Taktik, Standards und intensive Läufe: Tag vier in Lienz | OneFootball

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VfL Osnabrück

·10 luglio 2026

Taktik, Standards und intensive Läufe: Tag vier in Lienz

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Der nächste sehr warme Tag in Lienz stand am Freitag für die Profis des VfL auf dem Programm. Die Temperaturen sorgten dabei allerdings nicht für eine geminderte Belastung, es wurde wieder sehr intensiv. Der Tagesbericht.

Am vierten Tag in Osttirol sind die Abläufe bei den Profis des VfL Osnabrück mittlerweile bestens eingespielt. Nach dem Frühstück auf der Terrasse folgte das obligatorische Teammeeting, ehe es mit dem Bus ins Dolomitenstadion ging. Im Hotel blieb allerdings Luca Raimund, der mit einem leichten grippalen Effekt ausfiel.


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Auf dem Weg zum Trainingsgelände waren die Straßen in Lienz am Freitagvormittag vor allem durch Fahrräder geprägt. Die Tour of Austria startete ihre dritte Etappe vom Lienzer Hauptplatz, drehte zunächst zwei Runden im Talboden und setzte anschließend zum Sprint vor dem Bahnhof an – genau dort, wo auch der Mannschaftsbus des VfL jeden Tag zum Trainingsgelände fährt. Zu Verzögerungen kam es dennoch nicht. Kurz nach 10:00 Uhr erreichten die Lila-Weißen das Dolomitenstadion und starteten in ihr Aufwärmprogramm.

Athletiktrainer Tim Schütte ließ die Profis zunächst verschiedene Sprungtechniken ausführen, ehe es in Sprints mit anschließender Kopfballübung ging. Währenddessen arbeiteten Daniel Davari und Ferhat Findik auf der gegenüberliegenden Seite des Trainingsplatzes mit den Torhütern und schlugen Flanken in den Fünfmeterraum. Nach einer weiteren Passübung als Teil des Aufwärmprogramms der Feldspieler wechselte die Mannschaft schließlich auf den anderen Platz. So konnten auch die Sponsoren, die am Vortag angereist waren, auf der überdachten Tribüne Platz nehmen. Bei erneut rund 30 Grad und strahlendem Sonnenschein kam der Schattenplatz durchaus gelegen.

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Ebenfalls auf der Tribüne saß Jonathan Wensing, der wie bereits am Donnerstag aufgrund einer Entzündung pausieren musste. Gemeinsam mit Teammanager Leon Seelhöfer überlegte er fleißig, welches Lied er zu seinem Einstand singen könnte. Inspiration gab es am Vorabend reichlich: Neben den Performances von Joel Abu Hanna und Leon Opitz hatte auch Leonhard Münst mit „Sweet Caroline“ von Neil Diamond einen echten Karaoke-Klassiker angestimmt.

Auf dem Platz übernahm derweil Cheftrainer Timo Schultz. Zunächst wurde auf einem halben Spielfeld im 11-gegen-11 trainiert, nach rund 15 Minuten ging es auf dem großen Feld weiter. “Team Schwarz” agierte dabei in einer 3-4-3-Formation und übernahm zunächst den offensiven Part, während Team Gelb in einer 5-2-3-Grundordnung kompakt verteidigte. Schultz unterbrach die Spielform immer wieder, korrigierte Laufwege und Positionierungen und forderte von seinen Offensivspielern insbesondere mehr Tiefenläufe. Mehrfach erklärte der VfL-Cheftrainer, welche Abläufe er in Ballbesitz sehen möchte.

Für “Team Gelb” kamen Jonsson und Sauter im Tor sowie Wiemann, Müller und Fabinski in der Dreierkette zum Einsatz. Kammerbauer, Münst, Jacobsen und Lesueur besetzten die Außen- und Halbpositionen, während Badjie, Riesselmann und Schmidt die Offensive bildeten. Team Schwarz lief mit Krumrey und Böggemann im Tor, Abu Hanna, Janotta und Bornschein in der Defensive sowie Faber, Wagner, Henning und Kröger im Mittelfeld auf. Opitz, Meißner und Kopacz bildeten die Angriffsreihe.

Die beste Offensivaktion der Gelben leitete Badjie mit einem präzisen Steckpass auf den über die linke Seite gestarteten Kammerbauer ein. Der Außenspieler nahm den Ball sauber mit, zögerte beim Abschluss jedoch einen Moment zu lange und schob ihn schließlich knapp am linken Pfosten vorbei. Die Führung für Team Schwarz fiel wenig später nach einer unglücklichen Abstimmung in der Defensive. Nach einem langen Ball wollte Fabinski per Kopf zu Torhüter Jonsson klären. Dieser hatte den Fünfmeterraum jedoch bereits verlassen, sodass der Ball ungehindert ins Tor rollte.

