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·18 gennaio 2026
Gueye setzt dem Wahnsinn die Krone auf: Senegal gewinnt kurz vor dem Abbruch stehendes Afrika-Cup-Finale!

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·18 gennaio 2026

Marokko und Senegal wollten sich am Sonntagabend den Traum vom zweiten Gewinn des Afrika-Cups erfüllen, was den Gästen auf maximal dramatische Art und Weise gelang.
Beide Nationen erreichten ungeschlagen für das Endspiel. Ausrichter Marokko tat sich über weite Teile des Turniers schwer, steigerte sich aber mit zunehmenden Verlauf des Turniers und schaltete zuletzt Kamerun (2:0) und Nigeria (4:2 nach Elfmeterschießen) aus. Der Senegal wurde seiner Favoritenrolle zumeist überzeugend gerecht. In einem sehr zähen Halbfinale gegen Ägypten stellte Volksheld Sadio Mané – schon beim Triumph 2022 die entscheidende Figur – den Unterschied her.
Bei aufgeladener Atmosphäre im Prince Moulay Abdellah Stadium von Rabat hatten die Gäste schon nach fünf Minuten die erste große Möglichkeit. Lamine Camara zirkelte eine Ecke auf den zweiten Pfosten, wo Pape Gueye angerauscht kam, aber per Kopf am aufmerksamen Bono scheiterte. Ohnehin fand der Senegal besser ins Spiel hinein, präsentierte sich ballsicher und erlangte mehr Feldanteile.
Marokko trat dagegen durchaus nervös auf, wusste trotz der hohen individuellen Klasse im Kader mit den immer wieder vorhandenen Freiräumen nur wenig anzufangen. Exemplarisch dafür stand der von Nayef Aguerd freigespielte Ismail Saibari, der ungestört bis in die Nähe des Strafraums laufen konnte und dann aber deutlich verzog (14.). Mit zunehmender Spielzeit steigerte sich das Team von Walid Regragui und gefiel mit einer hohen Präsenz in den Zweikämpfen.
Der Senegal hielt aber dagegen und kreierte in der 38. Minute die bisher beste Chance durch Nicolas Jackson, der auf Iliman Ndyae durchsteckte. Dieser lief alleine auf Bono zu, fand aber per Flachschuss kein Vorbeikommen am gut reagierenden Keeper. Auf der Gegenseite rauschte Aguerd nur knapp an einer scharfen Abde-Hereingabe vorbei. Damit ging es torlos in die Halbzeitpause.
Die Anfangsphase des zweiten Abschnitts ging an die Marokkaner, die sich über eine längere Phase in der gegnerischen Hälfte aufhielten. Die Teranga-Löwen hielten dem Druck aber stand. Brenzlig wurde es in der 58. Minute, als ein maßgenaues Zuspiel des Stuttgarters Bilal EL Khannouss den freistehenden Ayoub El Kaabi erreichte, der frei vor Eduard Mendy die Kugel nicht auf das Tor brachte.
Wenig später befand sich der diesmal von Brahim Díaz bediente El Kaabi erneut in aussichtsreicher Position, Mamadou Sarr blockte mit beherzter Grätsche. Der Abpraller landete bei Abde, dessen Schlenzer am langen Eck vorbeiflog. Senegal schaffte es derweil nicht, an die über weite Strecken überlegene Vorstellung aus dem ersten Durchgang anzuknüpfen. Offensive Vorstöße blieben nahezu komplett aus.
Erst in der letzten Minute der regulären Spielzeit, deren zweite Hälfte auch von mehreren längeren Verletzungsunterbrechungen geprägt war, musste Bono wieder eingreifen. Den Versuch des eingewechselten Ibrahim Mbaye wehrte er zur Seite ab. Fast im direkten Gegenzug vergab Abde aus halblinker Position. Die Schlussphase verlief höchst turbulent. Den Gästen gelang sogar ein Tor durch Ismaila Sarr, das aufgrund eines leichten Schubsers von Abdoulaye Seck gegen Achraf Hakimi aberkannt wurde.
Auch im senegalischen Strafraum gab es noch einen Aufreger. El Hadji Malick Diouf riss nicht sonderlich intensiv am Trikot von Díaz, woraufhin dieser dennoch zu Boden ging. Schiedsrichter Jean-Jacques Ndala wurde nach wilden Protesten an den Bildschirm beordert und entschied nach Ansicht der Bilder tatsächlich auf Elfmeter. Die Ausführung verzögerte sich allerdngs, da Trainer Pape Thiaw seine Auswahl vom Feld schickte.

Foto: IMAGO
Nach langen Diskussionen – bei denen der bis dato unauffällige Sadio Mané federführend mitwirkte – kehrte der Senegal zurück aufs Spielfeld. So trat Díaz in der 24. Minute der Nachspielzeit (!) zum Elfmeter an und chippte den in die Arme von Mendy. Es ging in die Verlängerung, in der die frenetischen marokkanischen Fans gleich den nächsten Schock erlitten. Pape Gueye besaß infolge einer von Mané eingeleiteten Umschaltsituation reichlich Freiraum und setzte die Kugel von der Strafraumgrenze in den rechten Torwinkel – 0:1.
Der Gastgeber arbeitete umgehend an einer Antwort. Hamza Igamane kam dem Ausgleich besonders nahe, nachdem er durch eine Abde-Flanke eingesetzt wurde, das Spielgerät aber per Kopf knapp neben das Tor beförderte (104.). Zu Beginn der zweiten Hälfte parierte Mendy einen Aguerd-Kopfball mithilfe der Latte. Der Senegal schaffte zwischenzeitlich Entlastung, was in einer Großchance mündete. Cherif Ndiaye scheiterte erst an Bono, im zweiten Versuch verpasste er erstaunlicherweise das leere Tor.
Torschütze Gueye prüfte Bono in Minute 115 nochmals mit einer Kelle aus der Distanz, die dieser zur Ecke abwehrte. In der Endphase geriet der Senegal nicht mehr in Gefahr und gewann damit ein aus vielerlei Gründen unvergessliches Finale.
Marokko: Bono,-Hakimi, Aguerd, Masina (89. El Yamiq), Mazraoui (98. Igamane),-El Khannouss (80. Targhalline), El Aynoui, Saibari (90+4. Salah-Eddine),-Díaz (98. Akhomach), El Kaabi (80. En-Nesyri), Abde
Senegal: E. Mendy,-A. Mendy (77. Seck), M. Sarr, Niakhaté, Diouf (106. Jakobs),-Camara (77. I. Sarr), I. Gueye, P. Gueye,-Ndiaye (77. Mbaye), Jackson (90+3. C. Ndiaye), Mané
Tor: 0:1 P. Gueye (94.)
Mendy hält Foulelfmeter von Díaz (90+24.)
Foto: IMAGO









































