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·28 Juli 2026

Aspachs Sportvorstand Ferber im Interview: "Wir haben keinen Druck"

Gambar artikel:Aspachs Sportvorstand Ferber im Interview: "Wir haben keinen Druck"

Die erfolgreichen letzten Jahre mit dem Durchmarsch von der Oberliga in die 3. Liga sind für Michael Ferber alles – nur kein Grund, um sich zurückzulehnen. Die Kaderplanung hält den Sportvorstand von Drittliga-Rückkehrer SG Sonnenhof Großaspach auch, wie er selbst verrät, an den Wochenenden am Schreibtisch. Im Interview mit liga-3-online.de spricht Ferber über ein gelebtes Dorfklub-Image, einen Königstransfer und die Zusammenarbeit mit Ex-Profi Julian Schieber.

"Der Kader steht zu 90 Prozent"

liga-3-online.de: Herr Ferber, die SG Sonnenhof Großaspach ist nach sechs Jahren zurück in der 3. Liga – wo ordnen Sie persönlich diesen Erfolg innerhalb der jüngeren Vereinsgeschichte ein?


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Michael Ferber: Wir waren sechs Jahre abstinent, 2020 sind wir abgestiegen, für viele Außenstehende sind wir nun überraschend wieder zurückgekehrt. Für uns ist das was ganz Besonderes, der Durchmarsch von der fünften in die dritte Liga war unerwartet, und wir sind umso stolzer, dass wir das erreicht haben. Das ist etwas Einmaliges!

Die Drittliga-Saison beginnt aufgrund der WM in den USA, Kanada und Mexiko erst am 7. August, doch die Kaderplanungen laufen auch in Großaspach schon länger. Wie sehen Sie die Rollen der bisherigen Neuzugänge?

Genau, diese Planungen laufen bei uns schon seit Wochen auf Hochtouren, glücklicherweise konnten wir den Kader zusammenhalten, entsprechend haben wir die Mannschaft beisammen. Es gab keinen großen Umbruch, wir haben versucht, uns in der Breite zu verstärken. Der Kader steht zu 90 Prozent, aber auf ein oder zwei Positionen suchen wir noch Spieler, was gleichzeitig aber auch bedeutet, dass wir uns auch noch von dem einen oder anderen Spieler trennen werden.

Welche Positionen sind das konkret?

Auf der Sechserposition und der Mittelstürmerposition suchen wir noch nach Verstärkungen, da sind noch zwei Kaderplätze offen. Wir beobachten den Markt, es muss aber menschlich und auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen her passen.

Mit Tim Rossmann von Fortuna Düsseldorf haben Sie laut transfermarkt.de den mit einer Million Euro Marktwert "wertvollsten Zugang der Vereinsgeschichte" ablösefrei geholt. Das klingt nach einem Coup…

(lacht) Wenn wir den Marktwert mal außen vorlassen, dann haben wir mit Tim Rossmann für die linke, offensive Außenbahn jemanden gesucht, der uns helfen kann. Er war durch den Abstieg der Fortuna überraschenderweise vertragsfrei.

"Wenn wir es schaffen, …"

Welche Rolle kann gerade ein Spieler wie Tim Rossmann innerhalb der Mannschaft einnehmen?

Wenn man seine Karriere anschaut, hatte er das eine oder andre Mal mit Verletzungen zu kämpfen (u. a. mehrere, schwere Muskelverletzungen; d. Red.), aber er passt aufgrund des regionalen Bezugs sehr gut zu uns. Tim kommt aus Bietigheim-Bissingen, 25 Kilometer von Aspach entfernt. Wir sind sicher, dass er der Mannschaft helfen und Verantwortung übernehmen kann.

Wie schwer wiegen die Abgänge? Sie haben an Offensivpower eingebüßt, insbesondere durch die Abschiede von Mert Tasdelen und Michael Kleinschrodt, zwei Ihrer vier besten Torschützen in der Regionalliga Südwest…

Ja, das sind auf jeden Fall Verluste für uns, wir hätten gerne mit beiden weitergemacht, die Wege haben sich aus unterschiedlichen Gründen getrennt. Sie haben es richtig gesagt: Wir hatten letztes Jahr sehr viel Offensivpower, wir hoffen, dass wir diese beiden Spieler adäquat ersetzen können, vor allem durch Tim Rossmann. Fabian Eisele (22 Regionalliga-Tore in 33 Spielen 2025/2026; d. Red.) konnten wir halten. Mit Marlon Fass haben wir einen Spieler geholt, den wir länger beobachtet haben und mit dem wir einen interessanten Neuzugang gewonnen haben.