Nach einer kurzen Trinkpause wechselten beide Mannschaften die Seiten. Das Trainerteam nutzte die Unterbrechung, um einzelnen Spielern gezielte Hinweise zu Laufwegen und Stellungsspiel mit auf den Weg zu geben. Im zweiten Durchgang änderten sich die Aufgaben: Nun verteidigte Team Schwarz im tiefen Block, während Team Gelb den Ballbesitz übernahm und Lösungen gegen die kompakte Defensive finden sollte.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Intensität hoch. Eine der besten Möglichkeiten gehörte Opitz, der eine Hereingabe im Strafraum per Volley abschloss, den Ball jedoch über das Tor setzte. Kurz vor Ende unterlief Joel Abu Hanna im eigenen Sechzehner ein Foulspiel an Bernd Riesselmann, sodass Schultz einen Strafstoß für Team Gelb pfiff. Danny Schmidt nahm sich der Sache an und schloss links unten zum Ausgleich ab. Luca Böggemann ahnte die Ecke, hatte jedoch keine Chance, den Ball zu parieren.

Nach gut anderthalb Stunden beendete das Trainerteam die Vormittagseinheit. Anschließend ging es zum Mittagessen zurück ins Teamhotel. Diesmal fiel die Mittagspause etwas länger aus, sodass sich die Spieler erholen und bei Bedarf von der Physioabteilung behandeln lassen konnten.

In der Nachmittagseinheit ging Fridolin Wagner aufgrund der Belastungssteuerung statt auf den grünen Rasen ins Zelt und absolvierte dort verschiedene Kraftübungen. Alle anderen Akteure aus der Vormittagseinheit durften sich zunächst sowohl an ihrem Kopfballspiel als auch an ihren Torhüterkünsten ausprobieren.

Den Auftakt bildete eine lockere Wettbewerbsform. In einer Kopfball-Challenge trat „Team Alt“ gegen „Team Jung“ an. Nach einem Einwurf neben den Pfosten galt es, den Ball per Kopf im Tor unterzubringen und anschließend selbst zwischen die Pfosten zu wechseln. Gespielt wurden drei Runden – am Ende setzten sich wie so oft die Routiniers mit 2:1 durch.

Anschließend teilte das Trainerteam die Mannschaft auf beide Plätze auf. Eine Gruppe vertiefte das Kopfballspiel mit Fokus auf unterschiedliche Auftaktbewegungen. Zunächst dienten Aufstellfiguren als Gegenspieler, ehe die Spieler die Abläufe unter direktem Gegnerdruck gegen ihre Teamkollegen wiederholten. Immer wieder legten die Trainer Wert auf das richtige Timing beim Lösen vom Gegenspieler.

Parallel dazu arbeitete die zweite Gruppe an Standardsituationen. Im Mittelpunkt stand dabei die zweite Hereingabe nach zunächst geklärten Eckbällen. Leonhard Münst, Patrick Kammerbauer und Konrad Faber schlugen die Bälle von der Eckfahne in den Strafraum, während Jonas Krumrey und Niklas Sauter sich im Tor regelmäßig abwechselten. Ismail Badjie und David Kopacz komplettierten die Gruppe, sammelten die abgewehrten Bälle auf und brachten sie entweder direkt wieder gefährlich in den Sechzehner oder suchten selbst den Abschluss.

Nach rund einer halben Stunde versammelte Schultz schließlich die komplette Mannschaft auf einem Platz. Gemeinsam wurden nun verschiedene Eckballvarianten trainiert. Das Trainerteam unterstützte dabei gemeinsam mit den Torhütern die Defensivformation, während die Feldspieler in wechselnden Fünfergruppen den Offensivpart übernahmen.

Den Schlusspunkt des Trainingstages setzte eine intensive Laufeinheit. Vom Strafraum bis zum gegenüberliegenden Strafraum mussten die Profis jeweils innerhalb von zehn Sekunden sprinten, ehe nach einer ebenso langen Pause der nächste Lauf folgte. Sechs Wiederholungen bildeten einen Durchgang, insgesamt standen drei Durchgänge auf dem Programm. Sebastian Schwermann, Head of Performance, orientierte sich dabei an einer Studie aus der Premier League. Erstmals hatte er diese Trainingsform während der Rehaphase von Niklas Wiemann in der vergangenen Saison getestet und war von den anschließenden Leistungsdaten überzeugt. Nun absolvierte erstmals die gesamte Mannschaft die Einheit.

Selbst Videoanalyst Ferhat Findik ließ es sich nicht nehmen, zwei der insgesamt drei Durchgänge mitzulaufen, und sorgte damit bei Spielern und Betreuern gleichermaßen für anerkennende Blicke. Nach dem letzten Sprint war den Profis die Belastung deutlich anzusehen. Damit endete auch der Trainingsteil des vierten Tages im Osttiroler Trainingslager, ehe es für die Lila-Weißen erschöpft, aber zufrieden zurück ins Teamhotel ging.

Am Abend stand schließlich noch das gemeinsame Essen mit den angereisten Sponsoren auf dem Programm. Nach einem erneut intensiven Tag bot sich dabei die Gelegenheit, die Eindrücke aus Lienz abseits des Platzes zu teilen. Musikalisch untermalt wurde das Beisammensein von Konrad Faber und Jonas Krumrey, die ihre Gesangskunst zur Schau stellten. Konrad Faber nahm sich dabei Mario Richter zur Seite, mit dem er zur Freude der Zuhörerschaft zusammen „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens performte. Jonas Krumrey folgte mit „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider Murphy Gang und schloss damit den vierten Tag in Lienz passend ab.


Text: Jendrik Greiwe Fotos: Jonas Jürgens

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