90PLUS
·15 de abril de 2026
500 Millionen verbrannt? PSG entlarvt Liverpools große Schwächen brutal

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·15 de abril de 2026

Paris Saint-Germain hat Liverpool auch im Rückspiel mit 2:0 geschlagen und die Reds im Champions-League-Viertelfinale insgesamt klar mit 4:0 aus dem Wettbewerb geworfen. Das Aus zeigte aber nicht nur die Klasse des Titelverteidigers, sondern legt schonungslos offen, wo Liverpool unter Arne Slot weiter die größten Probleme hat.
Nach dem 0:2 im Hinspiel war klar, dass Anfield diesmal mehr brauchte als Atmosphäre und Erinnerung an alte Wunder. Liverpool zeigte im Rückspiel tatsächlich ein anderes Gesicht, zumindest phasenweise. Mehr Energie, mehr Mut, mehr Druck. Aber selbst diese deutlich verbesserte Leistung reichte nur dazu, das Spiel für 20 oder 25 Minuten offener erscheinen zu lassen. Wirklich auf Augenhöhe war Liverpool auch da nur bedingt.
Das ist der eigentliche Kern dieses Ausscheidens. Liverpool war nicht komplett chancenlos, aber über beide Spiele hinweg weit davon entfernt, das Duell an sich zu reißen. Im Prinzenpark lief man der Partie fast über 90 Minuten hinterher, in Anfield gab es zwar endlich Druckphasen, doch auch dort blieb vieles Stückwerk.
Arne Slot sprach nach dem Rückspiel davon, seine Mannschaft habe im Vergleich zur Vorwoche „große Fortschritte“ gemacht und gezeigt, dass sie mit PSG mithalten könne. Das stimmt oberflächlich sogar. Liverpool hatte im Rückspiel mehr Abschlüsse, mehr Momente und vor allem in der zweiten Halbzeit eine Phase, in der das Stadion noch einmal an eine Wende glaubte. Allerdings blieb es bei einer Phase.
Denn PSG brauchte nie das absolute Maximum, um dieses Duell zu kontrollieren. Selbst in einer Partie, in der Liverpool offensiver auftrat und das Publikum anschob, hatte man nie das Gefühl, dass Paris wirklich ins Wanken gerät. Sobald die Franzosen das Tempo wieder anzogen, wurde es sofort gefährlich.

Foto: Getty Images
Eine der auffälligsten Geschichten dieses Viertelfinals war Mohamed Salah, der zweimal die Bank drückte. Im Hinspiel gar nicht eingewechselt, obwohl Liverpool ein Tor gebraucht hätte. Im Rückspiel zunächst erneut draußen, ehe ihn erst die schwere Verletzung von Hugo Ekitiké nach 30 Minuten ins Spiel brachte.
Allein diese Personalie sagt viel über den Zustand Liverpools aus. Salah ist nicht mehr der Unterschiedsspieler früherer Jahre, das ist offensichtlich. Aber dass er in den beiden wichtigsten Spielen der Saison zuerst keine Startelfoption war, zeigt auch, wie sehr Slot gerade nach Antworten sucht. Und wie wenig klar die Hierarchie im Offensivspiel inzwischen ist.
Dabei brachte Salah nach seiner Einwechslung sofort genau das ein, was Liverpool zuvor gefehlt hatte. Durch Präsenz im letzten Drittel, sauberen Hereingaben und Gefahr aus dem Halbraum. Mit seinem ersten Ballkontakt leitete er direkt die bis dahin beste Liverpool-Chance ein. Später war er an weiteren gefährlichen Aktionen beteiligt. Er war nicht überragend, aber sichtbar. Und genau deshalb wirkt die Entscheidung, ihn in beiden Spielen zunächst draußen zu lassen, im Rückblick noch fragwürdiger.
Aus deutscher Sicht rückt Florian Wirtz zwangsläufig in den Mittelpunkt. Nicht, weil er der Hauptschuldige wäre. Aber weil genau solche Spiele die sind, an denen Spieler seiner Klasse gemessen werden. Wirtz war bemüht, anspielbar, aktiv im Kombinationsspiel. Er hatte gute Pässe, leitete Angriffe ein, suchte Verbindungen. Aber wieder fehlte dieses Besondere, dieses letzte prägende Moment. Kein Tor, kein Assist, kein Abschluss, der in Erinnerung bleibt. Matthias Sammer formulierte es hart, aber treffend: Wirtz sei vielleicht „das Spiegelbild von Liverpool aktuell“. Man sehe das Können, aber eben nicht das ganz Besondere.

Foto: IMAGO / Focus Images
Das wirkt hart, trifft aber den Punkt. Wirtz ist nicht das Problem dieses Teams, aber eben auch noch nicht die Lösung. Über die beiden PSG-Spiele hinweg war er Teil einer Offensive, die insgesamt auf 180 Minuten kein Tor zustande brachte. Er hatte Szenen, aber keinen Stempel. Und gerade in einem K.o.-Duell gegen ein Team wie Paris reicht das nicht.
Damit landet man automatisch bei Arne Slot. Nicht alles ist seine Schuld, und auch im Rückspiel war Liverpool kein desolater Trümmerhaufen. Aber dieses Viertelfinale hat die offenen Fragen um ihn nicht kleiner, sondern größer gemacht. Seine Aufstellungen, seine Rollenverteilung, sein Umgang mit Salah, der Startelfeinsatz von Alexander Isak nach monatelanger Pause, dazu die insgesamt fehlende Abstimmung einer für sehr viel Geld zusammengebauten Offensive.
All das fällt jetzt auf den Niederländer zurück. Liverpool hat im Sommer fast eine halbe Milliarde investiert. Wirtz, Isak, Ekitiké, Frimpong, Kerkez, Mamardashvili. Das ist kein Kader, der am Ende titellos und auf Platz fünf taumelnd durch die Saison gehen sollte. Slot betont weiter, die Zukunft sehe „sehr rosig“ aus. Das mag intern sinnvoll sein. Öffentlich klingt es nach einem Trainer, der weiß, dass er Ergebnisse braucht und sie nicht mehr liefern konnte.

Foto: Getty Images
Konaté sagte nach dem Spiel, das 0:4 insgesamt sei „ja und nein“ ein faires Spiegelbild. Auch das stimmt irgendwo. Liverpool hatte im Rückspiel durchaus Szenen, in denen ein Tor das Stadion noch einmal hätte anzünden können. Der zurückgenommene Elfmeter gehört dazu, die Chancen von Kerkez, Gakpo oder Ngumoha ebenfalls. Aber über zwei Spiele hinweg bleibt die Wahrheit klar, denn PSG war reifer, klarer und effizienter. Liverpool dagegen wirkte wie eine Mannschaft, die noch immer nicht weiß, welche Version von sich selbst sie eigentlich sein will.









































