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·6 aprile 2026

Dieter Heckings Schiedsrichter-Schelte ist Gift für den VfL Wolfsburg im Abstiegskampf

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Nach dem 3:6 in Leverkusen kritisiert Wolfsburg-Trainer Hecking Schiedsrichter Petersen scharf. Bei elf Spielen ohne Sieg und Tabellenplatz 17 ist das die falsche Botschaft.

Dieter Hecking sagt, er sei „weit davon entfernt, die Schuld beim Referee zu suchen" – und verbringt dann den größten Teil seiner Pressekonferenz damit, genau das zu tun. Vier strittige Szenen zählt der Trainer des VfL Wolfsburg auf, nennt die Leistung von Schiedsrichter Martin Petersen „unterirdisch" und liefert seiner Mannschaft damit ein Narrativ, das sie sich im Abstiegskampf nicht leisten kann: Wir waren auf dem richtigen Weg, aber andere haben uns davon abgebracht.


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Das Problem ist nicht, dass Hecking unrecht hätte. Der Elfmeter zum 1:1 durch Grimaldo war umstritten, die fehlende Gelb-Rote Karte gegen Tapsoba lässt sich diskutieren, das mögliche Foul vor dem 4:3 ebenso. Schiedsrichter haben schlechte Tage, Hecking sagt das selbst. Nur: Wer elf Spiele in Folge nicht gewinnt, hat kein Schiedsrichterproblem. Der hat ein Leistungsproblem.

63 Gegentore nach 28 Spieltagen – gemeinsam mit Heidenheim die schwächste Abwehr der Liga. Zum siebten Mal in dieser Saison ging Wolfsburg nach eigener Führung als Verlierer vom Platz. In Leverkusen lagen die Wölfe 3:1 vorne und kassierten anschließend fünf Tore. Das ist kein Pech, das ist ein Muster. Und Muster korrigiert man nicht, indem man auf den Schiedsrichter zeigt.

Besonders aufschlussreich ist Heckings Beschreibung der Spielerpsyche: „Die Spieler fühlen sich dann beim Elfmeter benachteiligt, fühlen sich dann bei Jonas Wind benachteiligt, fühlen sich dann noch einmal und noch einmal benachteiligt." Er beschreibt eine Opferspirale – und statt sie zu durchbrechen, dreht er mit. In einer Mannschaft, die in sechs verbleibenden Spielen drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz aufholen muss, ist das Gift. Wer sich als Opfer fühlt, handelt nicht mehr. Wer nicht handelt, steigt ab.

Hecking hat das Traineramt erst am 8. März übernommen, als Nachfolger von Daniel Bauer. Seitdem: ein 1:1 bei Hoffenheim, ein 0:1 gegen Bremen, jetzt das 3:6 in Leverkusen. Drei Spiele, null Siege, ein Punkt. Der Routinier weiß, wie Abstiegskampf funktioniert – umso erstaunlicher, dass er den Reflex wählt, der kurzfristig entlastet, aber mittelfristig lähmt. „Diese Mannschaft lebt. Das hat sie gezeigt", sagt er. Mag sein. Aber eine Mannschaft, die lebt, braucht einen Trainer, der ihr den Spiegel vorhält, nicht einen, der das Spiegelbild weichzeichnet.

Ja, Wolfsburg darf sich über Schiedsrichterentscheidungen ärgern. Jeder Verein darf das. Aber die Reihenfolge muss stimmen: erst die eigenen Defizite benennen, konkret und schonungslos – dann, als Fußnote, die Unzufriedenheit mit dem Unparteiischen. Hecking kehrt die Reihenfolge um. Und ein Tabellenvorletzter mit 21 Punkten nach 28 Spieltagen, der seit 1997 ununterbrochen erstklassig spielt, hat für falsche Reihenfolgen keine Zeit mehr.

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