Der-Jahn-Blog
·3 April 2026
Mit neuem Schwung gegen den VfB

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·3 April 2026

Wacker Burghausen legte vor, und wir zogen – leider – nach. Es ist nun eine Woche seit dem Ausscheiden aus dem Toto-Pokal vergangen. Seitdem ist, für die Verhältnisse eines Fans unseres SSV, relativ viel passiert.
Über Gerüchte, warum Michael Wimmer ging, über die Vorstellung des neuen starken Mannes an der Seite von Sascha Hildmann bis hin zum äußerst bitteren Ausscheiden aus dem Toto-Pokal.
Insofern ist es schön, dass es im Ligaalltag durchaus etwas ruhiger zugeht. Um viel geht es nicht mehr, und der sichere Klassenerhalt sollte bald in trockenen Tüchern sein. Lassen wir die Woche noch einmal Revue passieren und schauen auf das Spiel gegen die Kleinen aus Bad Cannstatt.
Letzten Samstag stieg das Halbfinale im Totopokal. 1860 hatte 3 von 4 Spielen gewonnen und in der Hinrunde beim 4:0 deutlich gezeigt, dass sie weder Fallobst noch Laufkundschaft sind. Das war jedem beim SSV Jahn klar. Dementsprechend bereitete Munier Raychouni die Mannschaft darauf vor.
Das Spiel lief sicherlich nicht so, wie man es erwartet hatte, macht aber durchaus Hoffnung, wenn es bereits nächste Woche ins Grünwalder Stadion geht. Der Jahn war – natürlich nicht ganz ohne Fanbrille – das bessere Team, und der Sieg ist für die 59+1er sehr, sehr schmeichelhaft. Bedanken kann man sich dabei bei Haugen und Dähne. Gerade Letzterer brachte mich schier zum Verzweifeln.
Warum der Sieg schmeichelhaft war? Nach 15 Minuten in der Partie drückte der Jahn permanent auf das Tor der Löwen. Es gab zahlreiche gute Chancen. Doch wie so oft schafften es unsere Mannen in Weiß und Rot nicht, sich selbst zu belohnen, und so ging es mit einem 0:0 in die Halbzeitpause. In der zweiten Hälfte wurde München durchaus besser, aber eigentlich war immer noch unser Jahn am Drücker.
Dann passierte das, was mich heute noch beschäftigt: das Gegentor.
Ich mag mich irren und kann es statistisch gerade nicht belegen, aber mein erster Gedanke war: nicht schon wieder! Nicht schon wieder diese Art von Gegentor, nicht wieder zu spät und nicht wieder dieses Einbrechen. Am Ende des Spiels musste ich mich mehr über meine eigene Mannschaft ärgern als über den Gegner.
Unsere Jungs sind charakterlich absolut top. Aber was nach dem Tor passierte, wirft dann doch wieder die Frage auf: Können sie nicht mehr oder lässt der Kopf vielleicht nicht mehr zu? Die Wechsel verpufften, Strauß, der beim Gegentor zu spät an Haugen war, verletzte sich, und die Qualität der Chancen wurde deutlich schlechter. Im Training schlugen sie so gute Flanken auf dem Kleinfeld – und im Spiel? Eine nach der anderen ging auf die Brust von Thomas Dähne.
Das Spiel ist vorbei, der Blick muss nach vorne gehen. Aber die Spieler müssen sich schon selbst fragen: Ist das alles, was wir können? Können wir nicht mehr geben für den Club, bei dem wir spielen? Sind wir damit zufrieden?
Ich für meinen Teil war nach dem Spiel wütend und enttäuscht. Gerade gegen die 60er – gerade so. Das frustrierte mich sehr. Der Traum vom Toto-Pokal-Finale und damit vom DFB-Pokal nächstes Jahr ist somit geplatzt. Außer wir steigen doch noch auf!
Nicht oft passiert es, dass ich mit meinem Tipp recht hatte. Im Zeitraum der Diskussion, wer der nächste Trainer der Jahnelf werden sollte, wurden viele Namen fallen gelassen. Zu Beginn waren es vermehrt Thomas Wörle und Tobias Schweinsteiger, später nur noch Letzterer. Gut, Schweinsteiger bringt nun einfach mal Medienpräsenz mit. Ganz zu Beginn sagte ich Blog-intern, dass ich mir Hildmann vorstellen könnte. Gegenüber unserem Pressesprecher hatte ich es auch mal erwähnt, aber der wahrte eine eiserne Miene. Danke hierfür!
