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·24 marzo 2026
Torreira rechnet mit Bielsa ab und bekennt sich klar zu Galatasaray – auch sein Traumklub steht fest

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Lucas Torreira hat sich in einem ausführlichen Interview sehr persönlich zu seiner Situation bei Galatasaray, zur ausbleibenden Berufung in die uruguayische Nationalmannschaft und zu seinen Zukunftsplänen geäußert. Der Mittelfeldspieler machte dabei unmissverständlich klar, dass er sich bei den Gelb-Roten wohlfühlt, keinen Abschied plant und zugleich darunter leidet, von Marcelo Bielsa nicht berücksichtigt zu werden.
Im Gespräch mit Ovacion betonte Lucas Torreira, dass sich sein Leben vor vier Jahren durch einen Anruf von Fernando Muslera verändert habe. Der Uruguayer beschrieb den langjährigen Torhüter nicht nur als prägende Figur für seine Entscheidung, sondern auch als einen Menschen, der ihn in Istanbul auf besondere Weise begleitet habe.
„Muslera war für mich wie ein Vater, nicht nur ein großartiger Torwart. Er war mir all die Jahre ein Mentor und hat mir jeden Winkel von Galatasaray gezeigt. Deshalb bin ich dankbar, dass ich diese Zeit mit ihm geteilt habe“, sagte Torreira. Diese Worte zeigen, wie eng seine Bindung an den Klub und an sein Umfeld in Istanbul geworden ist.
Der 30-Jährige ließ auch an seiner sportlichen Haltung keinen Zweifel. Einen Vereinswechsel sieht Torreira derzeit nicht, vielmehr beschrieb er seine Beziehung zu Galatasaray in emotionalen und ungewöhnlich deutlichen Worten.
„Ich bin seit fast vier Jahren in diesem Verein und habe mich hier verliebt. Jedes Mal, wenn ich das Galatasaray-Trikot trage, ist es wirklich das Wunderbarste. Ich sage das nicht, um damit zu prahlen, weil ich solche Dinge nicht gerne mache, aber ich liebe es, für diesen Verein zu spielen“, erklärte er. Anschließend wurde er noch grundsätzlicher: „Ich glaube nicht, dass mich ein anderer Verein holen würde. Ich lebe und atme für diese Institution und was ich mir am meisten wünsche, ist, großartige Momente zu erleben, weiterhin Meisterschaften zu gewinnen und diese Uniform zu tragen.“
Neben seiner eigenen Situation sprach Lucas Torreira auch über Federico Valverde, dessen Entwicklung ihn nach eigenen Worten überhaupt nicht überrascht. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid steht für ihn beispielhaft für das Niveau, das uruguayische Fußballer auf höchster internationaler Ebene erreichen können.
„Die Dinge, die Valverde macht, sind unglaublich. Das beweist er jedes Wochenende in der Champions League und in La Liga. Er ist zu einem der wichtigsten Spieler von Real Madrid geworden, und als Uruguayer bin ich stolz und glücklich für ihn“, sagte Torreira.
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Besonders offen wurde Torreira beim Thema Nationalmannschaft. Nachdem er nicht in den erweiterten 35er-Kader für die anstehenden Testspiele gegen England und Algerien aufgenommen wurde, formulierte er seine Enttäuschung klar, ohne dabei den Trainer oder seine Mitspieler frontal anzugreifen.
„Manchmal bin ich realistisch und weiß, dass die Weltmeisterschaft 2026 sehr bald stattfindet, aber es gibt auch Tage, an denen ich aufgeregt bin, Tage, an denen ich der Wahrheit ins Auge sehe. Wenn ich nicht einmal auf der 35er-Liste stehe, liegt das daran, dass ich dem Trainer entweder nicht gefalle oder er denkt, dass es bessere Spieler als mich gibt, und das ist völlig verständlich“, sagte der Mittelfeldspieler.
Gerade dieser Teil des Interviews zeigt, wie sehr ihn die Situation beschäftigt. Torreira machte klar, dass ihn das Thema emotional trifft, er aber bewusst verhindern wolle, dass es seinen Alltag bei Galatasaray überschattet.
