Abgänge, Profi-Debüts und Enttäuschungen – Ein Jahr nach dem Titel: Was ist aus den U19-Meistern geworden? | OneFootball

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·16. Juni 2026

Abgänge, Profi-Debüts und Enttäuschungen – Ein Jahr nach dem Titel: Was ist aus den U19-Meistern geworden?

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Abgänge, Profi-Debüts und Enttäuschungen – Ein Jahr nach dem Titel: Was ist aus den U19-Meistern geworden?

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Redaktion

16 Juni, 2026

Ein Jahr nach dem deutschen Meistertitel der U19: Während Youssoupha Niang und Fynn Schenten den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, zieht es andere Talente in die dritte und vierte Liga. Der Vergleich mit Finalgegner Bayer Leverkusen zeigt deutliche Unterschiede in der Durchlässigkeit zum Profikader. Doch was ist aus den U19-Meistern des 1. FC Köln geworden?

Der 18. Mai 2025 wird den FC-Fans in bester Erinnerung bleiben. Mit einem furiosen 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern sicherten sich die Geißböcke den direkten Wiederaufstieg und das Stadion wurde noch während der Partie zur Partymeile. Mittendrin: die U19 des 1. FC Köln. Mit der Meisterschale im Gepäck tauchte die Mannschaft von Stefan Ruthenbeck in der zweiten Halbzeit plötzlich in der Südkurve auf. Gemeinsam mit den Fans feierten sie ihren Sieg der deutschen Meisterschaft gegen Bayer Leverkusen. Doch was ist aus den U19-Meistern des 1. FC Köln geworden?

Jubel bei den U19-Spielern des 1. FC Köln (Foto: Fabio Deinert/Getty Images for DFB)

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Von Erik Stalleicken

Wer seinen Weg zum Finale in der BayArena gefunden hat, wurde nicht enttäuscht. In einem spektakulären Endspiel setzten sich die Jungböcke mit 5:4 durch. Etwas über ein Jahr nach der Meisterschaft zeigen sich bereits erste Tendenzen wie die Karrieren der Protagonisten verlaufen könnten.

Zwischenschritt U21?

Während die Talente Tyron Fernandes, Arian Römers und Alessandro Puzzo den Verein verlassen werden, bleibt Assad Kotya-Fofana der U19 erhalten. Auch für San-Luca Spitali endet nach acht Einsätzen in der Regionalliga West seine Zeit am Geißbockheim. Dafür rücken einige U19-Spieler in den Kader der zweiten Mannschaft auf. Dazu zählen Kristiyan Irmiev, Timo Schmitz, Siegtorschütze Luis Stapelmann und Kapitän Jonathan Friemel. Dort treffen sie mit Mikolaj Marutzki, Fayssal Harchaoui und Leih-Rückkehrer Kian Hekmat auf ehemalige Mitspieler.

Zwei Spieler der Siegermannschaft durften aber bereits ihr Bundesligadebüt feiern. Youssoupha Niang kam in dieser Saison insgesamt zehn mal zum Einsatz und konnte seinen Marktwert auf zwei Millionen Euro steigern. Sein Debüt gab der Doppelpacker des Finals am 16. Spieltag beim 1. FC Heidenheim. Genauso Fynn Schenten. Der 18-Jährige durfte beim FCH sogar von Beginn an ran und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag bis 2030. Zuletzt wurde bei dem Angreifer über eine geplante Leihe spekuliert.

Neuer Anlauf an anderer Stelle

Drei Talente entschieden sich für einen Wechsel weg vom FC. Chinedu Chukwukelu schloss sich der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern und konnte in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in 33 Spielen 20 Torbeteiligungen beisteuern. Der Wechsel von Justin von der Hitz zum 1. FC Nürnberg stand bereits vor dem Spiel gegen Bayer fest. Obwohl er gegen Leverkusen noch zwei schöne Tore von außerhalb des Strafraums erzielte, durfte der 19-Jährige zunächst nur in der Regionalliga Bayern ran. Dort kommt er auf sieben Tore und drei Assists in 20 Spielen. Sechs mal spielte er schließlich in der 2. Bundesliga. Dabei gelang ihm gegen Hertha BSC seine erste Torvorlage. Einen ähnlichen Weg möchte nun auch Jason Ponente-Ramirez gehen und wird sich im Sommer dem Karlsruher SC anschließen. In 35 Partien gelangen dem Youngster in Köln 26 Torbeteiligungen. Die Perspektive in Karlsruhe scheint demnach vielversprechender als die, die ihm der FC bieten konnte.

