Fussballnationalmannschaft.net
·15 April 2026
DFB-Frauen nach dem Österreich-Spiel: Was steckt hinter Trainer Wücks Kritik nach Deutschland-Sieg?

In partnership with
Yahoo sportsFussballnationalmannschaft.net
·15 April 2026

Nach dem dritten Spiel in der WM-Qualifikation bleiben die DFB-Frauen klar auf Kurs Richtung Endrunde. Der 5:1-Erfolg gegen Österreich wirkt auf dem Papier deutlich, doch Bundestrainer Christian Wück war mit dem Auftritt seiner Mannschaft keineswegs komplett zufrieden. Seine zurückhaltende Bank-Reaktion während der 90 Minuten passte damit zum Gesamtbild des Abends in Nürnberg.
Giulia Gwinn (Nr. 7) von der deutschen Frauen-Nationalmannschaft bereitet sich vor dem Anpfiff des WM-Qualifikationsspiels gegen Österreich auf den Einsatz vor. Die Mittelfeldspielerin schaut konzentriert auf ihr Handgelenk, während sich im Hintergrund Torfrau Ann-Katrin Berger (Nr. 1) aufwärmt. Das Spiel fand am 14. April 2026 im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg statt. Adam Pretty / Getty Images
Wück erhob sich nur selten von seinem Platz, große Gesten oder sichtbare Euphorie blieben aus. Auch bei den deutschen Treffern reagierte der 52-Jährige auffallend nüchtern – ein Kontrast zu den jubelnden Spielerinnen auf dem Rasen, der nicht zufällig war. Unmittelbar nach dem Abpfiff sprach der Bundestrainer im ZDF Klartext: „Ich war ehrlich gesagt nicht ganz zufrieden mit der Leistung von uns“, sagte er und ergänzte, dass „nur sehr wenige an ihre Leistungsgrenze gekommen sind“.
Über weite Strecken kontrollierte Deutschland zwar das Geschehen und erspielte sich mehrere Chancen, doch immer wieder schlichen sich Ungenauigkeiten in die Aktionen ein. Der Spielfluss stockte phasenweise, dazu fehlte es in einzelnen Szenen an der nötigen Präzision. Genau dort setzte Wücks Analyse an, denn trotz des klaren Resultats sah er deutlich Luft nach oben.
Später ordnete der Nationalcoach seine deutlichen Worte als „Jammern auf hohem Niveau“ ein. Gleichzeitig machte er klar, welchen Anspruch er an die Auswahl stellt: „Ich will jetzt nichts schlechtreden, aber ich weiß, was in der Mannschaft steckt“, erklärte Wück. Deutschland solle nicht nur gewinnen, sondern zu den besten Nationen gehören. „Wir wollen zu den Top-Nationen gehören“, sagte er. Dafür müsse ein Spiel wie das gegen Österreich nicht nur erfolgreich, sondern über 90 Minuten kontrolliert, effizient und „clever“ zu Ende gebracht werden.
Wücks Einordnung fand auch innerhalb der Mannschaft Zustimmung. Jule Brand, die sowohl traf als auch einen Treffer vorbereitete, sagte: „Es war nicht unser bestes Spiel.“ Sie sehe die Arbeit im Training und stimme ihrem Chefcoach darin zu, dass die Mannschaft noch mehr im Tank habe. Auch Spielmacherin Sjoeke Nüsken bewertete die Leistung lediglich als „durchwachsen“.
Rebecca Knaak brachte den gemeinsamen Maßstab schließlich auf den Punkt: „Unser aller Anspruch ist immer der höchste.“ Vor allem die erste Hälfte sei von Ballverlusten und einem fahrigen Auftritt geprägt gewesen. Trotzdem verwies die Innenverteidigerin auf den klaren Endstand, der sich für sie nicht wie eine Glanzvorstellung anfühlte, aber sehr wohl den eigenen Ehrgeiz widerspiegelte. „Es war keine Glanzleistung, aber dann trotzdem ein 5:1 zu haben und das sagen zu können“, meinte Knaak, „das zeigt, welchen Anspruch wir haben.“
Zugleich hob sie die Grundeinstellung hervor: „Wir haben vor dem Spiel gesagt – auch wenn es mal nicht hundertprozentig läuft –, wir erwarten keine Zauberleistung, aber die Einstellung muss stimmen und das haben wir heute trotzdem gezeigt.“
Ungeachtet der kritischen Töne bleibt die Ausgangslage eindeutig: Nach drei Partien führt Deutschland die Qualifikationsgruppe mit neun Punkten und 14:1 Toren an. Der Sieg gegen Österreich untermauert die Überlegenheit der DFB-Frauen, legt aber zugleich Baustellen offen, an denen weiter gearbeitet werden soll – womöglich schon mit dem Blick auf eine erfolgreiche WM 2027 in Brasilien.
Langsung









































