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Miasanrot

·15 Januari 2026

Mehr als nur der Neuer-Bock! Bayerns Gegentor in der Szenenanalyse

Gambar artikel:Mehr als nur der Neuer-Bock! Bayerns Gegentor in der Szenenanalyse

Der FC Bayern München gewinnt gegen den 1. FC Köln, kassiert aber erneut ein Gegentor. Miasanrot analysiert, was in dieser Szene falsch lief.

Beim FC Bayern München läuft es aktuell so gut, dass es so manchem Gegner in der Vorbereitung schwer fallen dürfte, überhaupt Schwächen auszumachen. Gegen den 1. FC Köln kassierte der Rekordmeister aber immerhin ein Gegentor.


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Eines, das sich andere Teams womöglich genauer anschauen werden. Köln kam in eine Kontersituation und erzielte aus relativ zentraler Lage den Treffer zum 1:0. Eine Blaupause für andere Teams?

Miasanrot hat sich die Szene nochmal genauer angeschauen und analysiert, was die Bayern nicht so gut gemacht haben und was sie in Zukunft besser machen könnten.

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FC Bayern: Gegentor trotz guter Struktur

Das Ärgerlichste aus Sicht des FC Bayern dürfte an dieser Situation sein, dass die Entstehung aus einer eigentlich guten Grundstruktur heraus erfolgte. Serge Gnabry hatte den Ball am gegnerischen Strafraum und die Münchner waren in ihrer gewohnten 2-3-5-Struktur.

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Die Vorteile dieser 2-3-5-Grundordnung:

  • Das Zentrum ist eng besetzt, wodurch man bei Ballverlusten eine sehr gute Absicherung in den gefährlichsten Räumen hat. Im konkreten Fall: Verliert Gnabry den Ball, hat er mit Ito, Tah, Pavlović und Laimer noch vier weitere Spieler für die Tiefenabsicherung oder ein aggressives Gegenpressing um sich herum. In vielen Situationen erobern die Bayern den Ball dadurch direkt wieder zurück.
  • Fünf Spieler besetzen die letzte Linie und erzeugen Tiefe. Das ist selbst an zähen Abenden wie in Köln in der Regel genug, um sich ausreichend Chancen herausspielen zu können.
  • Durch die enge Staffelung bleiben vielen Gegnern oft nur lange Bälle oder Bälle auf die Außenbahnen, wo es naturgemäß weniger gefährlich ist, als im Zentrum.

All diese Vorteile griffen in dieser Szene aber nicht. Gnabry wollte den Tiefenlauf von Díaz bespielen. Ein Pass, der angesichts der Positionierung der Kölner ein großes Risiko darstellt. Es kommt auf die Philosophie des Trainers an, ob diese Entscheidung bereits problematisiert werden sollte. Manche Trainer fordern aktiv dieses Risiko, weil sie wissen, dass aus zehn Versuchen einer zum Tor führen wird. Andere wollen das nicht, weil sie die Umschaltmomente des Gegners fürchten.

Vincent Kompany ist eher so einzuschätzen, dass er dieses Risiko aktiv einfordert. Zumal die Grundstruktur in dieser Situation passt. Theoretisch – und das wird die weitere Analyse noch aufzeigen – haben die Bayern hier ausreichend Möglichkeiten, den Ballverlust anderweitig wieder aufzufangen. Dass Gnabry den Pass spielt, ist also weniger das Problem als das, was danach folgt.

Hiroki Ito und Co. reagieren zu spät

Sein Zuspiel wird unkontrolliert abgefangen und der Ball springt zunächst in die Luft. Gnabry ist sofort von zwei Kölnern umzingelt. Ob der Angreifer den Ball hätte besser sichern können, ist fraglich. Ziemlich klar wird in der Situation aber, dass die restlichen Bayern-Spieler nicht aktiv genug sind und die Situation zu spät realisieren.

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Denn in dem Moment, in dem der Ball unkontrolliert nach oben springt, entsteht ein Kontrollverlust für beide Teams. Beide können nicht erahnen, was als nächstes passieren wird. Mit Ito, Pavlović und Laimer stehen drei Spieler auf horizontaler Höhe, die die Entscheidung treffen können, erstmal das eigene Tor abzusichern und sich fallen zu lassen.

Wobei Ito hier die größte Verantwortung hat. Der Japaner hat außen keinen Gegenspieler. Sich direkt fünf bis zehn Meter tiefer zu positionieren, wäre auch bei einer Rückeroberung Gnabrys kein Problem. Dafür hätte er einen Vorteil gegen umschaltende Kölner, wenn Gnabry und Pavlović überspielt werden. Letzterer geht den Weg zu Gnabry, um ihn im möglichen Gegenpressing zu unterstützen. Er hätte noch einen Tick tiefer stehen können, sieht aber, dass sein Mitspieler zumindest erstmal wieder an den Ball zu kommen scheint.

Eine weitere Möglichkeit wäre gewesen, dass Kim sich noch tiefer orientiert und ins Zentrum zu Ache schiebt, wodurch Tah für ein aggressiveres Vorwärtspressing frei geworden wäre. Kim hat noch Laimer vor sich, der absichern könnte. Insgesamt scheinen die Abläufe hier aber relativ unklar und zufällig zu sein.