„Ich kann nicht meine ganze Zeit damit verbringen, mir über etwas Sorgen zu machen, das mich letztendlich aufregt, denn nicht in der Nationalmannschaft zu sein, berührt mich wirklich. Ich rede nicht schlecht über meine Teamkollegen oder den Trainer, denn die Weltmeisterschaft steht vor der Tür und ich bin sicher, dass er die besten Spieler holen möchte, die seine Vision auf dem Spielfeld anwenden können“, erklärte er. Danach ergänzte er: „Ich muss mich weiterhin auf meinen eigenen Weg konzentrieren und meinem Team helfen, und ich möchte nicht den Verstand verlieren, weil ich den Moment, in dem ich lebe, Galatasaray, meine Teamkollegen und jedes Spiel, das ich spiele, genießen muss. Unter den besten 16 Teams der Champions League zu sein, ist keine zu unterschätzende Leistung.“
Seit Mai 2025 wurde Lucas Torreira nicht mehr für Uruguay nominiert. Auch inhaltlich gab es nach seinen Aussagen keinen Austausch mit dem Trainerstab, keine Erklärung und keinen Hinweis darauf, wie seine Rolle künftig aussehen könnte.
„Ich hatte keinen Kontakt zu ihm, weder mit dem Trainerstab noch mit irgendjemand anderem in der Nationalmannschaft. Aber jedes Mal, wenn es eine FIFA-Phase gibt, ist man aufgeregt und schaut immer wieder aufs Telefon, um eingehende E-Mails oder Nachrichten zu überprüfen“, sagte Torreira. Zugleich vermied er jede weitere Zuspitzung und betonte, dass die Nationalmannschaft in Ruhe arbeiten müsse, weil die Weltmeisterschaft näher rücke.
Auch langfristig blickt Torreira bereits auf einen möglichen nächsten Abschnitt seiner Laufbahn. Der Mittelfeldspieler machte kein Geheimnis daraus, dass sein Herz seit Kindheitstagen für Club Nacional schlägt und dass er diesen Traum eines Tages verwirklichen möchte.
Er erklärte, dass einige seiner Brüder, ein Nachbar und enge Freunde ihn früh mit dem Klub verbunden hätten. Besonders sein Nachbar habe ihn in jungen Jahren häufig zum Training begleitet und damit entscheidenden Einfluss auf seine emotionale Bindung zu Nacional gehabt. „Ich hoffe, dass ich eines Tages nach Uruguay zurückkehre und die Chance bekomme, in der ersten Liga zu spielen, denn das ist mir seit meiner Kindheit nicht mehr gelungen, und das ist etwas, was ich auch in Zukunft erreichen möchte“, sagte er.
Damit verknüpfte Torreira auch einen sportlichen Wunsch, der über eine bloße Rückkehr in die Heimat hinausgeht. Er möchte zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in Südamerika spielen und dort um große Titel kämpfen.
„Ja, das würde ich gerne, denn ich habe hier in Europa alles erlebt, ich habe an allen Wettbewerben teilgenommen und bin hier sehr glücklich, aber ich weiß nicht, wann es in Südamerika sein wird“, sagte er mit Blick auf einen möglichen Einsatz im Trikot von Nacional und die Aussicht auf den Copa Libertadores.
Am emotionalsten wurde das Interview, als Torreira über den Verlust seiner Mutter sprach. Der Mittelfeldspieler machte deutlich, dass dieser Schmerz ihn bis heute begleitet und dass ihm gerade in wichtigen Momenten bewusst wird, was sie in seinem Leben und auf seinem Weg bedeutet hat.
Er sagte, der größte Schmerz sei, dass seine Mutter ihn nicht von der Tribüne aus unterstützen könne. Gerade in einer Phase, in der er bei Galatasaray viele prägende Momente erlebt habe, sei diese Leerstelle besonders spürbar. Zugleich beschrieb Torreira seine Mutter als Kraftquelle, die ihn auch weiterhin begleite und ihm in schwierigen Zeiten Halt gebe. So verbindet das Interview sportliche Klarheit mit einem sehr persönlichen Einblick in die Gefühlslage eines Spielers, der sich bei Galatasaray sichtbar angekommen fühlt, die Nationalmannschaft aber weiterhin nicht loslassen kann.









































