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·5 marzo 2026

Nach Niederlage gegen Bayer 04: Zwei Tonlagen bestimmen das Hamburger Trauerlied

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Der Hamburger SV verlor das Nachholspiel gegen Bayer 04 Leverkusen am gestrigen Mittwochabend denkbar knapp mit 0:1 und verpasste damit auch die große Chance, im engen Abstiegskampf der Bundesliga einen Befreiungsschlag zu landen.

Die Partie wurde durch ein sehenswertes Tor von Bayers Christian Kofane in der 73. Minute entschieden. Kurz vor Spielende und bereits tief in der Nachspielzeit (90.+8), verpasste HSV-Shootingstar Luka Vuskovic bei einer Doppelchance den späten Ausgleich. Der Innenverteidiger reagierte nach Schlusspfiff sichtlich frustriert, trat gegen eine Werbebande und warf seine Schuhe in Richtung Auswechselbank.


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Die Werkself setzte den Rothosen im gesamten Spielaufbau mächtig zu und stellte das Team von Trainer Merlin Polzin vor große Aufgaben, sodass der HSV kaum Möglichkeiten fand, sein eigenes Spiel zu entfalten. Die Stimmung im Hamburger Lager war nach dem Spiel zwar dementsprechend niedergeschlagen und selbstkritisch, doch man will sich von den Rückschlägen in Hamburg keinesfalls umwerfen lassen. Die Ansprüche und das Selbstbild beim HSV haben sich verändert.

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HSV-Stars zwischen Selbstkritik und neuen Ansprüchen

HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes ließ durchblicken, dass die Hamburger durchaus darauf aus waren, gegen Leverkusen etwas Zählbares im Volkspark zu lassen. "Wir haben uns vor dem Spiel mehr vorgenommen, aber wir haben die gefährlichen Räume nicht gefunden", so der Keeper nach Abpfiff. Auch warum sein Team letztlich mit leeren Händen da stand analysierte Heuer Fernandes schonungslos ehrlich. "Wir hatten Unsauberkeiten im Passspiel und Schwierigkeiten, die Positionen zu finden. Gegen einen sehr guten Gegner hatten wir, so ehrlich müssen wir sein, 70 Minuten lang kaum Torchancen."

"Wir haben uns vor dem Spiel mehr vorgenommen [...] Trotzdem waren wir lange Zeit im Spiel. "Daniel Heuer Fernandes

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HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes | picture alliance/GettyImages

Dass die Niederlage am Ende dennoch bitter und vermeidbar gewesen wäre, macht jedoch Mut, mit erhobenem Haupt auf das kommende Wochenende und die Partie gegen die stark kriselnden Niedersachen des VfL Wolfsburg zu blicken."Es ist aber normal, dass du als Aufsteiger gegen eine Champions-League-Mannschaft mit viel Ballbesitz gewisse Räume vorrangig schließen musst, weil du sonst ganz einfach ausgespielt wirst. Trotzdem waren wir lange Zeit im Spiel. Wir haben am Ende alles versucht und hatten noch mal zwei Chancen durch Otto und Luka. Schade, dass sie nicht reingegangen sind. Am Samstag wartet ein anderes Spiel auf uns. Darauf werden wir eingestellt sein", so Heuer Fernandes.

"Heute war es nicht die Art und Weise, wie wir uns präsentieren wollen. Auch gegen einen Gegner wie Leverkusen muss es unser Anspruch sein, unser Spiel auf den Platz zu bringen. "Daniel Elfadli

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Daniel Elfadli | picture alliance/GettyImages

Einen ähnlichen Mix aus Enttäuschung und einem selbstsicheren Blick nach vorne zeigte Defensivallrounder Daniel Elfadli nach Abpfiff. "Heute war es nicht die Art und Weise, wie wir uns präsentieren wollen. Auch gegen einen Gegner wie Leverkusen muss es unser Anspruch sein, unser Spiel auf den Platz zu bringen. Das haben wir heute nicht geschafft. Wir haben im Kollektiv nicht die Leistung abgerufen, die es braucht, um so einen Gegner zu schlagen. Es ist normal, dass unser Weg nicht immer nach oben geht. Wir müssen lernen, auch mit diesem Prozess umzugehen", versuchte der 28-jährige Verteidiger nach Spielende die Hamburger Köpfe schon wieder aufzurichten.

Auch in Mittelfeldmotor Nicolai Remberg bohrte das bittere Gefühl, dass gegen Bayer 04 deutlich mehr drin gewesen wäre. "Gerade ist es ein sehr nerviges Gefühl, weil wir zum Ende die eine Riesenchance hatten, um doch noch irgendwie einen Punkt mitnehmen zu können", so der 25-jährige Ex-Kieler direkt nach Spielende.

