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·03 de abril de 2025
Führungskrise beim FC Bayern? Hoeneß und Co. müssen sich selbst hinterfragen

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·03 de abril de 2025
Es ist nicht lange her, da hat sich der FC Bayern auf der Führungsebene neu aufgestellt. Christoph Freund wurde als Sportdirektor eingestellt, Max Eberl schließlich vor etwas mehr als einem Jahr als Sportvorstand installiert. Das Kapitel Freund/Eberl sollte, da war man sich beim Rekordmeister einig, ein vielversprechendes werden.
Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic, die vorher als Führungsduo fungierten, waren spätestens nach der Eberl-Einstellung vergessen. Nicht aber ein Satz, den Oliver Kahn nach seinem Aus beim Rekordmeister rückblickend zur Arbeit mit Uli Hoeneß sagte: „Kennen Sie Succession? Es ist eine grandiose Serie über einen Patriarchen und mächtigen Medienmogul, der keinen für fähig hält, ihn zu beerben.“
Die Kritik ist nur auf den ersten Blick versteckt. Denn wer die Abläufe beim FC Bayern in den letzten Jahren kennt, weiß, dass Hoeneß sich nicht selten förmlich in Fettnäpfchen setzte. Beim Kane-Transfer verärgerte er mit öffentlichen Aussagen Tottenham, der Deal wurde komplizierter. Thomas Tuchel schockierte er mit offensichtlich falschen Aussagen zu einem Gespräch zwischen beiden. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.
Foto: IMAGO
Doch zurück zur aktuellen Thematik. Diese muss nämlich noch kurz erläutert werden. Seit einigen Tagen nämlich halten sich die Meldungen, wonach Max Eberl beim Rekordmeister kritisch gesehen wird. Vorwürfe sind zum Beispiel, dass er den gepredigten Sparkurs nicht entsprechend einhält, dass er alleine bei Transfers vorprescht und nicht genügend mit den „Ober-Bossen“ um Hoeneß kommuniziert.
Ein Bericht der Münchner Abendzeitung wirft neue Fragen auf. Demnach sei es nicht einmal ausgeschlossen, dass im Sommer für Eberl Schluss ist. Angeblich war er nicht mehr Teil der Gespräche, als die Vertragsverlängerungen von Jamal Musiala und Joshua Kimmich über die Ziellinie gebracht wurden. Das wäre hinsichtlich der Eberl-Zukunft ein katastrophales Zeichen.
Dass Hoeneß seit Jahren ein Problem hat, loszulassen, ist kein Geheimnis. In vierteljährlichem Rhythmus erscheint von ihm ein Interview, in dem er – überspitzt gesagt – mindestens eine vereins- oder geschäftsschädigende Aussage unterbringt. Succession, um im Bild zu bleiben, holt den FC Bayern ganz offensichtlich derzeit ein. Denn nach außen hin schien alles ruhig zu sein zuletzt, die Vertragsverlängerungen gingen, wenn auch nicht alle schnell, über die Bühne. Ein neues Fundament wird aufgebaut, Pläne wurden geschmiedet.
Foto: IMAGO
Und jetzt besteht die Möglichkeit, dass all das wieder eingerissen wird? Mal ehrlich: Das wäre kein gutes Zeichen. Übrigens, auch nicht für all die, die bei Bayern auf der Liste stehen. Sei es ein Markus Krösche oder ein Mario Gomez oder Ralf Rangnick, die allesamt in den Medien kursieren. Bricht nun wieder Unruhe aus, sorgt das für eine nicht gerade positive Außendarstellung. Dabei war gerade in dieser Saison die Ruhe über weite Strecken eines der Kernelemente, die für den Erfolg gesorgt haben.
Jetzt ist es von außen betrachtet natürlich schwer, die Arbeit von Max Eberl en détail und vollumfänglich zu bewerten. Ohne jede Zweifel hat er aber für Ergebnisse gesorgt, auch wenn die Trefferquote nicht bei 100 Prozent liegt. Vielleicht wäre es klüger, sich im gesamten Verein mittlerweile eher damit zu beschäftigen, ob das Problem nicht vielleicht eine Stufe weiter oben liegt. Denn wenn die „Ober-Bosse“, die weiter einen großen Einfluss auf den Aufsichtsrat ausüben, mit allem ein Problem haben, dann sind sie vielleicht selbst das Problem.
Sie müssen sich hinterfragen, müssen einen Denkprozess bei sich selbst anstoßen, Neues zulassen und Veränderungen auch ein wenig Zeit geben. Gerade jetzt, vor einem Sommer, der essenziell wichtig ist, wieder neue Strukturen einzuführen, wäre es fahrlässig und könnte das Projekt wieder zurückwerfen. Und was, wenn ein neuer Sportvorstand installiert wird und Hoeneß und Co. ein Jahr später wieder irgendetwas nicht passt, weil sie es selbst früher anders gemacht hätten? Abgesehen davon: Es ist sicher nicht falsch, an einem Lebenswerk zu hängen. Aber dieses eigene Lebenswerk zu gefährden, indem man es nicht loslässt, ist nun auch nicht Sinn der Sache.