Vertikalpass
·24 April 2026
Ein Spiel, für immer in den Herzen der VfB-Fans

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·24 April 2026

Als nur noch wenige Sekunden zu spielen waren im Halbfinale gegen Freiburg, rannte Jamie Leweling jubelnd die linke Angriffsseite mit erhobenen Armen entlang. Ein verrückter Kerl. Ich bin mit erhobenen Armen heute morgen aufgestanden und mit erhobenen Armen ins Büro gegangen. Wenn mich jemand komisch anschaute, zeigte ich auf das Wappen meines VfB-Jäckles, das ich zur Feier des Tages trage. Einer lachte und rief mir mit geballter Faust „Wahnsinn“ zu.
Ein bisschen habe ich mich heute morgen wie Jamie gefühlt und Jamie wird sicher wie ich mit erhobenen Armen aufgestanden sein. Das zweite Mal in Folge das Pokalfinale erreicht zu haben ist ein erhabener Moment. Einmalig in der Geschichte des VfB. Einmalig auch, wie Tiago Tomàs das Siegtor schoss. Wie nennt man das, was er gemacht hat? Hacken-Volley? Beine verknoten?
Vorbereitet vom wenige Sekunden vorher eingewechselten Badredine Bouanani. Von beiden hatte man in dieser Saison mehr erwartet. Als es darauf ankam, lieferten sie, wurden zu den Matchwinnern. Und Tomàs erzielte das komplizierteste Tor des Abends. Deniz Undav, Chris Führich, Angelo Stiller und Bilal El Khannouss hätten es zuvor einfacher gehabt.
Dass es kein einfaches Spiel gegen Freiburg werden würde, war allen klar. Dass der SC jedoch dem VfB jegliche Lust am Spielen und Kombinieren nahm, überraschte dann doch. Die Ordnungsfanatiker aus dem Breisgau waren 40 Minuten die bessere Mannschaft und hatten ihre Momente, die sie allerdings nicht nutzen:
Maximilian Eggestein scheiterte früh an Alex Nübel, wenn er sich hätte fallen lassen, hätte es wohl Elfmeter gegeben. Kurz vor dem überragenden 1:1 durch Undav hatte Yuito Suzuki die Chance auf das 2:0. Und direkt am Anfang der Verlängerung pfiff der indiskutable Schiri Tobias Welz den Freiburgern ein Tor weg. Der VfB brauchte also auch Glück für den Finaleinzug, wenngleich er bei einem xG-Wert von 4,2 mal wieder viele Chancen ausließ.

Wie konnte Tomás seine Beine so verknoten, dass der Ball im Tor landete?
„Berauschend“ fand Fabian Wohlgemuth das Spiel. Damit meinte er natürlich den Spielverlauf und auch das phänomenale Ende mit einem Siegtorschützen, dem vermutlich alle dieses außergewöhnliche Highlight gönnen. Möglich wurde dies auch durch das Stadion. Es lief sich anfangs noch warm, eskalierte aber dann gegen Ende des Spiels. Die Zuschauer schrieen sich in einen Rausch, es war eine Willensleistung des Stadions – und der Mannschaft. Fans wie Spieler, die meisten kamen nach dem Spiel auf dem Zahnfleisch daher. Stiller konnte kaum mehr aufstehen, dass er die Arme zum Jubeln erhebt, daran war nicht zu denken. Dass ich heute meine Arme zum Jubeln heben kann – auch eine reine Willensleistung.
Der VfB zündete eine spektakuläre Schlussoffensive. Glaubte immer daran, das goldene Tor zu schießen, ließ sich nie von vergebenen Torchancen runterziehen. Auch die Zuschauer nicht, die im einen Augenblick verzweifelten, im anderen wieder das Team nach vorne brüllten. Ein episches Spiel, mit einem Gegner, der es genauso verdient gehabt hätte, ins Finale einzuziehen.

Das Stadion brannte nicht nur vom dem Spiel eine Feuerwerk ab!
Regelrecht umgehauen hat alle der Auftritt von El Khannouss. Auch hier hatte das Stadion den richtigen Riecher: Als er zum Wechsel Richtung Bank lief, wurde er bereits mit einem Jubelsturm abgefeiert. Mit ihm änderte sich das Spiel des VfB. Es wurde mutiger, direkter und schneller. „Bilal hat uns einen Push gegeben“, meinte Sebastian Hoeneß. Das 1:1 bereitete er mit einem überragenden Lauf vor, er entdeckte Räume in der engmaschigen Freiburger Abwehr, die vorher niemand aufgefallen waren. Er kreierte Torchancen, scheiterte selbst am überragenden SC-Keeper Florian Müller, den wir in seiner Zeit beim VfB wahrscheinblich nie so stark gesehen hatten.
Sebastian Hoeneß bezeichnete Tiago Tomàs’ Siegtreffer als „Tor für die Ewigkeit“. Ich gehe noch weiter: Das Halbfinale gegen den hervorragenden SC Freiburg war ein Spiel für die Ewigkeit. Für immer in den Herzen der VfB-Fans.
Zum Weiterlesen: Wem hat der VfB die Erfolge in den letzten drei Jahren zu verdanken? In erster Linie Sebastian Hoeneß. Jetzt wurde ein großes Geheimnis gelüftet.
Die Süddeutsche Zeitung bringt das Freiburger Spiel auf den Punkt: “Sie machen nichts Ungewöhnliches, aber das so gut wie noch nie”.
Bilder: Alex Grimm/Getty Images
Der VfB im Pokalfinale – aber es gibt doch trotzdem was zu bruddeln, oder? Unser neuer Sweater, der in enger Kooperation mit mystu entstanden ist, ein perfektes Statement, sollte man etwas an den Auftritten des VfB auszusetzen haben! Also holt Euch das Teil – und vergesst den Code “vp10” nicht!


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