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·28. April 2026

Bayern Niederlage in Paris? – 3 Thesen zur Champions League

Artikelbild:Bayern Niederlage in Paris? – 3 Thesen zur Champions League

Ein vorgezogenes Finale im einen und der Untergang des Offensivfußballs im anderen Spiel? Oder in anderen Worten: PSG gegen Bayern und Atletico gegen Arsenal.

Zu den Hinspielen im Halbfinalbegegnungen in der Champions League, sowie der Europa und Conference League formuliert Jakob Haffke drei mehr oder minder steile Thesen zu den anstehenden Partien und dem generellen Geschehen im Europapokal.


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1. PSG stärker als im letzten Duell?

Bereits in der Ligaphase trafen die Bayern auf Paris Saint-Germain. Im November setzten sich die Münchener trotz einer roten Karte gegen Luis Diaz und langer Unterzahl mit 2:1 durch. An der grundsätzlichen Ausgangsposition vor dem Spiel hat sich wenig geändert. Beide Teams werden als zwei der, wenn nicht die momentan zwei besten Teams, Europas gesehen. Sowohl das Team von Luis Enrique, als auch Vincent Kompanys Elf, spielen begeisternden Offensivfußball. Im Gegensatz zu einigen anderen Klubs, gerade aus England, liegt der Grundgedanke ihrer Spielphilosophie auf dem Erzielen von Toren.

So darf sich der neutrale Zuschauer höchstwahrscheinlich auf zwei spektakuläre Spiele freuen. Im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen dürften praktisch die gleichen Namen auf dem Platz stehen, einzig Serge Gnabry fehlt bei den Bayern, während bei PSG Désiré Doué und Joao Neves für Bradley Barcola und Warren Zaire-Emery in die Startelf rücken könnten. Der größte Unterschied in Bezug auf Paris ist aber die Form der einzelnen Spieler und des gesamten Teams.

Die erste Saisonhälfte war für Luis Enrique ein ständiges Abwägen zwischen Belastung und Schonung. Die, der Klub-WM zum Opfer gefallene, Sommervorbereitung sorgte für große Fitnessprobleme und zahlreiche Ausfälle. Gerade die Offensive um Ousmane Dembélé, Doué und Khvicha Kvaratskhelia kam erst in den letzten Monaten wieder in die Nähe der Form der Vorsaison. Exemplarisch ist Kvaratskhelia zu nennen. Der Georgier ist in fantastischer Verfassung. Seit dem Jahreswechsel sammelte er neun Scorerpunkte in acht Champions-League-Spielen und auch in der Ligue 1 traf er allein in den letzten beiden Spielen dreimal.

Dieses Formhoch der Offensive wird es den Bayern ein erhebliches Stück schwerer machen die typische Manndeckung über den ganzen Platz durchzuziehen. Denn nicht nur Kvaratskhelia, sondern auch Dembélé ist endlich richtig fit. In der Ligaphase musste der Weltfußballer bereits nach einer knappen halben Stunde verletzt raus. Am heutigen Abend wird er als falsche Neun einer der Schlüsselspieler sein, um das Münchener Pressing auszuspielen.

Meine These daher: PSG hat sich im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen mit den Bayern deutlich verbessert und gewinnt das Hinspiel im eigenen Stadion.

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Foto: Getty Images

2. Geht Arsenals Nervenflattern auch in der Champions League weiter?

Der Monat April gleich für Arsenal bisher einem Alptraum. Nur zwei von sieben Partien gewannen das Team von Mikel Arteta. Das Aus im FA Cup, der Verlust von Platz eins in der Liga an Manchester City und in der Champions League ein knappes Weiterkommen gegen Sporting CP. Zuletzt gewannen die Nordlondoner zwar in der Premier League gegen Newcastle, doch auch das 1:0 war mehr Krampf, denn Befreiungsschlag. Die Kritik vieler Betrachter richtet sich auch an Arteta und seine, von großer Vorsicht geprägte, Spielanlage. Gelang es Arsenal in der ersten Saisonhälfte regelmäßig Partien durch Standardtore und große defensive Stabilität zu gewinnen, schlägt das Pendel in den vergangenen Monaten immer häufiger zu Gunsten der Gegner aus.

Im Halbfinale muss Arsenal jetzt zunächst ins Wanda Metropolitano zu Atletico Madrid reisen. Im starken Kontrast zum Spiel zwischen PSG und Bayern wird diese Paarung oft als Gipfel des defensiven Antifußballs hochsterilisiert. Zwar ist es durchaus so, dass weder Atletico noch Arsenal für bedingungslosen Offensivfußball stehen, doch beide sind genauso wenig reine Defensivteams. Die Gunners haben vor allem damit zu kämpfen, dass Teams sich gegen sie sehr weit zurückziehen. In der Premier League spielt keine Mannschaft im Durchschnitt gegen tiefere Blöcke, als Artetas Elf. Diese zu knacken fällt Arsenal, gerade ohne Bukayo Saka und Martin Odegaard in Topform sehr schwer.

Doch auch Atletico Madrid steht nicht mehr so sehr wie einst, für die hohe Kunst des Verteidigens. Bereits 26 Gegentore kassierte das Team von Diego Simeone in dieser Spielzeit der Champions League. Dafür ist Atletico jedoch offensiv brandgefährlich. Gerade im Konterspiel zählen die Colchoneros zum Nonplusultra im europäischen Vergleich. Insbesondere gegen Topteams führt dies dazu, dass die Madrilenen mit einer Mischung aus hohem Pressing und einem abwartenden Defensivblock agieren und nach Ballgewinn schnell umschalten. Genau diese Spielweise dürfte Arsenal große Probleme bereiten.

Meine These daher: Atletico stellt Arsenal erneut vor große Probleme und geht mit einer starken Ausgangsposition ins Rückspiel.

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Foto: Getty Images

3. Freiburg vor Finaleinzug in der Europa League?

Ab dem Halbfinale erweitern wir unserem Blick und schauen neben der Champions League auch auf die beiden „kleinen“ europäischen Wettbewerbe. In der Europa League steht mit dem SC Freiburg auch ein deutscher Vertreter im Halbfinale. Gegen Sporting Braga steht für die Breisgauer, trotz einer eigentlich sehr guten Spielzeit, viel auf dem Spiel. Das Aus im DFB-Pokal sorgt, in Kombination mit der Niederlage gegen den BVB am Wochenende in der Bundesliga, dafür, dass der Gewinn der Europa League womöglich den einzigen Weg ins europäische Geschäft für Julian Schusters Mannschaft darstellt.

Bisher gelang es Schuster in der Regel sehr gut die Dreifachbelastung zu moderieren. Doch besonders die Auftritte im Europapokal sorgten für Begeisterung. Die spielerische Weiterentwicklung mündete in phasenweise rauschhaften Offensivleistungen. In den letzten drei Europapokal-Spielen erzielte Freiburg elf Tore gegen Genk und Celta Vigo. Ins Halbfinale gegen Sporting Braga geht der Sportclub durchaus als Favorit. Die Portugiesen brauchten im Viertelfinale gegen Real Betis einen echten Kraftakt, um einen 2:0-Rückstand noch zu drehen.

Mit einem möglichen Titelgewinn würde der Sportclub nicht nur eine starke Saison krönen, sondern auch das Ticket für die Champions League in der nächsten Spielzeit lösen.

Meine These daher: Freiburg zeigt auf europäischer Ebene erneut, wie gut die Entwicklung unter Julian Schuster fortschreitet, und gewinnt auch das Hinspiel gegen Braga.

Jakob Haffke

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