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·08 de março de 2026

Generationswechsel auf Wolfsburger Art

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Nach neun Niederlagen in 15 Spielen trennt sich der VfL Wolfsburg von Trainer Daniel Bauer und Geschäftsführer Peter Christiansen. Dieter Hecking soll den Abstieg verhindern.

Neun Niederlagen in 15 Spielen. Acht Partien ohne Sieg. Tabellenvorletzter nach dem 1:2 gegen Aufsteiger Hamburger SV. Das sind die Zahlen, die Daniel Bauers kurze Amtszeit in Wolfsburg zusammenfassen. Ich frage mich: Wer hat ernsthaft geglaubt, dass ein U19-Trainer, der erst im November das Amt von Paul Simonis übernommen hatte, diesen Verein vor dem erstmaligen Bundesliga-Abstieg bewahren kann?


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Die Entlassung von Bauer und Geschäftsführer Peter Christiansen, der sein Amt erst im Sommer 2024 angetreten hatte, ist keine Überraschung. Sie ist die logische Konsequenz eines Scheiterns, das sich seit Monaten abzeichnete. Was mich irritiert, ist die Naivität, mit der dieser Klub in die Saison gegangen ist. Christiansen kam, Simonis ging, Bauer übernahm – und niemand in der Führungsetage schien zu begreifen, dass strukturelle Probleme nicht durch Personalwechsel verschwinden.

Bauer selbst hat es schon nach der 0:4-Pleite beim VfB Stuttgart ausgesprochen: Die Atmosphäre, die Kultur innerhalb des Klubs sei nicht bundesligatauglich. Ein Trainer, der öffentlich die Strukturen seines Arbeitgebers kritisiert, hat entweder nichts mehr zu verlieren oder spricht eine unbequeme Wahrheit aus. In Wolfsburg war es vermutlich beides. Die schlechteste Saison seit dem Aufstieg 1997 ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Fehlentscheidungen.

Jetzt soll Dieter Hecking retten, was zu retten ist. Der 61-Jährige kennt den Verein, er gewann hier den DFB-Pokal und den Supercup. Aber das war zwischen 2013 und 2016. Seitdem ist viel passiert. Beim VfL Bochum wurde Hecking im September des vergangenen Jahres entlassen, nachdem er als Feuerwehrmann den Klassenerhalt in der Bundesliga nicht geschafft hatte. Die Frage, die sich mir aufdrängt: Warum sollte es in Wolfsburg anders laufen?

Fanstimmung beim VfL Wolfsburg aggressiv

Die Fan-Stimmung ist nach der Heimniederlage gegen den Hamburger SV aggressiv wie nie. Gesänge wie "Wir haben die Schnauze voll", Pyrotechnik, Beschimpfungen der Mannschaft. Kapitän Maximilian Arnold sprach von "Frustration pur". Das ist die Realität eines Vereins, der sich jahrelang auf die Millionen von Volkswagen verlassen hat und dabei vergessen hat, eine echte Identität zu entwickeln.

Hecking wird versuchen, mit Erfahrung und Pragmatismus das Schlimmste zu verhindern. Aber selbst wenn der Abstieg abgewendet wird, bleibt die Grundfrage unbeantwortet: Was ist der VfL Wolfsburg eigentlich? Ein Werksklub ohne Seele, der Trainer verschleißt und Geschäftsführer nach wenigen Monaten entlässt? Oder ein Verein, der bereit ist, sich ehrlich mit seinen strukturellen Defiziten auseinanderzusetzen?

Die Entscheidung für Hecking ist eine Wette auf die Vergangenheit. Ob sie aufgeht, hängt nicht nur vom Trainer ab, sondern davon, ob die Verantwortlichen in Wolfsburg endlich verstehen, dass Personalwechsel keine Strategie ersetzen.

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