Miasanrot
·22. Februar 2026
Alphonso Davies erneut verletzt: Wer rettet die linke Seite des FC Bayern?

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Alphonso Davies hat sich gegen Eintracht Frankfurt einen Muskelfaserriss zugezogen. Wer ist die beste Option für den FC Bayern gegen den BVB?
Am kommenden Wochenende kommt es zum Showdown zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Beide Teams trennen in der Bundesliga acht Punkte.
Weil der BVB in Leipzig gerade so ein Unentschieden holte, ist der Vorsprung der Münchner wieder gewachsen. Den 3:2-Sieg gegen Eintracht Frankfurt hat das Team von Vincent Kompany aber teuer bezahlt.
Alphonso Davies hat sich einen Muskelfaserriss zugezogen und wird wohl einige Wochen ausfallen. Miasanrot ordnet die Bedeutung der Verletzung ein, nennt die potenzielle Ausfallzeit und schaut auf Optionen für das Topspiel in der kommenden Woche.
Nur wenige Stunden nach Abpfiff gab der FC Bayern die Diagnose bekannt: Der Kanadier hat sich einen Muskelfaserriss im hinteren rechten Oberschenkel zugezogen. Die gute Nachricht: Es liegt im Bereich des Möglichen, dass Davies relativ schnell wieder fit wird. Die schlechte Nachricht: Für den BVB wird es ganz sicher nicht reichen und auch das Achtelfinale der Champions League könnte zu früh kommen.
Die Ausfallzeit bei Muskelfaserrissen variiert stark, denn sie hängt von der Schwere des Risses ab. Der nicht mehr aktualisierte Blog „fussballverletzungen“ gab vor Jahren einen Überblick mit den Daten in der Bundesliga zwischen 2009 und 2016. Spieler mit einem Muskelfaserriss fielen dabei im Schnitt 25,4 Tage aus. Zahlreiche Spieler feierten ihr Comeback bereits innerhalb von zehn bis 20 Tagen.

Quelle: Fussballverletzungen
Einige brauchten jedoch auch deutlich länger. 75 Prozent der Spieler waren nach etwas mehr als 30 Tagen zurück. Aus der Pressemitteilung der Bayern lässt sich kaum herauslesen, wie schwer der Faserriss bei Davies ist. Eine verlässliche Prognose ist deshalb unmöglich.
Für den Linksverteidiger bedeutet bereits die durchschnittliche Ausfallzeit, dass es mit einem Einsatz beim Hinspiel des Achtelfinals eng wird. Bei einer etwas schwereren Verletzung könnte das gesamte Achtelfinale in die Ferne rücken.
Die Hinspiele finden am 10. und 11. März statt, die Rückspiele eine Woche später am 17. und 18. März. Für den FC Bayern bedeutet das, dass er links hinten wieder improvisieren muss. Zwar gibt es viele Spieler im Kader, die die Position schon gespielt haben, aber keinen natürlichen und echten Backup.
Für Davies ist das besonders bitter, weil er erst aus einer langen Verletzung kam und zuletzt wieder Fortschritte machte. Gegen Frankfurt gewann er laut Fotmob sechs seiner neun Zweikämpfe, drei seiner fünf Dribblings und brachte alle seine 18 Pässe an einen Mitspieler. Der 25-Jährige brauchte zuletzt etwas, um überhaupt wieder in Form zu kommen, jetzt muss er einen erneuten Anlauf starten.
In der Gesamtheit seiner jüngsten Ausfallzeit liegt auch automatisch die Frage, wie schnell er nach seiner Rückkehr überhaupt wieder seine Topform erreichen kann.
Bleibt die Frage, wer Davies ersetzen wird. Raphaël Guerreiro ist der zweite gelernte Linksverteidiger im Kader. Die Defensivschwäche des Portugiesen ist aber ein Risiko, das Kompany zuletzt immer seltener einging. Hiroki Ito war der Spieler, den der Belgier in den vergangenen Wochen links hinten eingesetzt hat.
Gegen Frankfurt und auch in den Spielen zuvor war der Japaner jedoch alles andere als sattelfest. Ito hatte Probleme mit dem Stellungsspiel und ließ in den letzten Spielen viele Flanken zu. Außerdem hatte er Schwierigkeiten mit schnellen Gegenspielern. Gegen den BVB könnte das zum Problem werden.
Die Dortmunder setzen auf Flügel- und Flankenspiel. Hier hat Ito in den vergangenen Wochen zu unsicher agiert. Viele Alternativen hat Kompany aber nicht. Tom Bischof agierte in dieser Saison ebenfalls als Linksverteidiger, hat aber defensiv genauso Schwächen offenbart wie seine Teamkollegen.
Bleibt eigentlich nur noch eine Variante: Konrad Laimer und Josip Stanišić als defensive Flügelzange. Letzterer dürfte ohnehin gesetzt sein. Gegen Frankfurt zeigte der Kroate eine starke Leistung, gewann offensiv und defensiv einige Zweikämpfe. Auch im Spiel mit dem Ball konnte er ein paar Impulse geben. Nachdem das Frühjahr trotz vieler Einsätze für ihn eher durchwachsen lief, scheint er zum richtigen Zeitpunkt seine Form gefunden zu haben.
Bei Laimer gibt es derweil Hoffnungen, dass er rechtzeitig fit wird, wie Max Eberl den Medien am Samstag erklärte. Der Österreicher wurde aus Gründen der Belastungssteuerung am Wochenende geschont. Für das Topspiel gegen den BVB wäre seine Zweikampfstärke sehr wichtig für die Bayern.
Wenn beide Spieler einsatzbereit sind, könnte Kompany die Besetzung der Außenpositionen an die Stärken des BVB anpassen. Die Borussia spielt sehr flügellastig und wird dort die Schwachstellen der Münchner ausnutzen wollen: Flanken und Standards.
Dass Julian Ryerson wegen seiner fünften Gelben Karte ausfallen wird, ist dahingehend ein Plus für die Bayern. Der Rechtsverteidiger war zuletzt in Bestform, bereitete zahlreiche Tore mit gefährlichen Flanken und Standards vor. Hätte er gespielt, wäre es eine Überlegung wert gewesen, Laimer links verteidigen zu lassen.
Aber auch so könnte das sinnvoll sein. Der 28-Jährige ist routinierter als Stanišić, der sich wiederum rechts deutlich wohler zu fühlen scheint. Defensiv könnte diese Variante sicherer sein. So oder so: Der Ausfall von Davies schmerzt. Sein Tempo ist vor allem in der Abwehrarbeit wichtig und seine Offensivläufe wurden in den vergangenen Spielen wieder besser.
Jede andere Lösung scheint eine Kompromisslösung zu sein. Ein klares Signal für die Kaderplaner. Aber auch ein weiterer Rückschlag für das Trainerteam, das daran arbeiten muss, die defensiven Außenpositionen wieder zu stabilisieren.









































