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·15 de maio de 2026
“Es war mir eine Ehre“ – Nein, uns war es eine Ehre: Mit Dominique Heintz verlässt ein „guter Kerl“ den 1. FC Köln

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Simon Bartsch
15 Mai, 2026
Mit lautem Jubel und Beifall bedachten die Fans vergangenes Wochenende den Auftritt von Dominique Heintz im Müngersdorfer Stadion. Der Innenverteidiger der Geißböcke bekam dabei den Lohn für seine Zeit beim FC.

Dominique Heintz vom 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
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Der Abschied von Dominique Heintz am vergangenen Wochenende war schon ein besonders emotionaler. Schon bei der Einwechslung kurz vor Schluss der Begegnung gegen den 1. FC Heidenheim war der Pfälzer von den Fans mit Standing Ovations und lautem Jubel bedacht worden. Spieler wie Jan Thielmann schubsten den 32-Jährigen Richtung Trainerbank, wollten den Innenverteidiger nochmal auf dem Feld sehen. Von den Mannschaftskollegen gab es anschließend Umarmungen, von Thomas Kessler wertschätzende Worte: „Heinzi, bei dir fällt es mir besonders schwer, wir haben die Kabine geteilt. Der Aufstieg wurde dir genommen, weil der FC gerade Geld brauchte, den haben wir uns letztes Jahr wiedergeholt. Ihr seid immer hier zu Hause“, so Kessler.
„Heinzi“ hat in seinen beiden jeweils dreijährigen Phasen in Köln Spuren hinterlassen. Dabei war der Wechsel nach Freiburg 2018 keine Entscheidung, die von Seiten des Spielers getroffen wurde, verriet der 32-Jährige im vereinseigenen Podcast. „Das hat Gründe gehabt, die man jetzt auch sagen kann. Das lag nicht an mir. Ich habe gesagt, ich bleibe da nach dem Abstieg und möchte das wieder gutmachen. Aber manchmal kommen im Fußball dann auch andere Menschen dazu im Verein. Und die, die da damals tätig waren, haben eine andere Meinung gehabt hier beim FC, das muss man dann manchmal auch akzeptieren“, so Heintz. Man habe ihm wenig Spielzeit oder sogar gar keinen Kaderplatz in Aussicht gestellt. Dann müsse man in jungen Jahren natürlich auch überlegen, dass man gerade gut unterwegs ist und man so gute Spiele gemacht hat, dass man schauen müsse, dass man weiter Spielzeit bekommt und auch gebraucht wird.
Dass weder der Verein noch die Fans dem Abwehrspieler einen Vorwurf ob des Transfers zum SC Freiburg gemacht haben, zeigte die Freude über die Rückkehr im Sommer 2023. Dennoch scheint die Situation des Abgangs nach dem Abstieg den 32-Jährigen nachhaltig zu beschäftigen. „Vielleicht kann man das nochmal klarstellen, dass es nicht so war, dass ich einfach abhauen wollte, weil wir runtergegangen sind. Für mich wäre das eine Jahr kein Problem gewesen. Das habe ich ja auch das letzte Mal, als wir jetzt abgestiegen sind, so gemacht“, betonte Heintz noch einmal ausdrücklich. „Da wurde ich dann aber gewollt und gebraucht. Ich wollte damals aber auch kein Fass aufmachen, so bin ich nicht.“
Nein, so ist Heinzi nicht. Der Fußballprofi bestach in all den Jahren durch seine Bodenständigkeit, die Fannähe, ohne den Eindruck zu vermitteln, er würde durch Autogrammanfragen gestört. Der Pfälzer grüßte jeden freundlich, nahm sich selbst im FC-Fanshop Zeit für die großen und kleinen Anhänger der Mannschaft. Und auch gegenüber dem Team zeigte der FC-Profi wahre menschliche Größe. Zuletzt als er langjährige Mitarbeiter des Vereins am Silvesterabend vor dem Trainingslager in La Nucia zu sich nach Hause einlud, damit diese nicht alleine im Hotel den Jahreswechsel feiern mussten. Kein Wunder also, dass auch die Reaktionen auf den Abgang beim FC mit lobenden Worten für den Innenverteidiger gespickt waren. Von „Danke für alles, Heintzi“, bis „Einfach ein feiner Kerl“ schlug dem 32-Jährigen Wertschätzung entgegen. Zum Abschied ebenso wie nach der Bekanntgabe seiner Rückkehr zum FC im Sommer 2023.
