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·24 marzo 2026
Nach schwerer Kritik: Jetzt spricht Antonio Rüdiger

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·24 marzo 2026

Obwohl Antonio Rüdiger bei Real Madrid aktuell wieder Stammspieler und Leistungsträger ist, hat er insbesondere in Fußball-Deutschland keinen leichten Stand. Aktuell muss sich der Innenverteidiger schwere Vorwürfe wegen seiner harten Spielweise gefallen lassen.
Was das Fass zum Überlaufen brachte, war eine böse Szene aus dem Ligaspiel gegen Getafe Anfang März. Dort traf Rüdiger den am Boden liegenden Gegenspieler Diego Rico mit dem Knie im Gesicht, ohne dabei eine Chance auf den Ball zu haben. Wenige Wochen später provozierte er dann Pep Guardiola nach dem Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stellte sich Rüdiger erstmals seit den Vorfällen der scharfen Kritik. "Ein harter Verteidiger zu sein, ist Teil meiner DNA", erklärte er. "Wenn du auf diesem Niveau ein Eins-gegen-eins-Spezialist sein willst, darfst du kein netter Begleiter sein", so der 33-Jährige. Laut eigener Aussage sei er nur "noch die Hälfte wert", wenn er ohne diese "Intensität, Hingabe und dem Spiel an der Grenze" agieren würde.
"Neun Jahre ohne Rote Karte auf dem Platz stehend, kommen nicht von ungefähr."Antonio Rüdiger
Allerdings verweist Rüdiger auch auf seine positive Kartenstatistik, die so manchem Kritiker den Wind aus den Segeln nehmen dürfte. "Neun Jahre ohne Rote Karte auf dem Platz stehend, kommen nicht von ungefähr", betonte er, gab aber auch zu, dass einige seiner Aktionen "deutlich drüber" sind.
Rüdiger sei es dennoch wichtig, "kein Unruheherd" zu sein, sondern seinem Team "Stabilität und Sicherheit" zu geben. Das gilt nicht nur für Real Madrid, sondern auch für die deutsche Nationalmannschaft. Nachdem spekuliert wurde, dass der Abwehrspieler in diesem Sommer sogar das WM-Ticket verpassen könnte, nominierte Julian Nagelsmann ihn für die beiden anstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana.
Eine Entscheidung, die Kritikern wie Mario Basler sauer aufstieß. "Ich glaube auch dem DFB nichts mehr. Ich habe auch meine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz gekündigt. Die bekommen von mir nicht einen Euro mehr. Für mich ist der DFB erledigt", rechnete 57-Jährige in der BR-Sendung 'Heute im Stadion' aufgrund der Rüdiger-Nominierung mit dem Verband ab.
"Ich finde, die treten diese Werte, die sie irgendwann einmal vorgegeben haben, gerade mit Füßen, wenn man einen Spieler wie Rüdiger wieder einlädt. Ich finde es eine absolute Schweinerei. Julian Nagelsmann kann man ja mittlerweile nichts mehr glauben. Er hat sich bei mir völlig unglaubwürdig gemacht, weil er einfach einen Rüdiger wieder einlädt, der auf Bewährung gespielt hat", so Basler weiter.
Lothar Matthäus geht die Diskussion um Rüdiger derweil sachlicher an. "Wenn er seine Faxen lässt, sich unter Kontrolle hat und sich aufs Fußballspielen konzentriert, ist er ein Weltklasse-Innenverteidiger", lobt der heutige TV-Experte in seiner Kolumne bei Sky Sport.

Lothar Matthäus glaubt weiterhin an eine Chance für Antonio Rüdiger | Alan Harvey - SNS Group/GettyImages
Während Nico Schlotterbeck für Matthäus als Linksfuß in der DFB-Innenverteidigung gesetzt ist, konkurriert Rüdiger mit Jonathan Tah um den Platz neben dem Dortmunder. Der 65-Jährige sieht Tah zwar in der Favoritenrolle, will Rüdiger mit Blick auf die WM im Sommer aber noch nicht gänzlich abschreiben.
"Rüdiger hatte mit Real Erfolgserlebnisse im Madrider Derby und in der Champions League. Im CL-Viertelfinale gegen den FC Bayern und in den Länderspielen kann er zeigen, dass er bereit ist, in der Anfangsformation zu spielen", so Matthäus.
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