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·19 aprile 2026

#SGERBL – Lackmustest durchgefallen

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Lackmustest durchgefallen. Auf allen Ebenen. An einem wundervollen, frühlingshaften Abend im Frankfurter Stadtwald. Albert Riera dachte sich, deshalb wählte ich das Titelbild als Symbolbild aus, offensichtlich nur ein einziges Wort: F…k. Ihr wisst, was ich meine.

Vor dem Spiel war ich einigermaßen durcheinander, so gab es die gleiche Mannschaftsaufstellung wie gegen Wolfsburg vor Wochenfrist. Und wenn Riera immer so schön sagt, es werden die besten Spieler für die jeweilige Aufgabe benötigt, dann fragte ich mich: wie kann es sein, dass ich gegen einen verunsicherten 17. die gleiche Elf auf den Platz bringe wie gegen den Wirbelwind vom dritten Bundesligaplatz? Mir erschloss sich das nicht, aber sei es drum. Ich hätte irgendwie erwartet, dass man sich etwas mehr anpasst, vielleicht mal den Mut hat sowohl Burkardt als auch Kalimuendo parallel in den Sturm zu stellen. Aber das bin nur ich.


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Dazu gehörten natürlich auch die (Ironiemodus) zahlreichen Fans des Fußballkonstruktes aus Leizpig, innerlich grinste ich in mich rein und dachte mir mal wieder, dass ja die “weite Anreise an einem Samstag Abend zum Topspiel” selbstverständlich daran schuld sein muss, dass nur ein paar Hände voll Leipziger im Stadtwald eintreffen, die von ähnliche vielen Polizisten natürlich beschützt werden müssen. Egal.

Ich entschuldige mich schon einmal für den mutmaßlich konfus wirkenden Artikel, denn so richtig chronologisch werde ich hier heute nicht vorgehen können oder auch wollen. Beginnen möchte ich mit dem Schiedsrichter, den ich prinzipiell für seine lockere Linie gelobt hatte. Ich mag flüssigen Fußball sehr, so wie Schiedsrichter Dankert es eben lebte in diesem Spiel. Dummerweise führte das in einigen durchaus relevanten Szenen (zugegeben auf beiden Seiten) auch dazu, dass m. E. kritische Foulspiele gar nicht geahndet wurden. So sei z. B. ein Foul an Kalimuendo in kritischer Distanz vor dem Leipziger Strafraum genannt, welches dann zu einem massiven Konter der Leizpziger führte. Geschenkt, schuld an der Diva-Niederlage ist er nicht.

Die erste Halbzeit brachte mich im Stadion, ja, ich sagte es schon, emotional bin ich mit der Saison durch; wenn du nichts mehr erwartest wirst du wenig enttäuscht, zu folgendem Zwischenfazit: das ist besser als ich befürchtete das es werden würde. Es stand 1:1. Das Führungstor der Leipziger war an Dilettantismus nicht zu überbieten. Diomande kommt quasi von der rechten Seite des Spielfelds nahe der Eckfahne alleine mit dem Ball am Fuß, läuft um den 16er-Raum herum, an insgesamt 6…7 Eintrachtspielern vorbei, an der linken Ecke des 16er geht er kurz in die Box, zieht ab, trifft. Bravo. Wie können so viele Eintrachtspieler so passiv dastehen und zusehen? Unbegreiflich. Von der miserablen Gegenballspielbewegung zuvor möchte ich gar nicht sprechen.

Einige Minuten später gab es aus einem doch sehenswerten Gegenstoß den Ausgleich für unsere Eintracht, den Larsson schön vollendete – per Kopf. Großes Aufatmen im Stadtwald, brennt da vielleicht doch noch etwas? Denn, das darf man glaube ich deutlich sagen, der Einsatz, der Zweikampfwille, der ging trotz dieser “sieht nicht übel aus-ersten-Halbzeit der Diva völlig ab.

