Der BVB setzt auf einen Talentsucher – und riskiert dabei auch Lars Rickens Zukunft | OneFootball

Der BVB setzt auf einen Talentsucher – und riskiert dabei auch Lars Rickens Zukunft | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: feverpitch.de

feverpitch.de

·23 de março de 2026

Der BVB setzt auf einen Talentsucher – und riskiert dabei auch Lars Rickens Zukunft

Imagem do artigo:Der BVB setzt auf einen Talentsucher – und riskiert dabei auch Lars Rickens Zukunft

Einen Tag nach der Trennung von Sebastian Kehl präsentiert Dortmund Ole Book vom Zweitliga-Tabellenzweiten SV Elversberg – mit Dreijahresvertrag ab Mittwoch.

Ein Tag. Mehr brauchte Borussia Dortmund nicht, um Sebastian Kehl zu verabschieden und seinen Nachfolger zu präsentieren. Am Sonntag die Trennung, am Montag die Verkündung: Ole Book, 40 Jahre alt, kommt vom Zweitliga-Tabellenzweiten SV Elversberg und wird neuer Sportdirektor des BVB. Dreijahresvertrag, Dienstantritt am Mittwoch. Wer glaubt, dass diese Blitzaktion spontan war, glaubt auch, dass Personalentscheidungen in der Champions League per Bauchgefühl fallen. Die Wahrheit ist: Dieser Wechsel war längst durchgeplant. Und genau hier beginnt die eigentliche Frage – nicht ob Book gut genug ist, sondern was seine Verpflichtung über den BVB verrät.


Vídeos OneFootball


Zunächst zum Offensichtlichen: Der Karriereweg von Ole Book ist außergewöhnlich. Seit 2017 hat er die SV Elversberg aus der Viertklassigkeit bis an die Schwelle zur Bundesliga geführt. Spieler wie der heutige Nationalstürmer Nick Woltemade oder Fisnik Asllani entwickelten sich unter seiner Regie zu Profis für höhere Aufgaben. Younes Ebnoutalib holte Book aus der sechsten Liga und verkaufte ihn ein Jahr später für acht Millionen Euro an Eintracht Frankfurt. Das ist beeindruckend. Das zeugt von einem exzellenten Auge, von Mut, von einem Gespür für den richtigen Moment. Aber: Es ist auch eine völlig andere Welt als die, die ihn jetzt erwartet.

Dortmund steht auf Platz zwei der Bundesliga, 61 Punkte nach 27 Spieltagen, nur zwei Saisonniederlagen. Und doch ist die Lage komplex. Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan werden den Klub verlassen. Im Vertragspoker um Nico Schlotterbeck, dessen Vertrag 2027 ausläuft, drängt der BVB seit Monaten auf eine Lösung – Real Madrid und der FC Liverpool sollen Interesse haben. Das sind keine Verhandlungen, die man mit Zweitliga-Erfahrung führt. Das sind Machtspiele, bei denen Berater mit Millionenforderungen auftreten und Klubs mit unbegrenztem Budget locken. Die Frage ist nicht, ob Book Talent erkennt. Die Frage ist, ob er Talent halten kann, wenn die Großen klopfen.

Lars Ricken nennt Book seinen „Wunschkandidaten" und lobt dessen „kreative und mutige Ideen auf dem Transfermarkt". Das klingt gut, aber es klingt auch wie eine bewusste Abkehr vom Vorgängermodell. Sebastian Kehl, seit 2018 im BVB-Management, seit 2022 Sportdirektor, führte den Klub noch 2024 ins Champions-League-Finale. Nun räumt Ricken auf und baut sich seine eigene Struktur. Book ist kein Zugeständnis an den Markt – er ist Rickens Mann, der ihm zuarbeiten soll, nicht neben ihm agieren.

Zur Wahrheit gehört auch: Der BVB ist in dieser Saison im DFB-Pokal und der Champions League frühzeitig ausgeschieden. Der Vizemeistertitel wäre Pflicht, kein Triumph. Es braucht also nicht nur einen guten Scout im Sportdirektoren-Büro, sondern jemanden, der die politische Architektur eines Großklubs versteht. Wer Spieler aus der sechsten Liga für acht Millionen verkauft, beweist Cleverness. Wer Schlotterbeck gegen die Verlockungen aus Madrid und Liverpool verteidigen soll, braucht mehr als das.

Ole Book bekommt seine Chance – verdient, weil seine Arbeit in Elversberg herausragend war. Aber Dortmund ist nicht die saarländische Provinz, und 81.365 Zuschauer im Signal-Iduna-Park verzeihen langsamer als die vierte Liga. Der BVB setzt darauf, dass ein Talententdecker auch ein Machtpolitiker sein kann. Falls nicht, wird Ricken bald die nächste Trennung verkünden müssen: seine eigene.

Saiba mais sobre o veículo