Dass dem HSV im so wichtigen Heimspiel gegen die Werkself kein Punktgewinn gelingen wollte und damit die zweite Heimpleite in Folge auf der Anzeigentafel stand, wirft das Team aber keinesfalls um, wie Remberg versicherte. "Wir haben schon oft im Volksparkstadion gezeigt, dass wir es auch gegen stärkere Teams können. Heute war es keine gute Leistung, aber ich würde nicht von einem Einbruch sprechen. Wir haben zuletzt gegen zwei Top-Teams gespielt und knapp verloren."

"Heute war es keine gute Leistung, aber ich würde nicht von einem Einbruch sprechen. Wir haben zuletzt gegen zwei Top-Teams gespielt und knapp verloren [...] Ich finde es gut, dass es uns nervt, dass wir nicht gut in den Positionen stehen und nicht gut gekickt haben. Das spricht für unseren Anspruch."Nicolai Remberg

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Nicolai Remberg | picture alliance/GettyImages

Dass sich die eigenen Ansprüche seit dem Wiederaufstieg und seit Saisonbeginn deutlich verändert haben, kam bei Remberg ebenfalls zum Ausdruck. Die Hamburger wollen in der Bundesliga nicht nur mitschwimmen um irgendwie zu überleben, sondern vertreten klare Ansprüche an sich selbst und wollen ihre Rolle im Oberhaus einnehmen."Ich finde es gut, dass es uns nervt, dass wir nicht gut in den Positionen stehen und nicht gut gekickt haben. Das spricht für unseren Anspruch", so Remberg, dem in dieser Partie eine ganz besondere Ehre zuteil wurde: "Natürlich hat es mich gefreut und stolz gemacht, heute als Kapitän aufzulaufen. Wenn mir das jemand früher als kleiner Junge gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt. Es ist besonders."

Auch Polzin verkörpert neuen HSV-Anspruch

Ähnliche Töne schlug HSV-Coach Merlin Polzin an, der nach seinen Glückwünschen an den Gegner ebenfalls deutlich machte, dass man sich gegen Leverkusen mehr erhofft hatte. "Glückwunsch an Leverkusen zu einem verdienten Sieg. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die sich nicht nur mit dem Ball unangenehm positionieren und spielen kann, sondern auch gegen den Ball", so Polzin.Und weiter: "Wir wollten Fußball spielen und von hinten heraus aufbauen und sind ehrlich gesagt kaum ins Spiel gekommen, weil sehr gut gepresst wurde. Deshalb haben wir in der Halbzeit umgestellt. Das hat man im zweiten Durchgang gesehen, als wir mehr mit langen Bällen operiert haben."

"Unser Ziel war es, das Spiel gegen eine solch starke Mannschaft möglichst lange offen zu halten. Das haben wir geschafft [...] Wir können diese Niederlage gegen eine Top-Mannschaft der Bundesliga einordnen. "Merlin Polzin

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Merlin Polzin | picture alliance/GettyImages

Auch Merlin Polzin konnte trotz der Niederlage etwas Positives aus diesem Spiel mitnehmen. Er sah sein Team zumindest in Sachen Einstellung teils auf Augenhöhe, auch wenn der qualitative Unterschied offensichtlich schien. "Unser Ziel war es, das Spiel gegen eine solch starke Mannschaft möglichst lange offen zu halten. Das haben wir geschafft. Am Ende hätten wir uns mit der letzten Möglichkeit fast noch den Punkt erkämpft, auch wenn dieser sicherlich nicht verdient gewesen wäre."In Hamburg wird nun aber niemand in Panik ausbrechen, wie Polzin versicherte. Die knappe Niederlage gegen Leverkusen ist kein Beinbruch, auch wenn es eine große Chance für einen Befreiungsschlag gewesen wäre. "Wir können diese Niederlage gegen eine Top-Mannschaft der Bundesliga einordnen. Es geht jetzt darum, zu regenerieren, um am Samstag ein gutes Spiel zu zeigen und ein gutes Ergebnis zu erzielen", richtete Polzin den Blick sachlich und ruhig bereits auf die nähere Zukunft. Ein Ratschlag, den er von Bayern-Coach Vincent Kompany übernommen haben könnte.

Auch wenn unter dem Strich eine punktetechnische Nullnummer für den HSV steht, zeigt der Umgang mit dieser bitteren Niederlage, dass der Verein zumindest im Kopf wieder voll in der Bundesliga angekommen ist und den klaren Anspruch vertritt, die Klasse am Saisonende auch mit einem gewissen Selbstverständnis zu halten. Zwar werden in Hamburg noch kleine Brötchen gebacken, doch das Team präsentiert sich mit beeindruckend breiter Brust, nachdem es sieben Jahre um die aktuelle Saison kämpfen und zittern musste. Der HSV wirkt in sich stabil und gerade das könnte am Ende den Unterschied zu anderen Vereinen im Abstiegskampf machen.

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