Ein prominenter Name hinter den Kulissen der SG Sonnenhof Großaspach ist Ex-Bundesligaprofi Julian Schieber als sportlicher Leiter. Was können Sie bisher über die Zusammenarbeit mit Julian Schieber sagen?

Julian Schieber ist schon länger im Verein, er war U17 und U19 Trainer und auch Nachwuchskoordinator bei den Stuttgarter Kickers. Wir haben uns kennengelernt, die Wege haben sich dann kurzzeitig getrennt, weil es bei ihm familiär nicht mehr gepasst hat. Es kam nun so, dass wir die Stelle des sportlichen Leiters neu zu vergeben hatten. Als Backnanger kennt Julian den Verein gut, er bringt ein gutes Netzwerk mit als Ex-Profi und er ist ein absoluter Gewinn für uns. Julian hat viel im Fußball erlebt, seine Erfahrung ist ein Riesen-Mehrwert für uns. Er kann ein sehr, sehr guter Faktor sein, um die Jungs zu unterstützen zu begleiten.

Mit der SG Sonnenhof Großaspach kommt der selbst ernannte Dorfklub zurück in die 3. Liga – Sie pflegen dieses Image bewusst. Wie sind der Begriff und den damit verbundenen Eindruck im Bezug auf die gesamte Marke SG Sonnenhof Großaspach zu bewerten?

Ja, wir pflegen es bewusst, weil es zu 100 Prozent so ist. Wir bauen eine Marke auf, die Gegebenheiten vor Ort sind Dorfklub like, deswegen ist es so. Wir durften sechs Jahre dritte Liga spielen und sind professionell aufgestellt. Wenn wir es schaffen, in diesem Jahr die Klasse zu halten, haben wir die Gegebenheiten, um uns mittelfristig in der 3. Liga zu etablieren.

"Es geht nichts kaputt, wenn …"

Also steht der Klassenverbleib über allem?

Der Klassenerhalt ist das Ziel, das wir haben. Aber: Wir wollen dieses Dorfklub-Image auch leben. Wir sind trotz dieses Erfolges nun nicht dabei, unsere Werte und unser Image hinter uns zu lassen. Das ist nicht unser Ansinnen.

Sondern?

Unsere klare Stärke ist die regionale Verwurzelung, das werden wir auch in der 3. Liga so beibehalten. Der Dorfklub, das ist eine geschützte Marke, aber wir leben diesen Begriff auch, eben durch die Betonung des regionalen Aspekts.

Großaspach spielt zum Saisonstart gleich gegen zwei Mitaufsteiger, den SC Fortuna Köln und den SV Meppen. Ist das ein Vorteil oder kann man gerade in diesen Spielen mehr verlieren als gegen einen der Favoriten?

Ich persönlich hänge da nicht so viel rein in diesen Auftakt. Wir freuen uns, dass wir gegen Köln ein Heimspiel haben, das ist sicher ein Vorteil. Wir haben da aber keine Präferenzen, wir nehmen es wie es kommt.

Sie bringen eine Menge Kompetenz im Umfeld des Teams mit, interessante Neuzugänge, was wird es noch brauchen, um Großaspach in der 3. Liga zu halten?

Wir müssen mit dem Bewusstsein des größten Außenseiters in die Saison gehen, zusammen mit dem TSV Havelse werden wir wohl so auch gehandelt. Aber wir haben keinen Druck, für uns ist es etwas ganz Besonderes, wieder in der 3. Liga zu dabei zu sein. Wir sind ambitioniert genug, um zu sagen: Wir können die Klasse halten! Es geht aber nichts kaputt, wenn wir dieses Ziel verpassen. In den letzten zwei Jahren hatten wir eine sehr homogene Mannschaft. Es wird nur um die Kompaktheit gehen und wir müssen als Team funktionieren, das wird entscheidend sein.

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