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·14. Februar 2026

1. FC Köln: Geldstrafen für Pyro-Chaos verpuffen wie immer

Artikelbild:1. FC Köln: Geldstrafen für Pyro-Chaos verpuffen wie immer

Das DFB-Sportgericht verhängt eine Geldstrafe gegen den FC nach dem Derby in Mönchengladbach. Mindestens 56 Bengalos wurden gezündet, das Spiel unterbrochen.

Der 1. FC Köln wird zur Kasse gebeten, und das zu Recht. 98.500 Euro Strafe für das Pyro-Spektakel beim Derby in Mönchengladbach – eine Summe, die wehtut, aber offenbar nicht genug, um das Problem an der Wurzel zu packen.


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Die Zahlen sprechen für sich: Mindestens 56 Bengalische Feuer und 30 Blinker zündeten Kölner Fans vor, während und nach dem Spiel. Die Rauchentwicklung war so massiv, dass der Schiedsrichter die Partie für zwei Minuten unterbrechen musste. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist organisierte Störung des Spielbetriebs.

Man kann die Romantisierung von Pyrotechnik in deutschen Fankurven durchaus verstehen. Die Bilder sind spektakulär, die Stimmung elektrisierend. Doch wer so argumentiert, blendet die Realität aus. Bengalos brennen mit über 1000 Grad. Sie verursachen schwere Verbrennungen, lösen Panik aus und gefährden Unbeteiligte. In einem voll besetzten Stadionblock ist das keine Folklore, sondern fahrlässige Körperverletzung mit Ansage.

Der FC darf immerhin bis zu 32.800 Euro der Strafe in sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen investieren. Das klingt nach einem Kompromiss, ist aber eigentlich eine Bankrotterklärung. Der Verein soll also Geld ausgeben, um seine eigenen Fans davon abzuhalten, Straftaten zu begehen. Ein absurder Kreislauf, der sich seit Jahren wiederholt.

Die Frage, die sich stellt: Wann reicht es? Wann wird aus Geldstrafen, die Bundesligisten aus der Portokasse bezahlen, eine echte Konsequenz? Geisterspiele, Teilausschlüsse, Punktabzüge – das wären Maßnahmen, die tatsächlich Wirkung beim 1. FC Köln zeigen würden. Doch der DFB scheut den Konflikt mit den organisierten Fanszenen, und die Vereine ducken sich weg.

Der 1. FC Köln ist kein Einzelfall, aber ein Wiederholungstäter. Die Aufsteiger-Euphorie in der Domstadt ist verständlich, die Leidenschaft der Fans legendär. Doch Leidenschaft rechtfertigt keine Gefährdung anderer Menschen. Wer das nicht begreift, hat in einem Stadion nichts verloren.

Die 98.500 Euro werden den FC nicht in finanzielle Schieflage bringen. Sie werden vermutlich nicht einmal dazu führen, dass beim nächsten Risikospiel weniger gezündelt wird. Denn solange die Strafen kalkulierbar bleiben und die Täter in der Anonymität der Masse verschwinden, ändert sich nichts.

Das eigentliche Problem sitzt tiefer: Eine Fankultur, die Pyrotechnik als Identitätsmerkmal begreift, und Vereine, die sich nicht trauen, ihre zahlenden Kunden zu verprellen. Der FC Köln zahlt, zuckt mit den Schultern und macht weiter. Bis zum nächsten Mal.

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