Hier ist er nun also: Sascha Hildmann, Cheftrainer des SSV Jahn Regensburg.
Nötig wurde dies ja aufgrund des plötzlichen Abgangs von Michael Wimmer. Wie die Mittelbayerische Zeitung erfahren haben soll: aufgrund von Verwerfungen mit Sportdirektor Alexander Schmalhofer. Unter der Hand munkelten die Fans bereits mehrheitlich, dass dies wohl der Grund gewesen sein wird. Man konnte durchaus beobachten, dass Schmalhofer mit der Leistung oft nicht einverstanden war. Zumeist ist es aber auch schwierig mit einem bestehenden Trainer, der vom Vorgänger geholt worden ist, zu arbeiten.Im Nachhinein ist man nun schlauer. Das ganze Kapitel Wimmer war von Anfang bis Ende komisch. Auch mit etwas Abstand wirkten die Vorwürfe an uns Fans teilweise deplatziert. Sei es drum, es geht nun weiter.
Sascha Hildmann ist 53 Jahre alt und stammt aus Kaiserslautern. Als Spieler war er überwiegend im Westen Deutschlands aktiv, unter anderem beim FCK, Saarbrücken und Homburg. Als Trainer begann er in Idar-Oberstein und ging den Weg über die Jugendarbeit bei Mainz zu Sonnenhof Großaspach zurück zum FCK. Seine längste Station, woher wir ihn alle kennen dürften, war bei Preußen Münster, wo er von der Saison 2019/2020 bis zur Saison 2024/25 beschäftigt war. Er gab bei seiner Vorstellung an, dass es zwischen ihm und dem Jahn einfach gematcht hätte. Er habe bessere Angebote gehabt, aber diese allesamt abgelehnt, weil er sich nicht damit identifizieren konnte. Er vertritt Werte wie Bodenständigkeit und Ambition und erwartet von den Spielern absoluten Einsatz. Er ist flexibel und versucht, mit dem, was in der Mannschaft möglich ist, zu arbeiten. Man wird also abwarten müssen, welches System er aufbieten wird.
Sascha bringt viel Erfahrung mit, kann Menschen mit seiner Art begeistern und hat bereits bewiesen, dass er Mannschaften mit Kontinuität und Akribie weiterentwickeln kann. Alexander Schmalhofer über den neuen Coach
Mit ihm kommt sein bisheriger Co-Trainer Louis Cordes. Der 33-Jährige ist Inhaber der UEFA-A-Lizenz. Er begleitet Hildmann seit der Mainzer Jugend. Nicht wenige waren überrascht von seiner Verpflichtung. Weniger darüber, dass Hildmann einen Vertrauten mitbringt, als darüber, dass das Trainerteam nun gewachsen ist. Munier und Philipp Tschauner haben ihre Verträge erst verlängert, Simon Hecht ein ganz anderes Aufgabengebiet. Nur von Olli Seitz läuft der Vertrag zum Saisonende aus. Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt. Menschlich ist das bisherige Trainerteam top aufgestellt und man würde sich über einen Verbleib freuen.
Laut dem neuen Chef sind die Aufgaben bereits geklärt und die ersten Eindrücke super. Wir möchten an dieser Stelle auch noch mal Danke sagen an Munier, Philipp, Simon und Olli für die geleistete Arbeit, als es nicht einfach war. (Foto: SSV Jahn Regensburg)

Am Ende wollen wir alles noch mal versuchen zusammenzufassen. Als wir zum Interview bei Alexander Schmalhofer waren (das Interview befindet sich noch in Bearbeitung), wurde bereits erwähnt, dass man einen auch erfahrenen Coach möchte. Hildmann hat diese Erfahrung sicherlich und nicht ganz altbackene Ansätze. Auf ein System möchte er sich nicht festlegen, wie wir bereits erwähnt hatten. Laut Transfermarkt.de ist sein Favorit ein 4-4-2 mit einer Doppelsechs. Wobei er selbst im Jahntalk sagte, dass er sich nicht zu sehr drauf versteifen möchte. Er verlange von seinen Spielern vor allem eins: Einsatz. Um jeden Ball kämpfen, nicht stehen bleiben und immer weitermachen. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass in diesem schnelllebigen Geschäft jetzt doch wieder etwas Konstanz Einzug hält. Und Identifikation. Dass Hildmann so etwas kann, zeigt seine weiterhin tiefe Verbundenheit mit Münster. Nun ist er aber hier und kann hoffentlich bei uns etwas aufbauen.
