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·20 maggio 2026
Fußballschule, Kontinuität, Entwicklung: Das Erfolgsmodell des SC Freiburg

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Vor genau zehn Jahren holte der SC Freiburg seine bis dato letzte Trophäe – die Schale als Meister der 2. Fußball-Bundesliga. Seitdem haben sich die Breisgauer von der schier ewigen Fahrstuhlmannschaft zu einem Dauergast in Europa gemausert, erreichten viermal in den vergangenen fünf Jahren das internationale Geschäft. Dahinter steckt ein klares System, das wie kaum an einem anderen Standort auf Kontinuität und Entwicklung ausgelegt ist. Die Zahlen sind beeindruckend.
Im Halbfinal-Rückspiel der Europa League gegen Sporting Braga standen gleich fünf Profis in der Startelf, die die berüchtigte Freiburger Fußballschule durchliefen. Dazu saßen noch fünf weitere Spieler aus der eigenen Jugend auf der Bank – einzigartig auf diesem Niveau. „Es ist eine unserer größten Stärken“, schwärmte Trainer Julian Schuster: „Wir kennen uns alle perfekt, dazu ist eine großartige Mentalität in der Gruppe. Wir bleiben sehr nah zusammen.“
Neben der Vielzahl an Eigengewächsen gehören auch viele andere Leistungsträger seit Jahren zum Kader, Vincenzo Grifo, Philipp Lienhart oder Maximilian Eggestein sind längst zu Gesichtern des Erfolgswegs geworden. „Es ist eine Entwicklung, dass viele Jungs, die jetzt Schritte bei diesem Verein gehen, nicht mehr weggehen. Die sogar bis an ihren Peak hier sind“, erklärte Christian Günter. Dadurch werde die Qualität im Kader automatisch höher.
„Wenn ich zehn Jahre zurückdenke, dann sind die drei, vier Spieler, die ganz gut waren, gegangen und du hast bei null angefangen“, führte der Kapitän aus. Mittlerweile blieben „viele Jungs trotz vielleicht lukrativer Angebote“ im Breisgau. Dies liege daran, „dass sich viele Jungs wahnsinnig wohlfühlen, sich mit der Stadt und unserem Fußball wahnsinnig identifizieren können und nicht woanders hinmüssen, um sich sportlich weiterzuentwickeln“.
Nur punktuell gibt es jedes Jahr für Problempositionen externe Neuzugänge, Rekordtransfer Yuito Suzuki war beispielsweise im vergangenen Sommer mit 10 Millionen Euro Ablöse im internationalen Vergleich ein Schnäppchen. „Von den Charakteren ist es so, dass man auf dem Papier vielleicht nicht die allergrößten Individualisten hat, aber als Mannschaft komplett funktioniert“, betonte Abwehrchef Matthias Ginter: „Da Fußball Mannschaftssport ist, klappt das ganz gut.“
Dazu ist die Kontinuität im Breisgau einzigartig, in den vergangenen 35 Jahren gab es lediglich fünf verschiedene Trainer. Volker Finke und Christian Streich prägten eine Ära – nur mit Marcus Sorg funktionierte es nicht. Er blieb im Jahr 2011 lediglich 181 Tage Trainer. Und die aktuelle Lösung mit Schuster ist wieder einmal typisch Freiburg. Ohne Vorerfahrung als Chefcoach sprachen die Schwarzwälder ihrem langjährigen Kapitän das Vertrauen aus.
Und der lieferte trotz der großen Fußstapfen von Streich sofort, passt mit seiner Herangehensweise perfekt zum Weg des SC. „Ich will die Spieler und die Mannschaft besser machen, das ist meine große Motivation. Ich spüre eine große Leidenschaft für diese Aufgabe“, sagte Schuster: „Ich habe mir das Ziel gesetzt, als Trainer besser zu sein als als Spieler. Da bin ich auf einem guten Weg.“
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