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·12. August 2026

18 Euro und Stehplatz beim Klopp-Heimdebüt: Der DFB kauft sich Nähe zurück

Artikelbild:18 Euro und Stehplatz beim Klopp-Heimdebüt: Der DFB kauft sich Nähe zurück

Ein Kurswechsel im Windschatten eines prominenten Debüts: Der Verband gibt nach, weil ihm die Stimmung nicht mehr gehört.

Zwei Zahlen stehen in der DFB-Mitteilung von Dienstag: 18 Euro für das günstigste Ticket beim Länderspiel gegen Griechenland am 27. September in Augsburg, drei Euro weniger für Mitglieder des Fan Clubs Nationalmannschaft, Verkaufsstart am 18. August. Was der Käufer dafür bekommt, gab es bei der Nationalmannschaft seit mehr als 25 Jahren nicht: einen Stehplatz.


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Der Preis ist die Botschaft. Der DFB erfüllt nicht bloß einen Fanwunsch, er kauft eine Beziehung zurück, die ihm abhandengekommen ist – und den Termin dafür liefert das Heimdebüt von Bundestrainer Jürgen Klopp.

Nachlesen lässt sich das bei DFB-Präsident Bernd Neuendorf selbst. „Stehplätze sind ein wichtiger Bestandteil der Fankultur und des Stadionerlebnisses in Deutschland“, sagt er, und: „Aus dem Dialog mit unseren Fans wissen wir, wie groß der Wunsch nach Stehplätzen bei Länderspielen ist.“ Wer zugleich hofft, „einen weiteren Beitrag zur positiven Entwicklung der Stimmung bei Länderspielen zu leisten“, hat damit eingeräumt, dass es mit dieser Stimmung nicht zum Besten steht.

Die UEFA hatte ihr seit 1998 geltendes Stehplatzverbot für internationale Wettbewerbe bereits vor der Saison 2022/23 aufgehoben. Deutschland, Frankreich, England, Spanien und Italien durften damals wieder öffnen, später kamen die Niederlande, Belgien, Schottland, Portugal und Österreich hinzu. Jahre danach zieht der DFB nach – pünktlich zu einem Heimspiel, das ohnehin jeder sehen will.

Nur galt die Öffnung damals für die Vereinswettbewerbe der Männer, erst für die Saison 2026/27 wird das Programm auf alle UEFA-Wettbewerbe ausgeweitet. Dass sich der Verband nach eigener Darstellung in den vergangenen Jahren innerhalb der UEFA für die Wiedereinführung bei Länderspielen und Turnieren starkgemacht hat, spricht für ihn. Und selbst wenn der Termin kalkuliert ist: Kalkül heißt hier, dass der Wunsch der Fans zur Währung geworden ist, in der der DFB zahlen muss.

Der beste Beleg, dass mehr dahintersteckt als Zubehör für einen prominenten Trainer, steht weiter unten in derselben Mitteilung: Stehplätze soll es auch bei UEFA-Spielen der Frauen-Nationalelf und der U21 der Männer geben. Dort trägt kein großer Name die Nachfrage, dort entscheiden die Ränge allein.

Klopps erstes Spiel als Bundestrainer ist ohnehin ein Auswärtsspiel, am 24. September in Amsterdam gegen die Niederlande. Die Stehplätze kommen drei Tage später in Augsburg, das nächste Heimspiel folgt am 1. Oktober in München gegen Serbien. Die Bühne gehört dem Trainer, die Lautstärke denen, die künftig wieder stehen dürfen.

Dass ein günstiges Ticket und ein Stehplatz zu den stärksten Argumenten dieses DFB-Herbstes zählen, ist kein Verdienst des Verbandes: Es ist die Rechnung, die ihm seine Fans ausgestellt haben.

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