Miasanrot
·09 de março de 2026
Salary Cap in der Bundesliga: Chance oder Risiko für den FC Bayern?

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·09 de março de 2026

Die DFL führt einen Salary Cap in Form einer Kaderkostenregel ein, und der FC Bayern könnte der große Profiteur sein.
Die DFL hat auf ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, eine Kaderkostenregel einzuführen: die Bundesligaversion eines Salary Caps. Ausgaben von Vereinen, die direkt in den Kader fließen, sollen künftig begrenzt werden. Als Bemessungsgrundlage gilt der sogenannte “relevante Umsatz”.
DFL-Geschäftsführer Marc Lenz erklärte: „Mit der (…) der Einführung der Kaderkostenregel geht die DFL einen wichtigen und für alle Clubs sinnvollen Schritt (…). Es handelt sich um eine der umfassendsten Weiterentwicklungen der nationalen Finanzregularien in der Geschichte des deutschen Profifußballs.“
Doch wie groß ist die Weiterentwicklung wirklich und welchen sportlichen Auswirkungen könnte die Kaderkostenregel bringen? Miasanrot ordnet die deutsche Variante eines “Salary Caps” vorläufig ein.
Sportlicher Wettbewerb ist erbarmungslos. Die Kosten von sportlichem Misserfolg für Vereine, Manager und Trainer sind hoch. Entsprechend groß ist der strukturelle Anreiz, möglichst viel Geld in den Kader zu investieren, im Zweifel auch über die eigenen wirtschaftlichen Möglichkeiten hinaus.
Aus Vereins- und Managersicht ist die Logik nachvollziehbar: Abstiege aus der Bundesliga oder das Verpassen der Champions League sind kurzfristig teurer als zusätzliche Investitionen in Spieler.
Für eine Liga insgesamt entwickelt sich daraus eine Art Gefangenendilemma: Ohne Kostenregulierung hätten alle Vereine jeweils den Anreiz, mehr Geld auszugeben, als langfristig wirtschaftlich vernünftig wäre. Um eine solche Spirale zu verhindern, gibt in den meisten Profiligen institutionalisierte Auflagen zur Ausgabenbeschränkungen, in der Bundesliga bisher in Form der Lizenzierungsvorgaben.
Ein oft übersehener Nebenaspekt: Diese Regelungen wirken sich auch auf Spieler aus, oft zu ihrem Nachteil. Ohne Kostenbegrenzung wären die Spieler die Nutznießer der höheren Ausgaben der Vereine.
In unterschiedlichen Sportarten und Ligen gibt es unterschiedliche Varianten von Salary Caps. Die wichtigsten Unterschiede betreffen zwei Fragen:
Im europäischen Fußball sind prozentuale Obergrenzen üblich. Sowohl die UEFA als auch die spanische LaLiga begrenzen Kaderkosten in Relation zu den Einnahmen der Clubs. Im US-Sport sind absolute monetäre Obergrenzen die Regel.
Die NBA und die MLS arbeiten mit fixen Summen als Salary Caps, wenden diese aber weich an. Es gibt Ausnahmen und „Luxussteuern“, die ein Überschreiten der Obergrenze ermöglichen. Die NFL hingegen wendet ihren fixen Salary Cap sehr strikt an. Dort hat jedes Team die exakt gleiche Obergrenze für die Summe aller Spielergehälter. In der Saison 2026/27 beträgt dieser rein auf Spielergehälter bezogene Salary Cap rund 300 Millionen Dollar.
Die Bundesliga orientiert sich am europäischen Modell. Die neue Regel begrenzt die Kaderkosten auf maximal 70 Prozent der sogenannten relevanten Einnahmen.
Die Einführung erfolgt schrittweise und soll erst in der Saison 2028/29 vollständig greifen. Bis dahin dürften noch einige Detailfragen geklärt werden müssen, sobald Clubs erstmals ihre Kaderkostenquoten offenlegen.
Für die Ermittlung der Kaderkostenquoten sind die genauen Definitionen der Kaderkosten und relevanten Einnahmen zentral.
HSV-Vorstand Eric Huwer, teil der DFL-Arbeitsgruppe und Finanzexperte, erläuterte zur Zusammensetzung der relevanten Einnahmen: „Dazu zählen insbesondere Einnahmen aus Spielbetrieb, Sponsoring und Werbung, medialen Verwertungsrechten, kommerziellen Aktivitäten, sonstige Erlöse. Von diesen Erlösen werden direkt zuordenbare Aufwendungen – etwa für Merchandising oder nichtfußballerische Aktivitäten – sowie bestimmte außerordentliche oder über dem Zeitwert liegende Einnahmen abgezogen.“
Auch nach der Huwerschen Präzisierung bleiben Fragen, die letztendlich vermutlich erst nach den ersten Berichtsschleifen geklärt werden.