Halbzeit zwei kam. Ohne Wechsel. Für mich unverständlich, da ich fand, dass Leipzig mit seinem defensiven Ansatz und dann schnellem Überspielen durchaus unsere Eintracht (hessisch!) ausgeguckt hatte. Und für Leipzig war es gut, dass wir offensichtlich nichts veränderten, denn sie hatten sich genau dafür etwas überlegt. Und so gehörte mindestens der Beginn der zweiten Hälfte einfach nur ihnen. Es gab etliche gute Chancen für Leipzig, etliche gute Paraden von Zetterer.

Und dann kam der erste Wechsel, Minute 64, Hojlund ging vom Platz, Uzun kam herein. Einerseits für mich verständlich, dass man etwas nach vorne machen muss, andererseits war Hojlund einer von den bis dahin stärksten Spielern auf dem Platz. Das verstand ich nicht. Und damit gab es einen offensichtlichen ersten Bruch im Spiel. Und gepaart mit einem, ja, Patzer von Zetterer, eben das 1:2. Zack. Direkt nach dem Gegentor kamen dann Knauff und Shkiri für Amaimouni und Larsson. Es gab für mich ein deutlich zu vernehmendes Negativ-Raunen im Wald für Shkiri, der glaube ich einfach in Frankfurt fertig hat. Sorry, Ellyes, es hat in Frankfurt einfach nicht harmoniert.

In der 79. Minute wechselte dann Leipzig, Harder u. A. kam auf den Platz, und erledigte das Spiel keine zwei Minuten später mit dem verdienten 1:3. Auch hier stimmte defensiv genau Folgendes: überhaupt gar nichts.

Es gab im Anschluss kein richtiges Aufbäumen der Diva mehr. Ich frage mich im Nachklapp eher, was wirklich mit so manchen Spielern gerade wirklich nicht rund läuft. Amenda wirkte irgendwie unrund, Theate ohnehin wenig stabil (ihn beim 1:3 noch auszuwechseln und Baum zu bringen – ich weiß nicht). Burkardt konnte gefühlt nicht einen Ball festmachen, bei Kontern bleib er zu langsam im Mittelfeld zurück (war das eine Defensivanordnung oder konnte er nicht mehr?), in den letzten fünf Minuten gab es eine Szene, da hätte Burkardt einfach nur wie in der Kreisliga gegen die Laufrichtung der Abwehr in Richtung Elfmeterpunkt kreuzen müssen und hätte wohl abgestaubt, er lief aber nach außen an den Rand des 16ers und die Situation verpuffte. Auch das reicht schlicht nicht.

Koch ist nach wie vor kein Leader, ein spielaufbauender 6er fehlt, das ist einfach tatsächlich noch schlimmer als befürchtet.

Ich für meinen Teil bin gerade jetzt beim Veröffentlichen dieses Artikels der Meinung, dass wir nachher dann Tabellenachter sind, Freiburg wird sich vermutlich keine Blöße gegen Heidenheim geben. Und das dürften wir dann mit diesem Spielansatz, diesem Team auch bleiben. Und im Sommer wird es wohl zu einem ziemlich harten Reset kommen, denn leider fehlt den Meisten auf dem Platz das Eintracht-Kampfgen. Und für diese Zusammenstellung ist am Ende Markus Krösche verantwortlich, dass muss er begreifen und ändern. Oder sich selbst als Teil des Problems sehen und entsprechend mit zum Rest beitragen.

Ob dann ein Neuaufbau mit Riera funktioniert erscheint mir gerade auch mehr als zweifelhaft. Die Diva hat ordentlich gepokert im Championsleaguejahr, sie hat hoch gepokert, aber sie hat offensichtlich das Spiel schlichtweg verloren.

Ich wünsche mir im neuen Jahr 2026/2027 meine gute alte kämpferische Eintracht zurück. Der ich Niederlagen verzeihen kann, weil sie sich aufopferte. So etwas wie gestern, das macht mir schlicht keinen Spaß, das frisst mich auf. Und damit wünsche ich euch allen dennoch einen schönen Sonntag. Macht was draus. Es gibt mehr als Fußball. Trotz durchgefallenem Lackmustest.

(Titelbild: Christof Koepsel/Getty Images)

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