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·11 febbraio 2026

Der 1. FC Saarbrücken wechselt nicht nur den Trainer – er muss sich selbst neu erfinden

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Nach 16 Spielen ohne Sieg reagiert der FCS mit einem Doppelwechsel. Der Klub steht einen Punkt vor dem Abstiegsplatz und strukturiert sich komplett neu.

Der 1. FC Saarbrücken hat gehandelt. Wieder einmal. Argirios Giannikis übernimmt als Trainer, Markus Thiele als Sportvorstand. Zwei neue Gesichter, die den Absturz eines Klubs aufhalten sollen, der als Aufstiegskandidat in die Saison ging und nun einen Punkt vor dem Abstiegsplatz steht.


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Sechzehn Ligaspiele ohne Sieg. Diese Zahl ist keine Statistik mehr, sie ist ein Urteil. Sie beschreibt einen Verein, der die Kontrolle verloren hat – über seine sportliche Entwicklung, über seine Strukturen, über sich selbst. Jürgen Luginger, der erst Ende November von Alois Schwartz übernahm, ist bereits Geschichte. Der zweite Trainerwechsel dieser Saison zeigt, wie planlos der FCS agiert hat.

Giannikis bringt Erfahrung aus Griechenland und zuletzt von 1860 München mit. Er kennt schwierige Situationen, er kennt den Druck. Ob das reicht, um eine Mannschaft aufzurichten, die seit Monaten nicht mehr weiß, wie Gewinnen geht, wird sich zeigen. Die Aufgabe ist brutal: Sofortige Ergebnisse liefern, während um ihn herum ein Verein neu sortiert wird.

Denn das eigentliche Problem liegt tiefer. Die Jahreshauptversammlung Anfang Januar, die bis fünf Uhr morgens dauerte, offenbarte das ganze Ausmaß des Chaos. Eine komplette Neustrukturierung wurde beschlossen, drei hauptamtliche Vorstände sollen den Klub künftig führen. Thiele ist die erste Verpflichtung, weitere sollen folgen. Der Mann, der zuvor für den SSV Ulm und Hansa Rostock arbeitete, hat den Trainerwechsel bereits abgesegnet. Es ist sein erster Akt, und er musste schnell handeln.

Saarbrücken: Vakuum überwinden

Die Frage ist, ob Schnelligkeit allein ausreicht. Saarbrücken braucht nicht nur neue Köpfe, sondern eine neue Kultur. Ein Vakuum auf der Führungsebene lässt sich nicht über Nacht füllen. Strukturen müssen wachsen, Vertrauen muss entstehen, eine Mannschaft muss wieder an sich glauben.

Giannikis und Thiele stehen vor einer Aufgabe, die größer ist als ihre Stellenbeschreibungen. Sie müssen einen Verein stabilisieren, der sich selbst zerlegt hat. Sie müssen Spieler motivieren, die seit Monaten nur Niederlagen kennen. Sie müssen Fans überzeugen, die das Vertrauen verloren haben.

Der FCS hat sich für einen Neuanfang entschieden. Das ist richtig. Aber ein Neuanfang ist kein Ergebnis, sondern ein Prozess. Sechzehn Spiele ohne Sieg verschwinden nicht durch zwei Vorstellungspressekonferenzen. Sie verschwinden durch Arbeit, durch Geduld, durch die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit.

Saarbrücken hat jetzt die Chance, es besser zu machen. Ob der Verein sie nutzt, entscheidet sich nicht heute. Sondern in den kommenden Wochen, wenn die Scheinwerfer erloschen sind und die eigentliche Arbeit beginnt.

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