Höhere Durchlässigkeit beim Rivalen

In den vergangenen Jahren kritisierten viele Fans den Umgang mit den eigenen Talenten. Zu viele seien verschenkt worden und schafften woanders den Durchbruch. Und auch wenn jeder Spieler für seinen Abgang unterschiedliche Gründe hatte, zeigt ein Blick auf die beiden Finalaufstellungen, dass die Durchlässigkeit in den Profifußball beim Nachbarn erkennbar höher ist als beim FC. Mit Ken Izekor (Eintracht Braunschweig) und Francis Onyeka (VfL Bochum) durften sich Spieler leihweise in Liga zwei beweisen. Onyeka wird künftig in der Bundesliga für Elversberg auflaufen. Die Leihe von Artem Stepanov zum 1. FCN wurde vorzeitig abgebrochen und der Ukrainer überzeugte anschließend bei seiner Leihe nach Utrecht. Jeremiah Mensah soll in der kommenden Saison dem Profikader angehören und durfte bereits sein Debüt feiern. Montrell Cullbreath gelang diese Saison bereits der Sprung in die Bundesliga, sodass er gegen Ende der Saison zum Stammspieler auf Rechtsaußen avancierte.

Der wertvollste Leverkusener dieser Liste ist aber mal wieder ein Ex-Kölner. Kerim Alajbegovic wechselte zur Saison 2021/22 die Rheinseite und schloss sich der Werkself an. Letzten Sommer sicherte sich RB Salzburg für rund zwei Millionen Euro die Dienste des Bosniers. Bayer 04 wird die Rückkaufoption in Höhe von rund acht Millionen Euro ziehen. Alajbegovic wurde von Nationaltrainer Sergej Barbarez für die laufende Weltmeisterschaft nominiert. Sein Marktwert liegt bei 22 Millionen Euro. Während die damalige Startelf der Kölner auf einen Wert von circa vier Millionen Euro kommt, beträgt dieser bei Bayer über 50 Millionen Euro.

Endgültiges Fazit käme zu früh

Ein Blick auf die U17-Meister von 2019 zeigt aber, wie schnell sich Karrieren in diesem Alter verschieben können. Beim 3:2 Finalsieg gegen die U17 von Borussia Dortmund traf Jacob Jansen noch doppelt. Mittlerweile spielt der 23-Jährige in der Landesliga Mittelrhein Süd für GW Brauweiler. Jens Castrop, mittlerweile bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag, saß damals nur auf der Bank. Insgesamt schafften es aus diesem Finalkader sieben Spieler in den Profibereich. Meiko Sponsel und Marvin Obuz durften in der Saison 24/25 ihr Debüt für den FC geben. Aktuell spielen beide in Liga drei. Maxi Schmid feierte sogar Debüt in der Conference League. Der Durchbruch blieb aber aus und er stieg diese Saison mit Aue in die Regionalliga ab. Lediglich drei Spielern gelang der Sprung in die Bundesliga. Neben dem bereits erwähnten Jens Castrop, schaffte Jan Thielmann als einziger der Finalmannschaft den Durchbruch beim FC und gehört auch heute noch dem Kader an. Florian Wirtz entwickelte sich am stärksten. Ein halbes Jahr nach der Meisterschaft folgte der Wechsel zu Bayer Leverkusen. Dort wurde er kurz nach dem Wechsel bereits hochgezogen und war mit 17 Jahren fester Bestandteil der ersten Mannschaft.

Aber auch beim BVB ist die Ausbeute ähnlich gering. Nur Ansgar Knauff und Youssoupha Moukoko schafften den Sprung in die Bundesliga. Diese Bilanz zeigt, dass die Domstädter nicht allein mit dieser Problematik sind. Der Sprung in den Herrenfußball ist nun mal extrem schwer und die Plätze im deutschen Profifußball begrenzt. Viele Talente gehen perspektivisch ihren Weg in unterklassigen Ligen. Nur wenige schaffen den Durchbruch. Der Verlust von Florian Wirtz hat bei einigen Fans tiefe Narben hinterlassen, sodass verstärkt bei Abgängen von Talenten genau hingeschaut wird. Der FC selbst wird auch ein Interesse daran haben, einen solchen Fall zu vermeiden. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass man jeden Spieler unbedingt halten muss. Manchmal können Vereine aus der zweiten oder dritten Liga einem jungen Spieler eben deutlich realistischere Aussichten auf Spielzeit in der ersten Mannschaft geben. Welchen Weg die neuen U19-Vizemeister einschlagen, wird sich zeigen.


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