fussball-news.de
·7. August 2026
2. Bundesliga: Hertha als Positiv-Überraschung? Drei Hot-Takes zur neuen Saison!

In partnership with
Yahoo sportsfussball-news.de
·7. August 2026

Vorhang auf! Die 2. Bundesliga startet am heutigen Freitagabend mit dem Kracher zwischen dem VfL Bochum und Hertha BSC in die neue Spielzeit. Nachdem wir bereits ein Blick auf die Favoriten, das große Power-Ranking und die spannendsten Top-Talente der Saison vorgestellt haben, fehlt nur noch eines: Die Hot-Takes für die kommende Spielzeit.
Dynamo Dresden ist gerade erst dem Abstieg entkommen und soll nun direkt in die Bundesliga durchmarschieren? Was zunächst völlig überzogen klingt, ist bei einem genaueren Blick auf die vergangenen Monate gar nicht so unrealistisch.
Bereits in der Rückrunde der vergangenen Saison zeigte die Mannschaft, welches Potenzial tatsächlich in ihr steckt. Dynamo belegte in diesem Zeitraum den vierten Platz und sammelte nur unwesentlich weniger Punkte als die späteren Aufsteiger aus Gelsenkirchen und Paderborn. Der Aufschwung war dabei kein kurzfristiger Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren spielerischen Entwicklung. Dresden trat mutiger auf, fand auch unter Druck Lösungen und verfügte über deutlich mehr Qualität im Ballbesitz.
Mit Thomas Stamm besitzt die SGD einen der besten Trainer der gesamten Liga. Stamm führte Dynamo bereits in die 2. Bundesliga und vermittelte dem Ostklub eine klare spielerische Idee. In Kombination mit der enormen Euphorie rund um den Verein kann eine Dynamik entstehen, die Dresden über eine komplette Saison trägt. Wenn das Rudolf Harbig Stadion einmal richtig in Fahrt kommt, gibt es in der 2. Bundesliga kaum einen unangenehmeren Ort für eine Auswärtsmannschaft.
Auch auf dem Transfermarkt hat Dynamo wichtige Entscheidungen getroffen. Mit Ben Bobzien, Thomas Keller, Niklas Faber und Jonas Sterner wurden mehrere Spieler fest verpflichtet, die den Verein bereits kennen und somit keine lange Eingewöhnungszeit benötigen. Vor allem der Verbleib von Bobzien ist ein starkes Signal. Mit vier Toren und fünf Vorlagen in der Rückrunde war der Offensivspieler einer der entscheidenden Faktoren für den Klassenerhalt.
Mit Tobias Raschl kommt ein weiterer spielstarker Akteur mit reichlich Zweitliga Erfahrung ins zentrale Mittelfeld. Kenneth Schmidt erhöht die Qualität im Spielaufbau, während Till Neininger als hochveranlagter Innenverteidiger zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Insgesamt wirkt der Kader noch spielstärker und variabler als in der vergangenen Saison.
Der Abgang von Kofi Amoako tut dennoch weh. Der Mittelfeldspieler, der sich dem Hamburger SV anschloss, brachte ein äußerst athletisches und defensivstarkes Profil mit, das nicht ohne Weiteres ersetzt werden kann. Trotzdem besitzt Dresden inzwischen genügend Alternativen, um diesen Verlust als Mannschaft aufzufangen.
Für den Aufstieg müsste natürlich vieles zusammenpassen. Bleiben die Leistungsträger fit und knüpft Dynamo an seine starke Rückrunde an, kann sich die Mannschaft frühzeitig im oberen Tabellendrittel festsetzen. Aus einem Außenseiter würde dann schnell ein ernsthafter Kandidat werden. Unser erster Hot Take: Dynamo Dresden steigt sensationell in die Bundesliga auf.

