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·20 Maret 2026
Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

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Redaktion
20 März, 2026
Geht es nach FC-Coach Lukas Kwasniok könnte der Kölner Angreifer weit bessere Leistungen abrufen – wäre da nicht der enorme Hype um das Talent. Das Interesse an seiner Person scheint Said El Mala zuzusetzen.

Lukas Kwasniok wechselt den entkräfteten Said El Mala aus
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Es lief die 81. Minute, das zweite Bundesliga-Spiel der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln hatte Ende August den SC Freiburg zu Gast und ein Kölner Talent hämmerte nach nur 13 Minuten auf dem Platz den Ball unter den Querbalken des gegnerischen Tors – 4:0. Der erste FC-Treffer von Said El Mala war der Beginn eines kometenhaften Bundesliga-Aufstiegs. In den folgenden 15 Begegnungen der Hinrunde traf der 19-Jährige sechs weitere Male und bereitete drei Treffer vor. Eine Leistung, die sich der Youngster wohl in seinen kühnsten Träumen so nicht hätte vorstellen können. Leistungen, die zwangsläufig auch zu einer Marktwertexplosion und dann auch einer Berufung für die deutsche A-Nationalmannschaft, vor allem aber zu einer Befriedigung einer großen Sehnsucht geführt haben. Der Sehnsucht nach einem Kölner Star, einer Identifikationsfigur.
Zuletzt schien El Malas Leichtigkeit etwas verloren gegangen zu sein. Denn der sportliche Aufstieg ist nur die eine Seite der Medaille. Mit der El-Mala-Euphorie der Fans, die sogar einen eigenen Song für den Youngster kreierten, steigerte sich zwangsläufig auch das mediale Interesse – sei es bei der Berichterstattung oder eben auf Social Media. Ein Kölner Shootingstar war geboren und die Aufmerksamkeit sollte nicht nur im Kreis der Kölner Anhänger bleiben. Auch das nationale sowie internationale Interesse am Angreifer ließ nicht lange auf sich warten. Der Versuch, den Youngster zu schützen und keinen Hype loszutreten, ging nach hinten los und wäre ob der sportlichen Entwicklung des Spielers ohnehin nicht aufzuhalten gewesen.
In Köln reift ein Talent heran, das Träume weckt, ein Aushängeschild werden kann, den Spaß am Fußball transportiert und mit dem man sich identifizieren kann. So avancierte El Mala in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zum aktuellen Star des 1. FC Köln, binnen kürzester Zeit stand der 19-Jährige komplett im Fokus der Öffentlichkeit. Für den jungen Akteur selbst sicherlich keine leichte Aufgabe, sicherlich ein hoher Druck, den in ihn gesetzten Erwartungen auch gerecht zu werden – doch auch eben nun mal Business.
Die Tragweite der Auswirkungen der Öffentlichkeit auf den Spieler sprach FC-Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag auf der Pressekonferenz an, nachdem es während der Woche Gerüchte um eine Zusage des Talents für einen Wechsel nach England gegeben hatte: „Ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle, führt aber offensichtlich dazu, dass ein 19-jähriger Spieler, wo wir alle sagen ,Den müssen wir schützen` jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird“, so Kwasniok. Grenzen seien überschritten und es sei traurig, dass demjenigen, der so etwas fahrlässig in die Welt setzt, keine Konsequenzen drohen.
Die Kritik am Transferjournalismus ist nachvollziehbar. Er basiert zwangsläufig auf Spekulationen, ist getrieben vom Verlangen nach Exklusivität und ja, auch von Aufrufzahlen und Auflagen. Er beruht aber meist auf Informationen, die die Journalisten von Beratern oder aus dem Umfeld der Spieler oder Vereine erfahren. Und er ist ganz sicher nicht dafür verantwortlich, dass ein Hype um einen Spieler entsteht. Es ist eben nicht die Frage nach Ei oder Huhn. Der Hype um Said El Mala ist in erster Linie durch die Leistungen des Spielers und der dadurch entfachten Euphorie bei den Fans entstanden. Allerdings ist durch die Berichterstattung sicherlich auch eine gewisse Erwartungshaltung und damit eben auch der Hype wiederum befeuert worden.
Kwasniok rang auf der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Gladbach nach Worten und Fassung, wollte keine Brandrede halten, tat aber genau das. Es sei einfach pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiere, was für einen Druck sie aushalten müssten. Und der Trainer holte noch weiter aus: „Ich glaube, dass wir ihnen irgendwann eins nehmen: Die Freude an dem, was sie am liebsten machen. Und das ist Fußball spielen“, so der 44-Jährige. „Am liebsten dribbelt Said – und wenn man sich das anschaut die letzten drei, vier, fünf Spiele – er arbeitet mehr, aber er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung, dass wir ihm das ein bisschen genommen haben.“ Deutliche Worte des Coaches.
Nur ging dabei ein wenig unter, dass Kwasniok selbst, genauso wie der Bundestrainer die Arbeit nach hinten in den Fokus des Stürmers brachte. Zudem hatte der Trainer vor wenigen Wochen die gefühlte Leistungsdelle mit einer anderen El-Mala-Fokussierung des Gegners erklärt. Er habe es mittlerweile einfach schwerer, weil sich die Gegner auf ihn einstellen würden, war damals der Tenor. Am Wochenende wird der Youngster die Chance erhalten, mit seinen Dribblings für positive Schlagzeilen zu sorgen. Darüber wird berichtet werden – unabhängig der Wechselgerüchte, rein sportlich – im Positiven wie im Negativen.









































