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·11 maggio 2026

Dzekos Ibiza-Bilanz: Feiern ja, Ausreden nein

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Nach dem 0:3 beim 1. FC Nürnberg verteidigt Edin Dzeko die Aufstiegsfeier auf Ibiza, nimmt aber die Mannschaft in die Pflicht. Seine Zukunft lässt er offen.

Es gibt Geschichten, die klingen nach Aufstiegseuphorie, und es gibt solche, die direkt danach eine Rechnung präsentieren. Schalke hat am vorletzten Zweitliga-Spieltag beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 verloren, und das Pikante an diesem Ergebnis ist weniger die Höhe als die Vorgeschichte. Vor der Partie war die Mannschaft nach dem geschafften Aufstieg auf Ibiza, und Edin Dzeko sah nach dem Abpfiff keinen Anlass, diese Reise zu relativieren. „Wir sind Meister, da muss man feiern“, sagte der Bosnier bei Nitro. „Wir haben schon viel gefeiert und waren alle zufrieden, dass wir so viel gefeiert haben.“ Man kann diesen Satz als Trotz lesen oder als Ehrlichkeit, und wahrscheinlich ist er beides. Dzeko ist 40 Jahre alt, sein Vertrag läuft aus, er hat in seiner Karriere genug Titelfeiern erlebt, um zu wissen, wo die Grenze zwischen Erleichterung und Übermut verläuft. Dass er die Tour verteidigt, ist deshalb kein jugendlicher Reflex, sondern eine Positionierung. Wer einen Aufstieg schafft, darf feiern, das ist die ältere, robustere Logik des Profifußballs, die sich nicht von jeder Social-Media-Empörung aushebeln lässt. Allerdings macht Dzeko es sich nicht zu leicht, und das ist der interessantere Teil seiner Einlassung. „Aber man darf auf dem Platz nie weniger geben“, sagte er. „Natürlich waren die Beine schwer, da war vielleicht auch noch ein bisschen Alkohol drin. Das ist ganz normal. Trotzdem hätten wir es besser machen müssen.“ Das ist ein bemerkenswerter Satz, weil er in einem Atemzug die Feier rechtfertigt und die Leistung nicht entschuldigt. Die Beine waren schwer, es war Alkohol im Spiel, und trotzdem gilt: Es hätte besser gehen müssen. Wer so redet, verschiebt die Verantwortung nicht an die Umstände, sondern adressiert sie an die Spieler, die sich dem Umstand ausgesetzt haben. Damit steht die Wertefrage, die dieser Tage in Gelsenkirchen ohnehin jeden Satz begleitet, auf einmal in einer erwachseneren Version im Raum. Wie viel öffentliche Feier verträgt ein Profiklub, wenn die Saison noch nicht vorbei ist? Die Antwort, die Dzeko gibt, ist: Feiern ja, Ausreden nein. Ein 0:3 bleibt ein 0:3, auch wenn die Partie nach dem Aufstieg sportlich wenig verändert. Für einen Verein wie Schalke, der in den vergangenen Jahren mit den Folgen öffentlicher Selbstdarstellung mehr als genug Erfahrung gesammelt hat, ist das eine Unterscheidung, die sich lohnt. Und dann ist da die zweite Ebene, die dieser Abend aufmacht, die persönliche. Dzeko spielte in Nürnberg möglicherweise eines seiner letzten Pflichtspiele für Schalke, Vertrag aus, Zukunft offen. „Man will nie aufhören“, sagte er. „Aber man muss auch ein bisschen an den Körper und an die Familie denken. Natürlich denke ich jetzt erstmal nur an die Weltmeisterschaft. Hoffentlich läuft dort alles so, wie wir es wollen. Und dann sehen wir. Alles ist möglich.“ Das ist die Sprache eines Spielers, der sich nicht festlegen will und es auch nicht muss. Mit 40 Jahren entscheidet nicht mehr der Markt, sondern der Körper und das Familienbüro. Dass Dzeko die WM als Fluchtpunkt nennt, verschiebt die Frage elegant in den Sommer. Bis dahin bleibt von diesem Abend in Nürnberg ein Satz, der länger haften dürfte als das 0:3: Gefeiert wurde gern, entschuldigt wird nichts.

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