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·16 Juni 2026
Jahmai Simpson-Pusey zwar fest verpflichtet – dennoch besteht weiter Bedarf beim 1. FC Köln

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Simon Bartsch
16 Juni, 2026
Der FC hat Jahmai Simpson-Pusey fest unter Vertrag genommen. Ein sinnvoller Transfer. Allerdings keiner, der die Lücken im Defensivverbund komplett schließt. Die Kölner werden auch in der Abwehrreihe kräftig nachlegen müssen. Und das, obwohl die FC-Bosse bereits 14 Millionen Euro in drei Kaufoptionen investiert haben. Eine Verpflichtung von Abubacarr Sedi Kinteh ist mittlerweile geplatzt. Der Abwehrspieler wechselt nach Saudi Arabien.
Abwehrspieler des 1. FC Köln. Wer bleibt? Wer geht?
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Beim Blick auf die Rückrunde schien es eigentlich kaum möglich. Jahmai Simpson-Pusey war einer der absoluten Gewinner unter Lukas Kwasniok und später unter René Wagner. Der Innenverteidiger empfahl sich durch eine beeindruckende Ruhe am Ball, vor allem unter Druck für mehr. Auch, wenn nicht immer alle Pässe ankamen, tat der Engländer zudem viel für den Spielaufbau. Simpson-Pusey empfahl sich beim FC für mehr, wird damit aber auch das Interesse des eigenen Arbeitgebers, möglicherweise anderer Clubs geweckt haben. Ziemlich schnell dürfte die Entscheidung bei Thomas Kessler gereift sein, den Spieler fest zu verpflichten.
Eigentlich sprach also viel für das Ziehen der Kaufoption, doch gleichzeitig auch wieder nicht. Denn die starken Leistungen hätten eigentlich dazu führen können, dass der eigentliche Arbeitgeber aus Manchester, seinen Leihspieler für Höheres als Abstiegskampf in der Bundesliga berufen sah. Bei Celtic kam der Akteur überhaupt nicht zum Zug, in Köln stand das „Sky Blue“-Talent seinen Mann in der höchsten deutschen Spielklasse.
Umso erstaunlicher, dass der FC nun tatsächlich Vollzug gemeldet und an Manchester nicht die eigentliche Ablöse von acht Millionen Euro, sondern nur fünf bezahlt hat – wenn auch weiterhin mit Rückkaufoption der Engländer. Es ist wieder einer dieser Transfers von Thomas Kessler, die sich im Nachhinein in das Regal Kaminski oder El Mala einsortieren lassen könnten. Wobei Kesslers Masterpiece bei zweiterem bekanntlich die Vertragsverlängerung ohne Ausstiegsklausel gewesen ist. Die Daten zeigen, dass Simpson-Pusey noch viele Entwicklungsfelder hat. Doch der Spieler hat jetzt schon enormes Potenzial und einen geschätzten Marktwert von neun Millionen Euro. Über eine mögliche Rückkaufoption von ManCIty gibt es unterschiedliche Erzählweisen. So oder so wird der FC bei einer positiven Entwicklung mit einem Gewinn aus dem Deal hervorgehen. Wie wichtig der Deal aber war, zeigt vor allem die aktuelle Situation in der Innenverteidigung.
Denn das Ungleichgewicht der bisherigen Transferliste zwischen Ab- und Zugängen macht sich besonders in der Abwehrzentrale bemerkbar. Mit Cenk Özkacar, Dominique Heintz und Luca Kilian haben drei Akteure den Verein bereits verlassen, Timo Hübers arbeitet derweil noch an seiner Rückkehr in den Spielbetrieb. Der Verein werde ihm die Zeit lassen, die er brauche, sagte Thomas Kessler vor einigen Wochen den Medien, fügte jedoch an, man rechne erst nach der Hinrunde mit einer Rückkehr. Heißt im Umkehrschluss von den sieben Innenverteidigern der vergangenen Spielzeit sind inklusive Simpson-Pusey drei (fitte) Spieler zum Saisonbeginn mit an Bord. Dabei war Özkacar in der vergangenen Saison nach den reinen Daten der konstanteste und vielseitigste Innenverteidiger im Kader.
So lieferte der Abgang im FC-Vergleich die meisten defensiven Aktionen in 90 Minuten und gewann mit 74,4 Prozent die zweitmeisten Defensiv-Zweikämpfe hinter Timo Hübers (77,8 Prozent). Außer bei den Grätschen (0,08 pro 90 Minuten) lag der Leihspieler bei den für die Abwehr relevanten Werten über dem Durchschnitt. Der FC verliert einen Allrounder, der im Alter von 25 Jahren durchaus noch Entwicklungspotenzial, allerdings auch ein deutliches Tempodefizit hat.
Heintz hingegen war eher der Typ „erfahrener Zweikämpfer“, gewann die Duelle wenn er sie suchte. Der 32-Jährige war aber eher ein Backup, kein Stammspieler. Das gilt aber eben auch für zwei der verbliebenen drei Akteure. Spieler, die in der vergangenen Saison weder unter Lukas Kwasniok noch unter René Wagner zum unumstrittenen Stammpersonal gehörten. So performte Schmied zu Beginn zwar ordentlich, kam nach seiner langen Verletzung über den Winter aber nicht mehr in den Tritt und erreichte in der vergangenen Spielzeit eher durchschnittliche Werte. Der Schweizer suchte zwar aktiv Zweikämpfe, gewann sie aber unterdurchschnittlich oft und kam mit 62,07 Prozent auf den schlechtesten Wert der Kölner Innenverteidigung. Bei den Grätschen liegt Schmied ebenfalls mit 0,06 pro Partie im unteren Leistungsbereich. Zudem fing der Schweizer nur 3,59 Bälle pro 90 Minuten ab. Mit 27 Jahren müsste Schmied eigentlich auf seinem Leistungshoch stehen, viel Platz für eine Entwicklung ist wohl nicht mehr.
Rav van den Berg gilt als großes Talent, überzeugte durch gute Werte vor allem im Bereich der Passquote, dort kommt er ligaweit auf Top-Werte. Nur Jonathan Tah und Kim Min-Jae sind besser. Auch bei der Passquote von 92,75 Prozent, den Vorwärtspässen (79,9 Prozent) und den geblockten Schüssen (0,73 in 90 Minuten) erreicht der Niederländer gute Werte. Bei den Defensiv- (63,49 Prozent) und Luftduellen (49,12 Prozent) schneidet van den Berg allerdings klar unter Bundesliga-Durchschnitt ab. Mit 21 Jahren hat der Spieler allerdings auch noch ein sehr großes Entwicklungspotenzial. Immerhin darf der FC mit den beiden Leihrückkehrern Julian Pauli und Elias Bakatukanda planen. Beide haben die Chance, sich im Sommer zu zeigen. Doch es ist unwahrscheinlich, dass es auch beide in der kommenden Spielzeit in den Kader schaffen.
Und so wird schnell deutlich, dass die Kölner trotz der Verpflichtung von Jahmai Simpson-Pusey in der Defensive nicht nur noch weiteren Bedarf haben, Thomas Kessler muss nochmal aktiv werden.
Ein heißer Kandidat war bekanntlich Abubacarr Sedi Kinteh. Mit dem Spieler lag eine mündliche Einigung vor. Doch der Transfer ist wohl vorerst vom Tisch. Gut möglich, dass die Kölner nun lieber auf einen Routinier wie Sebastiaan Bornauw setzen wollen. Denn Kinteh wird nicht billig werden. So oder so muss sich Thomas Kessler wohl noch einiges einfallen lassen.
Langsung







































