Miasanrot
·21 aprile 2026
FC Bayern: Verletzung von Serge Gnabry kommt zur Unzeit

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·21 aprile 2026

Serge Gnabry fällt mit einer Adduktorenverletzung den Rest der Saison beim FC Bayern aus und wird wahrscheinlich auch die WM verpassen. Eine Verletzung, die zur Unzeit kommt – aus drei Perspektiven.
Als der FC Bayern am Samstagabend per Pressemitteilung die Öffentlichkeit über Serge Gnabrys Verletzung informierte, dürfte diese Nachricht nicht nur die Fans des Rekordmeisters wie ein Schlag getroffen haben.
Schließlich verpasst der Offensiv-Allrounder mit einem Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel neben dem Saisonendspurt der Bayern sehr wahrscheinlich auch die Weltmeisterschaft mit Deutschland in den USA, Kanada und Mexiko.
Eine Verletzung, die aufgrund des Zeitpunkts und des Hergangs unfassbar bitter ist und vor allem für Gnabry persönlich absolut zur Unzeit kommt.
Zwar ist noch nicht abschließend geklärt, wie lange der Nationalspieler tatsächlich fehlen wird. Die meisten Prognosen reichen jedoch von zwei bis hin zu vier Monaten. Unter anderem Sportvorstand Max Eberl bestätigte die recht klare Tendenz, dass Gnabry damit sowohl den Rest der Saison des FC Bayern als auch die WM verpassen wird.
Die Verletzung des Rechtsfußes dürfte damit auch Julian Nagelsmann Kopfzerbrechen bereiten. Der Bundestrainer muss in seinen Planungen nämlich auf einen seiner verlässlichsten Offensivspieler verzichten. In den letzten acht Länderspielen stand Gnabry stets in der Startelf und steuerte dabei vier Treffer und zwei Assists bei. Dabei agierte er meist auf der Zehnerposition.
Ein solcher Spieler ist also nicht so einfach zu ersetzen. Zwar gibt es im Nagelsmann’schen 4-2-3-1-System mit Jamal Musiala oder Kai Havertz auch einige hochwertige Alternativen für Gnabrys Position, doch ohne ihn fehlt es an Tempo und Tiefgang.
Der Spielertyp Gnabry bringt nämlich eine im aktuellen Kader des Nationalteams sehr seltene Kombination aus Dynamik, Pressing- und Abschlussstärke mit, die Nagelsmann bei der WM dementsprechend nicht eins zu eins ersetzen kann.
Neben dem wahrscheinlich geplatzten WM-Traum kommt die Verletzung natürlich auch für den FC Bayern zur Unzeit. Zwar ist ein Großteil des Saison bereits vorbei, doch ausgerechnet in der Crunchtime der Spielzeit (mindestens) mit mehreren Halbfinalspielen in den nächsten Wochen in der Champions League und im DFB-Pokal kann der 30-Jährige nicht mehr mitwirken. Und das, obwohl er in dieser Saison einer der wichtigsten Spieler war.
Vincent Kompany muss somit auf einen Stammspieler verzichten, der in nahezu allen Big Games der Saison in der Startelf stand und dabei fast immer überzeugte. Überhaupt spielt(e) Gnabry einer seiner besten Saisons im Bayerntrikot und befand sich derzeit eigentlich in Topform. Er war weit mehr als ein Backup-Spieler und konnte den Ausfall von Jamal Musiala sehr gut kompensieren.
Vielmehr wurde sogar spekuliert, ob die Rückkehr Musialas Probleme bringen würde. Mit zehn Toren und elf Vorlagen in 37 Partien stimmen auch die reinen Scorerpunkte mit diesem Eindruck überein. Damit belegt Gnabry nämlich im internen Ranking den Platz als viertbester Scorer des Kaders, wobei er lediglich hinter Harry Kane, Michael Olise und Luis Díaz zurückbleibt.
Neben Torbeteiligungen wie gegen Atalanta oder im Hinspiel in Madrid werden dem FCB in den kommenden Wochen aber auch seine Fähigkeiten im Anlaufverhalten sowie seine zentrale Rolle als Kommunikator in der Kabine fehlen.
„Der fehlt uns natürlich extrem, in der Kabine, auf dem Feld. Das ist echt ein sehr, sehr großer Verlust“, stellte stellvertretend Kumpel Kimmich im Anschluss an die Partie gegen Stuttgart klar. Die Mannschaft werde Gnabry „als Spieler und als Menschen“ vermissen. „Ich hoffe, dass wir das irgendwie aufgefangen bekommen“, so Kimmich.
Am schlimmsten ist die Situation natürlich für Gnabry selbst. Vor allem aufgrund des Verletzungshergangs. Im Abschlusstraining vor der Partie gegen den VfB Stuttgart, genauer gesagt im abschließenden Elfmeterschießen der Einheit, soll es laut Coach Kompany passiert sein. „Es war wirklich sehr, sehr unglücklich und hat uns alle sehr überrascht“, erklärt der Belgier.
Dazu ist der Zeitpunkt für so eine langwierige Adduktorenverletzung ebenso maximal bitter für den 30-Jährigen. Ein Champions-League-Halbfinale hat selbst ein Gnabry noch nicht allzu häufig gespielt. Und es wäre seine Chance gewesen, wie schon 2020 als wichtiger Bestandteil des FCB den Titel zu holen – diesmal mit Publikum im regulären Modus.
Doch das WM-Aus stellt selbstverständlich alles in den Schatten – im negativen Sinn. „Wenn du 30, 31 bist, dann hast du noch eine WM vor der Brust wahrscheinlich, ich weiß nicht, wie lange er noch spielt, aber es könnte die letzte Chance gewesen sein vielleicht“, bringt es Max Eberl auf den Punkt.
Gnabry sei zwar sehr gefasst und stabil, „aber natürlich enttäuscht“, berichtete der Sportvorstand vom Gemütszustand des Bayern-Profis. Schließlich fehlen in dessen sonst so erfolgreicher Karriere die Triumphe in der Nationalmannschaft noch weitestgehend. Außer einer Silbermedaille im Olympischen Fußballturnier 2016 in Rio brachte es der Offensivspieler sonst jeweils nur auf eine erfolglose Teilnahme an einer Europa- und einer Weltmeisterschaft (2021 und 2022).
Umso bitterer, dass er aller Voraussicht nach die kommende WM von der Couch aus verfolgen muss, statt als Schlüsselspieler und in Topform um den Titel zu kämpfen. Zwar sind weitere Teilnahmen in den nächsten Jahren selbstredend nicht ausgeschlossen. Doch eine ähnliche Konstellation wie in diesem Jahr scheint leider mehr als unrealistisch.









































