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·10. Juli 2026
3. Liga international: Französische "Ligue 3" im Fokus

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Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "Ligue 3" in Frankreich.
Als echter Unterbau der professionellen Spielklassen existiert die 3. Liga bereits seit den 1970er-Jahren in Frankreich – damals noch in sechs Staffeln mit jeweils 16 Mannschaften, was sich jedoch im Laufe der Zeit stark gewandelt hat. Zur Saison 1993/94 ging die damalige "National 1" in zwei Gruppen an den Start, zwei Jahre darauf schon als einzelne Liga mit 20 Teams. Seit der Saison 2013/14 hat sich das heutige System etabliert, dass 18 Mannschaften in einer Spielklasse gegeneinander antreten – und zur kommenden Spielzeit wird die Liga auch erstmals unter dem Namen "Ligue 3" laufen. Darüber hinaus gilt die Liga ab sofort als vollständig professionelle Spielklasse, in der nur noch Profi-Mannschaften gegeneinander antreten.
Das Aufstiegsrennen und der Abstiegskampf verlaufen ähnlich zur 3. Liga in Deutschland. Der Meister und sein erster Verfolger steigen direkt in die Ligue 2 auf, während der Drittplatzierte zwei Relegationsspiele um den Aufstieg bestreiten wird. Vergangene Saison sorgte das für ein Herzschlagfinale, denn am letzten Spieltag zog der FC Rouen noch am FC Fleury 91 vorbei, wodurch der Aufsteiger die Möglichkeit auf den Durchmarsch verpasste. Anschließend scheiterte der Drittligist knapp, wodurch mit dem Dijon FCO und dem FC Sochaux nur zwei Mannschaften den Aufstieg schafften. Gleichzeitig wird es durch die Professionalisierung der Liga ab sofort vier Absteiger geben, was einen hitzigen Abstiegskampf bei 18 Teams verspricht.
Der professionelle Status ist ein großes Thema in der Ligue 3. Frühere Erstligisten wie der SC Bastia, der FC Valenciennes, AS Cannes oder auch der FC Rouen und SM Caen – alle unter den Top 32 der Ewigen Tabelle der Ligue 1 – kämpfen um eine Rückkehr. Andere Traditionsvereine wie Girondins Bordeaux, Nîmes Olympique oder der Racing Club de France existieren heute gar nicht mehr in einer professionellen Form. Zeitweise war es Vereinen sogar erlaubt, den Aufstieg in die Ligue 2 ohne Sanktionen abzulehnen, wenn der Schritt vom Amateurfußball zum Profiverein nicht gegangen werden konnte. So entwickelt sich der französische Fußball aktuell weiter – und mit dem Paris FC oder dem FC Le Mans brachte die dritthöchste Spielklasse auch schon vermeintliche Dauergäste in die Beletage.
Andersherum offenbart sich der Gedanke, weshalb die Fédération Française de Football, der französische Fußballverband, die Professionalisierung vorantreibt. Seit der Saison 2000/01 spielten 110 Klubs in der dritthöchsten Spielklasse des Landes – und 71 Teams sind heute nicht mehr im Profifußball vertreten, zahlreiche Vereine wurden komplett aufgelöst. Aber: Immerhin sieben ehemalige Drittligisten spielen aktuell in der Ligue 1. Im Vergleich zur deutschen 3. Liga ist das gar keine allzu schlechte Quote, denn in der Bundesliga sind derzeit nur vier ehemalige Drittliga-Klubs vertreten.
Spiele der Ligue 3 wurden in der Vergangenheit von 1.500 bis 2.000 Zuschauern besucht, tendenziell sind die Zahlen in den vergangenen Jahren auch gleichbleibend. Mit dem Stade du Hainaut vom FC Valenciennes und dem Stade Auguste-Bonal vom FC Sochaux gibt es immerhin zwei Spielstätten, die mehr als 20.000 Fans aufnehmen könnten. Nur vier Vereine unterschreiten eine Stadiongröße von 5.000 Fans, was grundsätzlich nicht verkehrt sein dürfte, um sich weiter an den professionellen Status der Liga zu wagen. Finanziell sind die Zuschauerzahlen wiederum eine Herausforderung für die Vereine, zumal die Einnahmen durch TV-Gelder auch im niedrigen sechsstelligen Bereich liegen sollen.
Die aktuellen Marktwerte der französischen Drittligisten sind noch schwankend. Ein Team wie der Amiens SC, der gerade erst aus der Ligue 2 abgestiegen war, hat bereits 33 Spieler unter Vertrag – und dadurch kommt der Klub aktuell auf einen Marktwert von knapp zehn Millionen Euro. Dahinter rangiert der SC Bastia mit 22 Spielern und einem Kaderwert von 7,35 Millionen Euro. Der Großteil der Vereine hat den Kader für die neue Saison aber noch gar nicht zusammen, steht teilweise bei nur 16 oder 17 Akteuren. Und auch die Aufsteiger, deren Spieler noch gar nicht bewertet wurden, sind für die Marktwertschätzung eine große Unbekannte. Der französische Viertliga-Meister, Vendée Foot Club La Roche-sur-Yon, kommt nach gängigen Angaben gerade einmal auf einen Gesamtwert von 225.000 Euro bei 20 Spielern – was nicht vergleichbar mit der Struktur ist, die sich beispielsweise in der 3. Liga etabliert hat.
Vor vier Jahren wurde ein gewisser Pape Meïssa Ba mit 21 Treffern zum Torschützenkönig der Ligue 3. Dieser Erfolg führte den Mittelstürmer zunächst zum Grenoble Foot, aber dann auch zum FC Schalke 04 in die 2. Bundesliga. Sechs weitere Spieler schafften den direkten Wechsel aus der Ligue 3 in die 2. Bundesliga, darunter prominente Beispiele wie Jonathan Clauss (Arminia Bielefeld) oder Ilyes Hamache (FC Schalke 04).
Aber auch zwischen den dritthöchsten Spielklassen von Frankreich und Deutschland gab es schon Berührungspunkte, denn beispielsweise Amine Groune wechselte nach seinem Vertragsende in Saarbrücken in diesem Sommer in die Ligue 3. Und Florian Bohnert, der beim F.C. Hansa Rostock ein neues Arbeitspapier unterschrieben hat, spielte zwar nie in der Ligue 3, war aber zuletzt mit Bastia in die Spielklasse abgestiegen und wechselt somit offiziell innerhalb der dritthöchsten Spielklassen.







