Die Freude über die Rückkehr zum FC war aber nicht nur auf Fanseite, sondern auch auf Seiten des Spielers groß. „Ich war froh, nach guten Gesprächen dann wieder hier zu sein, dass der FC mich dann nochmal geholt hat. Das ist selten, dass man nochmal zur alten Wirkungsstätte zurückkommt und dass es so schnell wieder passiert“ so Heintz. „Die letzte drei Jahre sind genauso schön wie die ersten drei. Deswegen bin ich stolz, in den sechs Jahren für den Verein alles gegeben zu haben.“ Egal, ob als Stamm- oder Ergänzungsspieler, auf Heintzi war in den vergangenen Spielzeiten immer Verlass. Besonders positiv fiel der Pfälzer durch seine ruhig und bodenständige Art auf. Immer nett grüßend, mit einem lockeren Spruch oder einem Rat für die jüngeren Mannschaftsmitglieder nahm der 32-Jährige eine Vorbildfunktion innerhalb des Vereins ein.
Auch seine eigene Arbeitseinstellung trug dazu bei: „Es ist wichtig, dass du im Training jeden Tag Gas gibst, dass du für die Mannschaft da bist und zeigst, dass du ein erfahrener Spieler bist, dass dich nichts umhaut und du bereit bist, jeden Tag ans Limit zu gehen“, so Heintz. „Dann kann man auch persönlich mit einem guten Gefühl nach Hause fahren und sagen ,Ich habe heute alles so investiert, dass ich mit mir zufrieden bin“. Genau dies sei ein guter Weg, den er die ganzen Jahre eingeschlagen habe. „Wenn man dranbleibt und gute Trainingseinheiten abliefert, dann wird man auch wieder belohnt“, so das Credo des Abwehrspielers. Auch Trainer René Wagner hatte zum Abschied lobende Worte für den Innenverteidiger und beglückwünschte künftige Vereine zu einem super Spieler und tollen Menschen.
Der Abschied fiel Heintz sichtlich schwer. „Es war mir eine Ehre hier spielen zu dürfen. Der FC ist meine Familie und wird immer einen tiefen Platz in meinem Herzen haben. Das ist kein ,Tschüß`, sondern ein ,Bis bald`“, sagte Heintz unter Tränen. Der Innenverteidiger wäre gerne noch geblieben, müsse die Entscheidung des Vereins aber akzeptieren. Das täte natürlich weh, weil es jetzt natürlich auch noch mehr Spaß mache, da wo man jetzt wieder sei. Den Kopf in den Sand stecken wird Heintz aber nicht. „Ich werde trotzdem weiter Fußball spielen. Ich habe noch Bock, ich bin noch fit“, so der Pfälzer. Seine Zeit in Köln werde er vermissen, die Leute, die Mannschaftskollegen, den Weg zum Geißbockheim, die Stadt und am meisten das Stadion und die Heimspiele und die Siege mit der Hymne. „Wenn man rausläuft, das war natürlich immer ein Highlight.“
Den FC werde Heintzi noch oft besuchen kommen und es gäbe auch noch einen Plan nach der Karriere, verriet der 32-Jährige. „Man weiß ja nie, was der Fußball noch so bringt und ob ich vielleicht irgendwann hier nochmal aufschlage in anderer Funktion, wenn ich später vielleicht auch meinen Trainerschein habe“, so Heintz. Willkommen ist der bodenständige Pfälzer sicherlich und vielleicht ist das „Tschüß“ dann wirklich nur ein „Bis bald“.
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