Ballverlust von Serge Gnabry: Wie der FC Bayern die Situation früher hätte reparieren können

Gnabry verliert den Ball und die genannten Spieler haben direkt einen Distanznachteil. Ito ist komplett abgeschlagen, Pavlovic noch in Reichweite, aber trotzdem im Nachteil, Laimer hat einen weiten Weg. Kim und Tah können sich kein Herausrücken mehr leisten, weil sonst der Pass in die Tiefe auf Ache kommt, der eine Riesenchance ermöglichen könnte. Auch weil Kim in diesem Moment noch einen Tick zu weit von seinem Gegenspieler entfernt ist.

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Tah hat in dieser Ausgangslage nur einen Job: Tempo aus dem Angriff herausnehmen und den Weg in die Mitte schließen. Einerseits muss er seinen Mitspielern ermöglichen, noch einzugreifen, andererseits geht es darum, einen Abschluss aus guter Position zu verhindern. Wenn sich abzeichnet, dass ein Abschluss nicht mehr zu verhindern ist, geht es für einen Verteidiger immer darum, die Trefferwahrscheinlichkeit zu verringern. Das geht durch Störung oder das Abdrängen in einen spitzen Winkel.

Geht Tah hier aber schon in den Zweikampf, ist Ache vermutlich mit nur einem Pass frei durch. Also müssen beide Innenverteidiger ihre Position im Zentrum finden und dann versuchen, erstmal das Tempo aus dem Konter zu nehmen, indem sie den Weg nach innen schließen. Zumal beide auch wissen dürften, dass die Bayern in der nachrückenden Ebene eigentlich Überzahl haben.

Tah hätte womöglich herausrücken müssen

Ab einem gewissen Zeitpunkt wäre ein Herausrücken Tahs aber dennoch sinnvoll gewesen. Maina dribbelte unbedrängt bis an die zentrale Position vor dem Strafraum, wo er dann frei abziehen konnte. Tahs Konflikt wird bei Ansicht der Szene dennoch deutlich:

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Geht er auf Maina, kann der seinen Mitspieler in die Tiefe schicken, der sich einen kleinen Vorsprung gegen Pavlović erarbeitet hat. Vermutlich wäre es dennoch besser gewesen, sein Tempo in der Rückwärtsbewegung früher zu reduzieren, statt beständig zurückzuweichen. Denn selbst wenn der Pass auf die halbrechte Seite erfolgt, hat der Mitspieler von Maina eine schlechtere Abschlussposition als Maina selbst und es gibt immer noch eine kleine Chance, dass Pavlović ihn stören kann. Schließlich ist der relativ nah dran.

Sollte sich Maina trotzdem dazu entscheiden, selbst abschließen zu wollen, wäre Tah zudem näher dran an ihm, um den Schuss zu blocken. So aber lässt er dem Kölner zu viel Raum für einen überlegten und kontrollierten Abschluss.

FC Bayern hat trotz des Gegentors einiges richtig gemacht

Tahs Entscheidung, nicht früher auf Maina zu schieben, ist kein grober Fehler. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Szene innerhalb von wenigen Sekunden verläuft, während in der Analyse jeder Frame angehalten werden kann. Seine Entscheidung war suboptimal, so wie die Entscheidungen von Pavlović, Gnabry und Ito zuvor suboptimal waren.

Unter dem Strich bleibt eine Situation, in der die Bayern trotz Konter und suboptimaler Entscheidungen immer noch folgendes erreicht haben:

  • Zum Zeitpunkt des Abschlusses sind vier Feldspieler am eigenen Strafraum gegen drei Kölner
  • Mainas Abschlussposition ist zwar besser als sie es hätte sein können, sie ist aber weit weg von überragend. Es besteht ein ernsthaftes Blockrisiko durch Tah und am Torhüter muss der Ball ebenfalls erstmal vorbei. Hätte Maina den Ball platzierter in Richtung rechtes Eck geschossen, hätte Tah vermutlich blocken können. Der Schuss hatte letztlich laut FotMob einen xG-Wert von 0,15. Gut, aber nicht überragend.
  • Auch die Passoptionen für Maina waren bis auf jeweils sehr kurze Fenster schlecht. Bayern hat das insgesamt also sogar noch ordentlich retten können, scheiterte aber am letzten Schritt.

Nicht zu vergessen ist zudem das Ende dieser Kette: Manuel Neuer. Der Schuss war nicht sonderlich platziert und ein Torwart seiner Klasse hätte den halten können, eher sogar müssen. Auch wenn der Abschluss viel Wucht hatte, war er viel zu zentral.

Was bleibt unter dem Strich?

Für das Trainerteam ist letztlich in der Analyse des Gegentors aber eine Sache entscheidend: Strukturell war vieles gut in dieser Szene. Individuell hingegen etwas weniger. Das ist insofern eine gute Nachricht, als dass es keiner großen Änderungen oder Anpassungen bedarf. So könnte die größere Umstellung Kompanys im Defensivbereich dafür gesorgt haben, dass die Abstimmung untereinander nicht optimal war.

Alles in allem dürfte das Gegentor also eher unter Kollateralschaden kategorisiert werden. Viele Umstellungen, schwerer Start ins Spiel und hier und da etwas Konzentrationsschwäche. Was gegen Köln und Wolfsburg aber auffiel, ist, dass die Münchner einige unpräzise Momente in ihrem Passspiel haben. Gerade wenn sie von außen nach innen spielen, gibt es aktuell zu viele Ballverluste.

Für bessere Spielkontrolle und mehr Ruhe wird man diese reduzieren müssen. Dann kommt man vermutlich auch seltener in Situationen wie diese.

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