90PLUS
·5. Oktober 2026
374 Minuten, keine Torbeteiligung, ein lustloser Abend gegen Pendikspor – Galatasaray bittet Sané zum Gespräch

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·5. Oktober 2026

Istanbul. Es gab in den vergangenen Wochen mehrere Momente, in denen man sich fragen konnte, wie es um Leroy Sané bei Galatasaray steht. Der Bankplatz gegen Kocaelispor. Die Auswechslung nach 58 Minuten in Lissabon. Die Nichtnominierung durch Jürgen Klopp. Jetzt hat der Klub selbst eine Antwort angekündigt. Wie die Sportzeitung Fanatik berichtet, wollen Präsident Dursun Özbek und das Trainerteam um Okan Buruk den 30-Jährigen zu einem persönlichen Gespräch bitten.
Den Anstoß gab offenbar ein einzelner Auftritt. Sanés Spiel gegen Pendikspor fiel der Klubführung und dem Trainerstab nach übereinstimmenden Berichten türkischer Medien negativ auf. Mynet spricht von einem „wirkungslosen und lustlosen“ Auftritt, die Zeitung Nefes kritisiert seine Einsatzbereitschaft. Hinzu kommt, dass Sané zu den Topverdienern im Kader gehört – Erwartungen und Gehalt stehen in einem Verhältnis, das der Klub derzeit nicht erfüllt sieht.
Die Zahlen stützen den Eindruck. In sieben Pflichtspielen in Süper Lig und Champions League kam Sané laut Ajansspor auf 374 Minuten – ohne ein einziges Tor oder eine Vorlage.
Laut Fanatik sollen im Gespräch die Gründe für seinen Leistungsabfall zur Sprache kommen; zugleich werde von Sané eine klare Steigerung erwartet. Stattfinden soll es vor zwei Spielen, die in Istanbul bereits als Schicksalsspiele bezeichnet werden: dem Süper-Lig-Duell mit Kasımpaşa nach der Länderspielpause und dem Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona.
Die Konsequenz, falls die Reaktion ausbleibt, formulieren die türkischen Medien deutlich. Seine Zukunft bei Galatasaray werde dann zur Diskussion stehen; Mynet bringt sogar einen Abschied in der Winterpause ins Spiel. Bestätigt ist das nicht, aber der Ton ist ein anderer als noch vor wenigen Wochen.
Denn ruhig war es um Sané schon zu Saisonbeginn nicht. Beim 2:2 gegen Aufsteiger Çorum FK zum Auftakt stand er noch 89 Minuten auf dem Platz, danach zog Buruk Konsequenzen aus der schwachen Mannschaftsleistung. Laut Goal war Sané anschließend mit seiner Spielzeit unzufrieden und soll zwischenzeitlich sogar einen vorzeitigen Abschied erwogen haben. Er habe klargemacht, dass er sich nicht als Reservist für Kurzeinsätze sehe. Die Klubführung soll ihn damals beruhigt und ihm ihr volles Vertrauen ausgesprochen haben.
Seitdem hat sich die Lage eher zugespitzt. Gegen Kocaelispor ließ Buruk ihn draußen und setzte auf Rafael Leão, Sané kam erst in der 77. Minute. In Lissabon traf er in der Champions League immerhin das Aluminium, wurde aber nach 58 Minuten ausgewechselt. Ex-Profi Kahveci kommentierte damals bei Sport1, Sané sei „auch bei der Weltmeisterschaft nicht zu sehen“ gewesen „und ist es noch immer nicht“.
Dabei war das erste Jahr am Bosporus ordentlich. Nach seinem Wechsel vom FC Bayern im Sommer 2025 kam Sané in 43 Pflichtspielen auf sieben Tore und neun Vorlagen, Galatasaray erreichte das Achtelfinale der Champions League und schlug dort Liverpool im Hinspiel. Sein Vertrag läuft bis 2028.
In der Nationalmannschaft spielt er derzeit keine Rolle. Klopp verzichtete bei seiner ersten Nominierung auf ihn, und in einer Umfrage von fussballnationalmannschaft.net befürworteten fast 89 Prozent der Leser diese Entscheidung.
Gegen Barcelona trifft Sané nun auf einen Gegner, gegen den sich einzelne Abende in Karrieren einschreiben – im Guten wie im Schlechten. Für ihn ist es die Gelegenheit, das Gespräch vom Tisch in die Kabine zu verlegen. Und das letzte Wort darüber, wie es bei Galatasaray weitergeht, mit Toren zu sprechen statt mit Erklärungen.
90PLUS Redaktion







































