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·27 Mei 2026
Zum Putellas-Ende bei Barca: Més que un simple jugador

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·27 Mei 2026

Es gibt Spieler, die unzertrennbar mit einem Verein verbunden sind. Beim FC Barcelona war das lange Zeit Lionel Messi, bei Real Madrid Sergio Ramos. Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm gehörten jahrzehntelang zum festen Inventar des FC Bayern, genauso wie Marco Reus zu Borussia Dortmund.
Das Äquivalent im Frauenfußball zu all diesen Legenden ist Alexia Putellas. 14 Jahre lang spielte sie für "ihren" FC Barcelona, gewann mit den Katalaninnen alles, was es zu gewinnen gibt. Sie war dieser Klub – doch jetzt ist im Sommer Schluss.
Putellas verlässt ihren Herzensklub nach 507 Pflichtspielen, 232 Toren und insgesamt 38 Titeln. 22.888 Minuten trug sie das blau-rote Trikot und definierte in dieser Zeit nicht nur den FC Barcelona, sondern auch den Frauenfußball neu.

Insgesamt viermal gewann Alexia die Womens Champions League | JONATHAN NACKSTRAND/GettyImages
Zweimal wurde sie Weltfußballerin, ließ sich auch von einem schweren Kreuzbandriss nicht zurückwerfen und kämpfte sich nicht nur zurück in die Mannschaft, sondern auch in die Startelf – bei all den hochkarätigen Spielerinnen keine Selbstverständlichkeit.
Um die Bedeutung dieses Abschieds zu verstehen, muss man zunächst die Verbindung zwischen Putellas und Barca verstehen. Denn die Blaugrana sind für Alexia das, was auch in ihrem Vereinsmotto steht: Mes que un club – mehr als ein Klub.

Alexia jubelt in ihrem Wohnzimmer, dem Camp Nou | Eurasia Sport Images/GettyImages
Mit sechs Jahren sah sie ihr erstes Barca-Spiel, ausgerechnet ein Derby gegen Espanyol. Ab da gab es nur noch die Blaugrana. Irgendwann spielte sie selbst im Camp Nou, dem Stadion, das sie als Kind so häufig besucht hatte. "Ich hätte mir nie vorstellen können, dass eines Tages 90.000 Barça-Fans meinen Namen rufen würden", sagte sie nach dem ersten Spiel mit Barca Femeni dort – doch sie taten es. Weil sie wussten, was Putellas ist: Eine von ihnen. Ein Barca-Fan. Eine Identifikationsfigur. Mehr als eine Spielerin – Mes que un jugador.
Blickt man darauf, wie der Frauenfußball in den letzten Jahren gewachsen ist, dann ist der Abschied von Putellas noch höher zu hängen. Sie war eine der ersten Spielerinnen, die man kannte, auch wenn man sich nicht mit Frauenfußball beschäftigte – und dadurch auch den FC Barcelona, der seit Jahren alles und jeden dominiert.

Ewa Pajor kam auch wegen Putellas zu Barca | Alex Caparros - UEFA/GettyImages
Sie war das erste globale Gesicht des Frauenfußballs in der neuen Zeit und so Vorreiterin für all die, die nach ihr kamen: Aitana Bonmati, Linda Caicedo oder auch Ewa Pajor und aus deutscher Sicht Jule Brand.
Alexia half dem Frauenfußball zu wachsen, genauso wie dem FC Barcelona. Dank ihrer Strahlkraft konnten die Katalaninnen immer wieder Unterschiedspielerinnen verpflichten, die sich perfekt in das Gebilde einfügten und den Status von Barca als Supermacht im Frauenfußball festigten.

Der Kreuzbandriss 2022 war die schwerste Verletzung in Alexias Karriere | Catherine Ivill - UEFA/GettyImages
Doch Alexia ist dabei mehr als nur eine sehr gute Spielerin. Sie ist mehr als Titelsammlerin, sie ist ein Vorbild für die vielen Mädchen da draußen, die auch eines Tages mal Fußballerinnen werden wollen. Sie hat gezeigt, was mit harter Arbeit und Disziplin möglich ist. Kein Kreuzbandriss oder keine Arthroskopie im Knie konnten sie aufhalten, am Ende kämpfte sie sich immer wieder zurück.
Alexia war dem Verein so emotional verbunden, wie es im heutigen Fußball selten geworden ist. Für sie war Barca nicht einfach nur ein Verein: Er war Familie. "In meinem persönlich schlimmsten Moment hat Barca mich gerettet", sagte sie in ihrem Abschiedsvideo.

Kuss aufs Wappen: Alexia liebt "ihren" FC Barcelona | Pedro Salado/GettyImages
Die Blaugrana hat sie geprägt, genauso wie sie den Verein geprägt hat. Sie verlässt den Verein als Rekordtorschützin, Rekordtitelträgerin und unzähligen weiteren Bestmarken. "Die Hälfte meines Lebens war ich hier – Barca ist ein Teil von mir geworden", erklärte sie emotional.Ein Barcelona ohne Alexia kann man sich eigentlich nicht vorstellen – genauso wenig, wie Putellas in einem anderen Trikot als dem blau-roten zu sehen. Es wird ähnlich ungewohnt sein, wie Messi und Ramos im PSG-Jersey oder Schweinsteiger im United-Trikot.
Wo es für Putellas hingeht, ist dabei noch offen, am heißesten soll aktuell ein Wechsel in die englische Womens Super League sein. Ihr Herz wird trotzdem immer Barca gehören. Ihr Abschiedsvideo beendet sie mit den Worten: "Ich bin als Barca-Fan geboren und ich werde als Barca-Fan sterben." Dem ist nichts hinzuzufügen.
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