Wie genau die Kaderkosten definiert werden, hat die DFL in ihrer Pressemeldung nicht vollständig ausgeführt. In ihrer Kommunikation betont sie jedoch, sich an den Finanzregularien der UEFA zu orientieren. Dort umfassen Kaderkosten Spieler- und Trainergehälter sowie Ablösesummen und Beraterprovisionen.
Profifußballvereine haben bereits heute umfangreiche Reportingpflichten gegenüber der UEFA, der DFL und der Öffentlichkeit. Für Buchhaltung, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bedeutet das erhebliche Komplexität und teils mehrfache Buchführung.
Ein Beispiel: Der FC Bayern wies auf seiner Mitgliederversammlung für 2023/24 einen Konzernumsatz von 952 Millionen Euro aus. In den offiziellen DFL-Finanzkennzahlen wird der Konzernumsatz des FC Bayern für dieselbe Saison mit 898 Millionen Euro beziffert.
Neben dem Reporting-Aufwand komplizieren viele Auflagen auch die Steuerung der Vereine im Tagesgeschäft. Sollte sich die Bundesliga tatsächlich eng an den UEFA-Definitionen orientieren, könnte das zumindest für international spielende Vereine Doppelarbeit reduzieren.
Die konkrete Grenze von 70 Prozent wirkt relativ großzügig und sollte die deutschen Profivereine nicht vor Probleme stellen.
Laut veröffentlichter Finanzkennzahlen der DFL lagen die Personalaufwendungen aller 36 Profiklubs 2023/24 zwischen rund 40 und 60 Prozent ihrer Umsätze.
Zwar unterscheiden sich diese Kennzahlen von den künftig maßgeblichen Größen Kaderkosten und relevante Einnahmen. Aber sie deuten darauf hin, dass die meisten deutschen Profivereine bereits heute deutlich unter der neuen Grenze liegen.
Der Teufel wird im Detail stecken. Gerade aus US-Ligen sind zudem zahlreiche kreative Methoden bekannt, mit denen Clubs versuchen, Salary-Cap-Regeln auszureizen und zu optimieren, zum Beispiel durch das bilanzielle Verschieben von Gehältern in andere Vertragsjahre.
Eine zentrale Konsequenz ergibt sich aus der Konstruktion der Regel selbst. Da sich die erlaubten Kaderkosten direkt am Umsatz orientieren, werden bestehende wirtschaftliche Unterschiede praktisch festgeschrieben.
Der FC Bayern erwirtschaftet je nach Definition rund 900 Millionen Euro pro Jahr. Auf Platz zwei folgt Borussia Dortmund mit etwa 500 bis 600 Millionen. Frankfurt, Leipzig und Leverkusen folgen mit 300 und 500 Millionen. Andere Bundesligaclubs liegen teils deutlich dahinter.
Wendet man zur groben Orientierung die 70-Prozent-Regel auf die gesamten Umsätze an, ergibt sich folgendes Bild:
Den sportlichen Rückstand auf die Spitze durch mutige Investitionen aufholen? Fehlanzeige.
Besonderer Kniff aus Bayernsicht: Schutz gegen potenzielle Konkurrenz durch Investoren
Bayerns Aufsichtsräte Herbert Hainer und Uli Hoeneß wollen die ”50+1”-Regel lieber heute als morgen abschaffen und die Bundesligaclubs für die Übernahme durch Investoren öffnen.
Die 70-Prozent-Kaderkostenregel macht es auch für Investoren deutlich schwieriger, schnell hohe Summen in übernommene Vereine zu investieren. Im theoretischen Szenario, in dem etwa ein Traditionsverein wie Werder Bremen oder der 1. FC Köln von Investoren gekauft würde, dürften diese auch nach einer Finanzspritze nur langsam wachsen, um die 70-Prozent-Obergrenze nicht zu reißen.
Für eine endgültige Bewertung wird es auf zwei Dinge ankommen: die konkrete Ausgestaltung der Details und die spätere Kontroll- und Sanktionspraxis der Liga.
Kurzfristig wird die neue Regel kaum spürbare Auswirkungen haben. Die meisten Bundesligaclubs dürften sich bereits heute innerhalb der geplanten Grenzen bewegen.
Langfristig erfüllt die Kaderkostenregel vermutlich vor allem zwei Funktionen: Sie schützt die Clubs kollektiv vor einem kostspieligen Wettrüsten und stabilisiert gleichzeitig die bestehende finanzielle Hierarchie der Liga.
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