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·28 Mei 2026

Es riecht nach Regionalliga

Gambar artikel:Es riecht nach Regionalliga

Dass sich Hasan Ismaik (48) in den vergangenen Jahren immer wieder über seine Social-Media-Kanäle zu Wort meldete, irritierte nicht wenige (Ex)-Funktionäre beim TSV 1860 München. Nach der Neuaufstellung im vergangenen Sommer verzichtete der Jordanier aus gutem Willen sogar komplett darauf. Doch jetzt ist Ismaik zurück: Gestern Abend gegen 22 Uhr meldete sich der Geschäftsmann aus Abu Dhabi nach fast einjähriger Pause wieder öffentlich – mit einer klaren Botschaft: Rettet 1860 – mit mir!

Ismaik, der offenbar doch nicht endgültig von 1860 loslassen kann – möglicherweise auch, weil es bislang keine zufriedenstellenden Angebote für seine Anteile gab –, wird in seiner Botschaft ungewöhnlich deutlich: „Die derzeitige Situation kann so nicht weitergehen und muss ernsthaft sowie mutig auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei müssen die Interessen des Vereins über jede andere Erwägung gestellt werden. Der Verein braucht mehr als nur eine neue Finanzierung. Er braucht eine echte Restrukturierung, ein klares Finanzkontrollsystem, Compliance – und ein Management, das nach modernen institutionellen Standards arbeitet, wie es bei erfolgreichen Vereinen und Unternehmen längst üblich ist.“


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Was Ismaik damit meint: Es könne nicht sein, dass der Klub dauerhaft rote Zahlen schreibt und mit einem strukturellen Defizit lebt.

Warum Ismaik den Darlehensvertrag in der vergangenen Woche gekündigt hat? Er behauptet, dass „wichtige Verpflichtungen unter den Darlehensverträgen nicht eingehalten wurden“. Gleichzeitig verspricht der Löwen-Mehrheitsgesellschafter: „Wir haben aber auch ein neues Finanzierungsmodell mit besseren Konditionen als zuvor vorgelegt – zinslos und mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung, die darauf abzielt, den Verein zu schützen und seinen Verbleib in der Dritten Liga sicherzustellen. Diese Unterstützung muss jedoch an Transparenz und finanzielle Disziplin gebunden sein, damit wir sicherstellen können, dass die Mittel ordnungsgemäß verwendet werden.“

Und weiter: „Wir haben außerdem zusätzliche Lösungen vorgelegt, die verhindern würden, dass der Verein in die Insolvenz fällt, und ihm die Möglichkeit gegeben, Stabilität zu erreichen – unter Wahrung der Rechte des Vereins und seiner Fans. Ich bleibe weiterhin bereit zum Dialog und zur Zusammenarbeit in jeder Weise, die den Interessen der Löwen dient. Beide Finanzierungsalternativen erfordern lediglich noch die Zustimmung des e.V.“

Besonders bemerkenswert ist jedoch dieser Satz von Ismaik: „Wir müssen jedoch eine wichtige Wahrheit akzeptieren: Das Problem kann nicht weiter von einer Saison zur nächsten allein durch neue Darlehen aufgeschoben werden. Manchmal ist es notwendig, einen Schritt zurückzugehen, um eine solide und stabile Zukunft aufzubauen. Wenn der Verein von Grund auf neu aufgebaut werden muss, dann müssen wir dies mit Mut und Realismus tun. Entscheidend ist nicht, in welcher Liga wir heute spielen, sondern dass wir einen Verein aufbauen, der in der Lage ist, stark zurückzukehren und über viele Jahre hinweg fortzubestehen.“

Heißt übersetzt: Dritte Liga ja, aber nicht um jeden Preis!

Vieles deutet darauf hin, dass Ismaik einen möglichen Zwangsabstieg in die Regionalliga Bayern zumindest einkalkuliert – falls sich der Klub nicht grundsätzlich neu aufstellen will. Der einzige Ausweg scheint derzeit zu sein, dass der e.V. und seine Gremien die ausgestreckte Hand des Investors nicht erneut zurückweisen.

Ismaiks sehnlichster Wunsch: „Wir müssen uns konzentrieren auf finanzielle Stabilität, den Aufbau einer Mannschaft mit echtem Spirit, die Unterstützung des Nachwuchsleistungszentrums und die Arbeit im Rahmen realistischer und klarer Möglichkeiten.“

db24 meint: Was Hasan Ismaik aber bei allem Verständnis wissen muss: Ein kalkulierter Abstieg in die Regionalliga Bayern würde dieses Mal beim Löwen-Anhang keine neuen Endorphine mehr ausschütten – sondern vor allem Resignation auslösen. Der Reiz des Neuanfangs von 2017 ist längst verflogen. Und: Ein Absturz in die Viertklassigkeit würde nachhaltig auch seiner Merchandising-Firma schaden. Stichwort: schwindendes Interesse.

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