Die Fans aus Münster haben ihm das nicht vergessen. Zum Abschluss geben wir euch ein paar Kommentare aus Social Media zum Besten:
Ihr könnt euch freuen. Ein richtig guter, netter sympathischer Trainer. Grüße aus Münster – Jan_p2510
Viel Glück Sascha! Wir in Münster werden dich niemals vergessen! – david_ritzmann
Ich bin neidisch @ssv_jahn_regensburg Ihr habt den besten und sympathischsten Trainer der Welt 🥲 Viel Erfolg Sascha ❤️Ich hoffe wir sehen uns nächste Saison trotzdem nicht – timo_mnfld
Könnt euch sehr glücklich schätzen. Toller emotionaler Trainer und noch ein besserer Mensch – msl.19.02
Sascha viel Glück, Rock die Bude, Grüße aus MS – kallerohe
Nun geht es ins Schwabenland
Seine erste Bewährungsprobe bekommt Hildmann gleich am Samstag beim VfB Stuttgart II. Gespielt wird in Großaspach, wo Hildmann – wie schon erwähnt – auch knapp ein Jahr Trainer war. Knapp 400 Jahnfans werden in Großaspach erwartet. Neben den längerfristig Verletzten Jakob Seibold, Sascha Hingerl, Sebastian Stolze kommt nun noch wahrscheinlich Felix Strauss hinzu, der eine Blessur am Außenband des Sprunggelenks hat. Felix Gebhardt, Leopold Wurm und Oscar Schönfelder sollten hingegen eine Option sein.
Hildmanns erste Eindrücke von den Trainingseinheiten: Ein tolles Trainingszentrum, ein sehr gutes Trainerteam und auch die Jungs auf dem Feld zeigten eine “hohe Motivation”, sagte er am Donnerstag in der Medienrunde vorm Spieltag. Der neue Coach wirkt angetan von seinem Club, aber dass er Gründe hatte, weshalb er sich für uns entschieden hat, haben wir ja oben bereits dargestellt.
Zweitvertretungen eines Bundesligisten gelten allgemein als spielstark, das sei kein Geheimnis, sagte Hildmann weiter. Aber dass es solchen Teams an Härte mangele, sei längst Geschichte. “Die koffern genauso rein”, meinte unser Neu-Coach. Die restliche Saison wolle man nicht für Experimente opfern, betonten Hildmann und Schmalhofer einmütig. “Wir haben unsere Ziele und die wollen wir so schnell wie möglich erreichen”, sagte Schmalhofer, und meint: den rechnerischen Klassenerhalt. Hildmann sagte noch mal, er wollte jetzt genau unter der Saison herkommen, um das Team unter Wettkampfbedingungen kennenzulernen.
Schmalhofer meinte zudem, es gebe schon einige Gespräche für die neue Saison. “Wir wollen keinen Riesenumbruch, die Mannschaft hat sich gefunden.” Es gebe ein gutes Gefüge und das Team habe in der Saison eine gute Entwicklung genommen. Und was hat man sich für die nächste Saison vorgenommen? Da waren beide Ansprechpartner eher defensiv. Stabilisieren und kontinuierlich ein höheres Niveau erreichen, wurden als Ziele genannt.
Und wie will es Hildmann mit der für Jahn-Verhältnisse geradezu riesigen Zahl an Co-Trainern halten? Immerhin hat man mit Louis Cordes, Munier Raychouni, Philipp Tschauner, Olli Seitz und Simon Hecht nun gar fünf an der Zahl. “Wir freuen uns über die Manpower, jeder hat seine Rolle”, sagte Hildmann etwas unkonkret. Man kann daraus schließen, dass bei der Zukunft von Munier, der sich ja nun einige Male als Chef an der Linie bewiesen hat und keinen Hehl daraus macht, noch den Fußballlehrer/die Pro-Lizenz zu erlangen, noch nichts entschieden ist.
Langsung









