Foto: Getty Images
Noch nie ging Hertha BSC mit vermeintlich so schwierigen Voraussetzungen in eine Zweitliga-Saison. Nach den Abgängen absoluter Leistungsträger wie Fabian Reese, Mickael Cuisance und Tjark Ernst rechnet in der Hauptstadt kaum jemand ernsthaft mit dem Aufstieg. Der Kader verliert individuelle Klasse, bekannte Gesichter und Spieler, die Partien im Alleingang entscheiden konnten.
Genau darin könnte jedoch die große Chance liegen.
Der Berliner Klub befindet sich in einem Umbruch, der nicht nur unvermeidbar, sondern dringend notwendig ist. In den vergangenen Jahren fehlte Hertha eine klare Identität. Trotz einer der talentiertesten Nachwuchsabteilungen Deutschlands gelang es viel zu selten, den eigenen Spielern eine überzeugende Perspektive bei den Profis zu bieten. Einige der größten Berliner Talente suchten ihren Weg deshalb bei Vereinen wie Bayer Leverkusen oder Bayern München.
Nun kann Hertha endlich wieder konsequent auf den Berliner Weg setzen. Mit Mayson Grothe auf der linken Abwehrseite, Innenverteidiger Jerome Diallo und vor allem dem hochveranlagten defensiven Mittelfeldspieler Boris Lum stehen gleich mehrere Nachwuchsspieler bereit, die den Sprung zu den Profis schaffen können. Hinzu kommen weitere Talente wie Jelani Ndi, Soufian Gouram oder Niklas Hildebrandt.
Im Umfeld ist angekommen, dass der direkte Wiederaufstieg nicht selbstverständlich ist. Der große Druck scheint vorerst verschwunden. Statt kurzfristig eine Mannschaft für eine einzige Aufstiegssaison zusammenzustellen, kann Hertha eine neue Achse entwickeln und eine Identität schaffen, mit der sich Fans und Stadt wieder identifizieren können.
Die entscheidende Frage bleibt Stefan Leitl. Ist er der richtige Trainer, um jungen Spielern Fehler zuzugestehen und sie dauerhaft weiterzuentwickeln? Wenn ihm das gelingt, könnte Hertha sportlich deutlich stabiler auftreten, als es die aktuelle Stimmung vermuten lässt. Nicht zwingend als Aufstiegskandidat, aber als mutige und begeisternde Mannschaft, die im oberen Tabellendrittel landet und rund um den Klub erstmals seit langer Zeit wieder echte Aufbruchsstimmung erzeugt.

Foto: Getty Images
In den vergangenen Jahren war Eintracht Braunschweig beinahe schon traditionell im Abstiegskampf zu finden. Auch diesmal wird der Klub in vielen Prognosen eher im unteren Tabellendrittel eingeordnet. Doch die Eintracht besitzt das Potenzial, eine der positiven Überraschungen der Saison zu werden.
Der wichtigste Faktor steht an der Seitenlinie. Lars Kornetka übernahm die Mannschaft während der vergangenen Spielzeit in einer schwierigen Situation und führte sie zum Klassenerhalt. Zuvor arbeitete er jahrelang auf höchstem Niveau, unter anderem an der Seite von Ralf Rangnick und Roger Schmidt. Sein Fußball soll intensiv, aggressiv und mutig sein. Nun hatte Kornetka erstmals die Gelegenheit, seine Mannschaft gezielt auf eine komplette Saison vorzubereiten.
Auch der Kader wurde umfassend verändert. Benjamin Uphoff verstärkt das Tor, während Frederik Jäkel und Florian Flick nach ihren Leihen fest verpflichtet wurden. Damjan Kovacevic und Tristan Wagner erweitern die Möglichkeiten in der Defensive. Noah Katterbach bringt auf der linken Seite trotz seiner langen Verletzungshistorie enormes Potenzial mit.
Im Mittelfeld sollen Samuele Di Benedetto und Mehmet Can Aydin für zusätzliche technische Qualität sorgen. Besonders auf Neuzugang Di Benedetto ruhen große Hoffnungen. Der ehemalige Stuttgarter könnte mit seiner starken Technik und Kreativität hervorragend zur mutigen Spielweise Kornetkas passen.
Für die Offensive kamen Yann Sturm, Junior Zé und Maximilian Entrup. Sturm bringt viel Tempo über die Außenbahn mit und überzeugte zuvor beim FC Ingolstadt. Junior Zé verfügt über starke technische Fähigkeiten und großes Entwicklungspotenzial, während Entrup die körperliche Präsenz eines klassischen Mittelstürmers verkörpert.
Braunschweig verfügt damit über einen jungen, hungrigen und wesentlich variableren Kader. Die Verletzungen von Robin Heußer und Lino Tempelmann erschweren zwar den Saisonstart, verändern aber nichts am grundsätzlichen Potenzial der Mannschaft.
Wenn Kornetka seine intensive Spielidee dauerhaft auf den Platz bekommt, dürfte die Eintracht mit dem Abstieg nur wenig zu tun haben. Unser dritter Hot Take: Braunschweig beendet die Saison nicht in der unteren Tabellenhälfte, sondern überrascht mit einem einstelligen Tabellenplatz.

Foto: Getty Images







































