestiegen waren, geht es genauso schnell zurück in die Regionalliga. Der SSV ist bereits der siebte Verein, der aus dem Bundesliga-Unterhaus direkt in die Regionalliga durchgereicht worden ist. Zuletzt war dieses Schicksal den Würzburger Kickers in der Saison 2021/22 widerfahren. Ulm steht nun wieder einmal vor einem großen Umbruch.

Anleiten soll diesen künftig Murat Isik, der als Sportdirektor fungiert. Der 50-Jährige folgt auf Stephan Schwarz, der als Thiele-Nachfolger nach nur drei Monaten wieder ging.  "Zeitnah", wie es heißt, soll auch noch ein Leiter Lizenzmannschaft & Scouting präsentiert werden. Und auch ein neuer Trainer wird kommen, da es für Dotchev nicht mehr weitergeht. Dem Vernehmen nach wird Stuttgarts U17-Coach Daniel Jungwirth seine Nachfolge antreten.

Wiederaufstieg nicht im ersten Jahr?

Ob dann der direkte Wiederaufstieg gelingt? Vorstand Robert Holzer sprach am Donnerstag zwar davon, dass dieser "so schnell wie möglich" vonstattengehen soll, betonte aber auch, dass er "vermutlich nicht im ersten Jahr" gelingen werde. Schließlich brauche die neue Mannschaft Zeit, zudem soll ein "stabiler Weg" geebnet werden, um nicht direkt wieder abzusteigen. Klar ist aber: Bis zur Rückkehr in den Profifußball soll es nicht wieder 22 Jahre dauern, wie nach dem Abstieg aus der 2. Liga im Jahr 2001, als es in Folge von mehreren Insolvenzen sogar bis in die Oberliga runterging. Kurios: Auch seinerzeit war Ulm zweimal hintereinander auf- und dann wieder abgestiegen.

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