Real mit dem Rücken zur Wand: Muss Arbeloa zum Königsmörder werden? | OneFootball

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·15 de abril de 2026

Real mit dem Rücken zur Wand: Muss Arbeloa zum Königsmörder werden?

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Real Madrid droht eine titellose Saison. Die Königlichen sorgten in dieser Spielzeit häufiger neben dem Platz für Schlagzeilen als darauf. Allein das Drama rund um Ex-Coach Xabi Alonso sorgte über Monate für Spannungen und Unruhe.

Doch auch ohne den ehemaligen Leverkusen-Trainer wurde es nicht besser – im Gegenteil. Unter Nachfolger Alvaro Arbeloa schied Madrid erst aus dem Pokal aus und verspielte dann auch noch die Meisterschaft. Und auch in der Champions League stehen die Königlichen nach dem 1:2 im Hinspiel gegen den FC Bayern mit dem Rücken zur Wand.


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Arbeloa steht vor dem Rückspiel in München also gehörig unter Druck. Sein Schicksal hängt gewissermaßen an seiner Mannschaft, doch es gibt ein Problem: Kylian Mbappé.

Schadet Mbappé dem Team?

Das mag auf den ersten Blick verwundern, schließlich ist der Franzose der beste Torschütze der Madrilenen und war in dieser Saison schon häufig ihre Lebensversicherung. Das große Problem ist vielmehr seine allumgreifende Art auf dem Spielfeld.

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Kylian Mbappé ist bei Real der Dreh- und Angelpunkt | NurPhoto/GettyImages

Steht der 27-Jährige auf dem Rasen, dann gibt es bei Real nur eine Taktik: Bringt den Ball irgendwie zu Mbappé, den Rest wird er schon machen. Die anderen überragenden Einzelspieler wie ein Jude Bellingham oder Vini Jr. verkommen die meiste Zeit über zu Statisten, die nur dafür da sind, um Mbappé die Bälle zuzuspielen.

Das spiegelt sich auch in ihren Statistiken wieder. Vor Mbappés Ankunft 2024 waren Bellingham und Vini das Herzstück einer variablen und frei aufspielenden Offensive. Vini sammelte in 26 Ligaspielen 15 Tore und sechs Assists, Bellingham in 28 Partien sogar 19 Tore und acht Assists.

Nicht der Stürmer, den Real braucht

Nun ist es natürlich klar, dass mit der Ankunft eines Spielers vom Kaliber Mbappés die Quoten logischerweise etwas schwächer werden. Schließlich will auch der Franzose seine Tore machen. Das Problem ist vielmehr: Es gibt für ihn in Reals System keine echte Rolle, in die er passt.

Mbappé ist nicht der klassische Mittelstürmer wie einst Cristiano Ronaldo oder Karim Benzema, er ist eigentlich auf dem Flügel zuhause. Hier kann er sein Tempo und sein Dribbling am besten ausspielen. Nur wird seine Paradeposition – der linke Flügel – bei Real von Vini Jr. blockiert.

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Vini und Bellingham sind längst nicht mehr so gut wie noch vor zwei Jahren – auch wegen Mbappé | Diego Souto/GettyImages

Der 27-Jährige muss also eine Position spielen, die er nicht einhundertprozentig so ausfüllen kann, wie die Königlichen es eigentlich brauchen. Er ist kaum im Strafraum unterwegs, sondern wartet häufig an der Sechzehnerkante oder weicht auf die Flügel aus, was dazu führt, dass der Strafraum unbesetzt ist – für Real eine Katastrophe. Die Königlichen waren immer dann am besten, wenn sie einen Mittelstürmer hatten, der entweder mehr mitspielte (Benzema) oder sogar eine falsche Neun auf den Platz schickten, die so Platz für die Außenstürmer schuf (Bellingham). Mit beiden gewannen sie jeweils auch die Champions League.

Mit Mbappé leidet die Variablität

Dass Mbappé Reals Spiel eindimensionaler und so ungefährlicher macht, lässt sich übrigens auch sehr gut belegen. Als der 27-Jährige Anfang des Jahres wegen Knieproblemen ausfiel, gewann Madrid sechs ihrer sieben Spiele und besiegten dabei unter anderem Benfica Lissabon, zweimal Manchester City und Stadtrivale Atlético.

Sobald Mbappé in die Startelf zurückkehrte, verlor die Mannschaft zwei Spiele in Folge und kam anschließend gegen Girona nur zu einem 1:1-Unentschieden. In der Liga gewannen die Blancos in dieser Saison zudem vier ihrer fünf Spiele ohne Mbappé und erzielte dabei 15 Tore.

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Fede Valverde erzielte im Achtelfinal-Hinspiel gegen Manchester City einen Hattrick | Quality Sport Images/GettyImages

Wenn man sich gerade die Partien ohne den 27-Jährigen am Jahresanfang anschaut, dann fällt auf: Real spielt deutlich variabler, ist schwerer ausrechenbar und macht das Spiel vor allem breiter. Insbesondere Vini Jr., Fede Valverde und Aurelien Tchouameni kamen viel häufiger in gefährliche Positionen und erzielten insgesamt 13 der 16 Tore in den sieben Spielen ohne Mbappé. Seit der Franzose wieder zurück ist, gaben Tchouameni und Valverde zusammen nur noch einen Schuss auf das gegnerische Tor ab.

Mit dem Latein am Ende?

Die Königlichen sind also besser, wenn der Franzose nicht auf dem Platz steht – oder zumindest schwerer auszurechnen. Das wiederum bringt Trainer Alvaro Arbeloa für das Rückspiel gegen die Bayern in eine Zwickmühle.

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Alvaro Arbeloa steht gegen Bayern enorm unter Druck | KARL-JOSEF HILDENBRAND/GettyImages

Denn eigentlich muss er Mbappé spielen lassen, gar keine Frage. Doch dies tut er auf die Gefahr hin, dass Reals Taktik im wichtigsten Spiel der Saison heißt: Passt den Ball irgendwie zu Mbappé.

Man kann Arbeloa auch nicht vorwerfen, dass er nicht schon alles versucht hätte. Im Hinspiel bot er beispielsweise Mbappé und Vinicius als Doppelspitze auf, das Resultat blieb jedoch das gleiche. Wird der Franzose nicht involviert, kommt Real kaum einmal zu gefährlichen Toraktionen.

Königsmörder Arbeloa?

Arbeloa weiß natürlich auch um die Macht, die der 27-Jährige innerhalb des Vereins besitzt. Nicht ohne Grund tauchten kürzlich Berichte auf, dass Real an Didier Deschamps als Nachfolger für Arbeloa interessiert ist. Der französische Nationaltrainer arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Mbappé zusammen.

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Sitzt Mbappé gegen Bayern auch auf der Bank? | NurPhoto/GettyImages

Es ist also eine überaus verzwickte Situation für die Blancos. Mbappé ist der beste Spieler des Teams, macht den Rest der Mannschaft aber nicht besser, sondern eigentlich schlechter. Arbeloa wiederum schreckt anders als Vorgänger Xabi Alonso vor unpopulären Entscheidungen zurück.

Will er jedoch zumindest die Chance wahren, auch in der nächsten Saison Trainer von Real Madrid zu sein, dann muss er das Undenkbare tun: Er muss gewissermaßen zum Königsmörder werden und Mbappé auf die Bank setzen. Das wird dem Franzosen zwar nicht gefallen, würde aber allen anderen Spielern zugute kommen. Am Ende steht schließlich der sportliche Erfolg über allem – und der braucht manchmal auch unpopuläre Entscheidungen.

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