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·20. Juli 2026
3. Liga international: Schweizer "Promotion League" im Fokus

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Die 3. Liga in Deutschland wird bald volljährig! Seit fast 18 Jahren existiert die Spielklasse, die einen Imagewandel von der "Pleite-Liga" zum Zuschauermagneten durchlebt hat. Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern aus? liga3-online.de wirft einen Blick auf die internationalen Wettbewerbe. Heute: Die "Promotion League" in der Schweiz.
Im Rahmen einer Reform der zweitklassigen Challenge League wurde im November 2010 die Einführung der Promotion League als dritthöchste Spielklasse vom Schweizerischen Fußballverband beschlossen – und der FC Schaffhausen, heute wieder in der Liga vertreten, wurde in der Saison 2012/13 der erste Drittliga-Meister der Schweiz. Durchaus ein großer Titel, denn lediglich der Spitzenreiter der Liga steigt am Ende der Spielzeit auf. Amtierender Titelträger und Aufsteiger ist der SC Kriens, der sich in der vergangenen Spielzeit mit 79 Punkten aus 34 Spielen als Erstplatzierter durchsetzte. Damit ist der Klub aus dem Kanton Luzern zusammen mit dem FC Rapperswil-Jona auch gleichzeitig Rekordaufsteiger, denn beide Mannschaften schafften das Meisterstück schon zum zweiten Mal – und wie schon 2017 und 2018 auch dieses Mal direkt hintereinander, denn Rapperswil-Jona stieg in der vergangenen Saison auf.
Ursprünglich wurde die Promotion League mit 16 Teams ausgetragen, aber seit der Saison 2022/23 wurde die Ligagröße auf 18 Mannschaften aufgestockt. Zudem wurde eine Beschränkung auf vier U21-Teams aufgehoben. Eine Flut an Nachwuchsteams gibt es jedoch nicht, obwohl fünf Mannschaften von Erstliga-Klubs in der kommenden Saison vertreten sein werden. Und zum Aufstieg sind die Zweitvertretungen nicht berechtigt. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass seit der Einführung der Promotion League nur ein einziger Drittligist den Weg in die Schweizer Spitzenklasse gefunden hat – nämlich der Servette FC.
Die U21-Mannschaften des FC Basel und des FC Zürich zählen seither nicht nur zu den Dauerbrennern der Promotion League, sondern auch zu den Top-Teams der Liga. Dazwischen stehen auf Platz 2 und 3 der Ewigen Drittliga-Tabelle noch der FC Breitenrain und der SC Brühl SG – und beide Klubs können ihre Bilanz in dieser Saison weiter ausbauen, wie auch Zweitliga-Absteiger AC Bellinzona. Nach vierjähriger Abwesenheit kehrt der ehemalige Erstligist in die 3. Liga zurück, was durchaus eine Seltenheit darstellt. Neben Bellinzona können lediglich Schaffhausen sowie der FC Biel-Bienne 1896 und der FC Bulle auf eine Vergangenheit in der Super League zurückblicken.
Als echtes Sprungbrett in den Profibereich erweist sich die Promotion League tatsächlich nicht, denn gerade einmal acht von 44 Klubs, die seit 2012 in der Liga spielten, treten heute überhaupt höherklassig an. Der FC Köniz (Platz 13 in der Ewigen Tabelle) und die BSC Old Boys (Platz 17 in der Ewigen Tabelle) mussten umgekehrt seit ihrer Drittliga-Teilnahme sogar wieder in die fünftklassige Liga zurück. Ob die Spielklasse nun also als Paradies gilt oder nicht, liegt im Auge des Betrachters – außer bei den Spielern des FC Paradiso aus der gleichnamigen Stadt am Luganersee im Kanton Tessin, dessen klangvoller Name wohl erstligareif wäre.
Die Zuschauerzahlen sind in der Schweiz im Allgemeinen kein Aushängeschild. Selbst zu den Erstliga-Partien kommen im Schnitt nur etwas mehr als 12.000 Fans, was in der Promotion League logischerweise drastisch abfällt. In den letzten Jahren waren es 400 bis 500 Besucher pro Spiel, wenngleich die Zahlen nicht vollständig sind – aber zumindest die Tendenz ist steigend, denn zwischen 2016 und 2022 waren es sogar nur 300 bis 350 Zuschauer im Schnitt.
Abgesehen von den Zweitvertretungen bietet der FC Schaffhausen mit seiner "FCS Arena" die größte Spielstätte – und das bei einer Kapazität von 8.200 Plätzen. Und das kleinste Stadion ist gleichzeitig der "Juchhof 1" von Aufsteiger Juventus Zürich. Marktwerte werden in der Promotion League hingegen nicht geschätzt, weshalb die wertvollsten Spieler auf dem Papier aus den Nachwuchsteams kommen.
Auch im kleinsten Stadion ist gleichzeitig Platz für große Leistungen. Mittelstürmer Mychell Chagas von Juventus Zürich steht exemplarisch dafür, denn der 37-jährige Brasilianer wurde schon zwei Mal Torschützenkönig in der Promotion League – einmal in der Saison 2013/14 für die Züricher, aber auch drei Jahre später für Rapperswil-Jona. Jetzt tritt der Brasilianer wieder mit Juventus Zürich an und könnte seinen Torriecher noch einmal unter Beweis stellen.
So, wie es auch Djibril Cissé – Ex-Nationalspieler von Frankreich (41 Einsätze) sowie ehemaliger Akteur in Liverpool, Marseille und Rom – einst tat. Der Mittelstürmer ließ seine Karriere in der dritthöchsten Spielklasse der Schweiz ausklingen und schoss sich mit 24 Toren in 29 Partien für den Yverdon Sport FC im Alter von 36 Jahren zum Torjägertitel in der Saison 2017/18. Bemerkenswert: Im Oktober 2015 hatte Cissé nach schweren Verletzungen bereits sein Karriereende verkündet, woraufhin er zunächst im französischen Amateurbereich und dann noch einmal in der Schweiz für eine Saison auflief. Danach pausierte er seine Laufbahn erneut – und spielte im Frühjahr 2021 noch einmal drei Monate lang in den Vereinigten Staaten.







































