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·5 Mei 2026
Der eigentliche Königstransfer des 1. FC Köln: Jakub Kaminski ist einer der Saisongewinner

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Redaktion
5 Mai, 2026
So richtig schlau wurden viele Fans aus der Auswechslung des Polen nicht. Jakub Kaminski ging am Samstag recht früh vom Platz. Klar, ein wenig heftete zuletzt das Pech an seinen Schuhen, doch der Außenspieler war sicher wieder ein Aktivposten. Auf die gesamte Saison betrachtet, ist Jakub Kaminski wohl die erfreulichste Entdeckung der Geißböcke – neben der überstrahlenden Entwicklung von Said El Mala. Das zahlt sich für den FC nun aus.
Jakub Kaminski ist einer der großen Gewinn der Saison
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Von Erik Stalleicken
Jan Thielmanns Meinung war schnell gefällt. „Kuba ist Weltklasse.“, lobte Jan Thielmann seinen Mitspieler nach dem furiosen 4:0 im Testspiel gegen Atalanta Bergamo im Sommer. „Mit dem werden wir noch viel Spaß haben“, prognostizierte der 23-Jährige. Und tatsächlich: Jakub Kaminski macht in Köln viel Spaß. Sehr viel. „Kuba“ hat sich zum absoluten Gewinner der Geißböcke gekrönt. Das war in der Form sicherlich nicht abzusehen. Anfang Juli 2025 verkündete der 1. FC Köln den Transfer des Polen. Thomas Kessler fand damals lobende Worte für das Profil des Offensivspielers und sprach von einer Soforthilfe mit Entwicklungspotenzial. Dennoch kam die Verpflichtung für einige Fans überraschend. Schließlich hatte Linton Maina nach einer starken Saison (27 Spiele, 14 Scorer) seinen auslaufenden Vertrag verlängert.
Außerdem wusste der Neuzugang bei seiner vorigen Station in Wolfsburg nicht wirklich zu überzeugen. Im Januar 2022 hatte sich der VfL Wolfsburg die Dienste des damals 19-Jährigen ab Sommer desselben Jahres gesichert und rund zehn Millionen Euro an Lech Posen überwiesen. Nach einer soliden ersten Saison mit vier Toren und drei Vorlagen in 31 Ligaspielen begannen die Probleme des Hoffnungsträgers. In den nächsten beiden Spielzeiten gelangen dem Flügelspieler in 39 Bundesligapartien, gerade einmal fünf Vorlagen und kein einziger Treffer. Dennoch waren die Kölner Verantwortlichen sowie Trainer Lukas Kwasniok überzeugt von seinen Fähigkeiten.
Zu Beginn der Saison deutete sich schon an, welches Potenzial der polnische Nationalspieler mitbringt. Er kristallisierte sich zu einem großen Gewinner der Vorbereitung heraus. Genau diesen Gedanken dürften auch die größten Kritiker nach dem Saisonstart gehabt haben. Die Leihgabe war direkt zu Beginn der Fixpunkt in der Kölner Offensive und avancierte nach den ersten fünf Spielen mit drei Toren zum besten Torschützen der Geißböcke. Auch in den folgenden Spielen zeigte der Sommerneuzugang gute Leistungen. Beim 4:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV wurde Kaminski dann erstmals als rechter Schienenspieler auf den Rasen geschickt. Selbst auf dieser Position steuerte er ein Tor und eine Vorlage bei und wurde somit zum Matchwinner. „Er ist unser bester Spieler.“, schwärmte Kwasniok nach der Partie. „Er kann auf der linken Schiene, er kann links vorne, er kann rechte Schiene, rechts vorne.“, lobte der Trainer die Variabilität seines Spielers.
Zeitgleich wurde der Hype um Youngstar Said El Mala immer größer. Und es stellte sich zunehmend die Frage, wie man die beiden individuell wohl besten Spieler, die sich beide auf dem linken Flügel zu Hause fühlen, gleichzeitig auf den Platz bekommen könnte. Die Variabilität des Allrounders wurde somit sein Fluch und Segen zugleich. Er startete folglich immer häufiger als Schienenspieler, da die Alternativen Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes verletzt ausfielen. Dadurch konnte man zwar beide Spieler unterbringen und die Problemposition besetzen, das jedoch sehr zum Leidwesen der Offensivqualitäten des 23-Jährigen. In den nächsten Wochen und Monaten blieben sowohl Siege als auch Scorer von Kaminski meist aus. Anfang März durfte der Ex-Wolfsburger nach längerer Zeit wieder offensiv starten. Dabei gelang ihm direkt ein Treffer gegen den BVB, doch das Spiel ging mit 1:2 verloren.
Auch der neue Cheftrainer René Wagner zählt wie sein Vorgänger auf den unermüdlichen Polen. Wieder in der Offensive angekommen, zeigte Kaminski seine Qualitäten mit Ball und tat dem zeitweise gehemmten Offensivspiel des FC sichtlich gut. Er kreierte viele Chancen sowohl für sich selbst als auch für seine Mitspieler. Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor aus den ersten fünf Spielen scheint dem 29-maligen Nationalspieler jedoch ein Stückchen abhanden gekommen zu sein. Sowohl gegen Bayer Leverkusen als auch bei Union Berlin ließ er gleich mehrere Chancen liegen und konnte seine engagierten Leistungen nicht krönen, womit der endgültige Klassenerhalt erst einmal vertagt wurde.
Nichtsdestotrotz ist die Leihgabe kaum noch aus der Kölner Mannschaft wegzudenken. Er stand in allen 32 Bundesligaspielen in der Startelf und absolvierte 29 davon über die volle Distanz. Mittlerweile kommt Kaminski auf sieben Tore und fünf Vorlagen und zählt zusätzlich zu den laufstärksten Spielern der Liga. Kaminski belegt in den Statistiken „Sprints“, „intensive Läufe“ und „Gesamtdistanz“ die Plätze zwei, drei und vier. Kein Wunder, dass er seinen Marktwert laut transfermarkt.de von fünf auf zwölf Millionen Euro steigerte. Wenig überraschend verkündete Thomas Kessler vor wenigen Wochen dann, dass man die Kaufoption in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro ziehen werde.
Das Aktivieren dieser Option heißt jedoch nicht zwingend, dass der Top-Transfer seinen Vertrag beim 1. FC Köln komplett erfüllen wird. Denn Kaminski macht keinen Hehl daraus, dass er eines Tages in der Premier League spielen will. Spätestens dann wollen Thomas Kessler und Co. ebenfalls kassieren – und das deutlich über Einkaufswert. Offenbar befindet sich im ausgehandelten Vertrag des Polen eine Ausstiegsklausel in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Sollte Kaminski den FC also verlassen, würden die Domstädter zumindest ordentlich abkassieren. Aktuell ist das jedoch kein Thema. Der Dauerbrenner betonte in mehreren Interviews, wie wohl er sich in der Stadt Köln und beim FC fühle. So könnten Jan Thielmanns Worte weiter Bestand haben.







































