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·18. September 2026
Brustlöser oder einmal mehr der Aufbaugegner? Warum das HSV-Spiel für den 1. FC Köln mehr Brisanz birgt als gedacht

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Elias Schnaubelt
18 September, 2026
Der HSV ist nicht nur das Nordlicht, sondern aktuell auch das Schlusslicht der Bundesliga. Auf die Führung in der Rangliste der Lichter-Titel könnte man im Norden sicherlich verzichten. Mit einem Torverhältnis von 0:12 und null Punkten auf dem Konto haben die Hanseaten sich diesen Platz aber redlich verdient. René Wagner warnte dennoch ausdrücklich vor dem Kontrahenten. „Wir erwarten einen sehr, sehr starken Gegner. Die werden sich natürlich auch die Themen anschauen, die sich beschäftigt haben, die letzten drei Spieltage. Und sie werden versuchen, die abzustellen.“
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Das zentrale Thema der Hanseaten liegt auf der Hand. Jedoch sind die Rothosen in der bisherigen Saison statistisch auch deutlich hinter ihren Möglichkeiten geblieben. Es ist nämlich nicht so, dass die Hamburger sich keine Torchancen herausspielen würden. In den drei Partien erzielte die Elf von Merlin Polzin einen xG-Wert von 2,19. Zugleich haben sie aus 6,72 erwarteten Gegentoren ganze zwölf Treffer kassiert. Statistisch gesehen gleichen sich solche Ausreißer über die Zeit an. Im Norden wartet man nur darauf, dass dieser Knoten endlich platzt. Warum also nicht an diesem Wochenende vor heimischem Publikum? Die Qualität im Kader ist auf jeden Fall vorhanden. Der FC muss sich auf einen stürmischen und drängenden HSV einstellen. René Wagner erwartet nichts anderes. „Dann wird es unsere Aufgabe sein, sie trotzdem wieder vor Probleme zu stellen, zu versuchen, ihre Schwächen auszunutzen und unsere Stärken ins Spiel zu bekommen.“
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Tatsächlich passen die potenziellen Stärken des FC wie eine gute Schablone auf die Schwächen des HSV. Die Hamburger verloren letzte Woche mit 0:5 gegen RB Leipzig. Dabei zeigten sie sich alles andere als pressingresistent. Allein zwei Gegentore fielen nach katastrophalen Ballverlusten unter Gegnerdruck. Auf der Gegenseite stellten die Kölner gegen Bremen bereits unter Beweis, dass sie einen Gegner hoch unter enormen Druck setzen können. Naja, zumindest für 20 Minuten. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Jungs dann auch das Vertrauen haben, weiter auch aggressiv nach vorne zu spielen, weiter auch immer wieder den Weg zum Tor zu suchen“, sagte René Wagner. Das wird auf jeden Fall nötig sein. Dass man sich auf einer knappen Führung nicht ausruhen darf, erfuhren die Kölner vergangene Woche. Und auch wenn die Hanseaten noch ohne Tor dastehen, ist die Offensive von Merlin Polzin keinesfalls zu unterschätzen und immer für einen Treffer gut.
Die Personalsituation in der Domstadt sorgt unabhängig davon für Vorfreude, besonders ein Name. „Said ist zu 100 Prozent fit. Er hat voll trainiert die Woche“, gab der Cheftrainer preis. Damit wird den Fans mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit endlich der Wunsch erfüllt, Mikey Moore und Said El Mala Seite an Seite spielen zu sehen.
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Doch nicht nur die Kölner schöpfen aus einer Spieler-Rückkehr Mut und Euphorie. Nach einer vierjährigen Doping-Sperre ist Mario Vuskovic zurück im Training des HSV. Der Bruder von Luka Vuskovic, der letzte Saison leihweise für die Hanseaten auflief, ist ebenfalls Innenverteidiger. Über die gesamte Zeit seiner Sperre hielt der Verein zu ihm. Nach 1404 Tagen durfte der 24-Jährige endlich wieder mit der Mannschaft gemeinsam auf dem Trainingsplatz stehen. Spielberechtigt ist der Kroate zwar erst ab Mitte November, dennoch setzte sein Comeback einiges bei den Rothosen aus. Die Rückkehr wurde live begleitet, prominente Wegbegleiter waren anwesend. Das Ereignis mutete wie ein kollektives Zusammenrücken an.
Die emotionale Wirkung dieser Rückkehr lässt sich als Außenstehender nur schwer greifen. Es ist davon auszugehen, dass der gesamte Verein aus der Aktion ordentlich Kraft tanken konnte. Eine Kraft, die der FC am Samstag in einem emotionalisierten Volkspark zu spüren bekommen könnte. Sollte die Auswärtsfahrt für die Kölner in die Hose gehen, könnte es auch rund um die Personalie René Wagner erstmals richtig laut werden. Werder Bremen und der HSV sind nur zwei der Mannschaften, die man als 1. FC Köln gerne hinter sich lassen würde. Ginge man mit nur einem Punkt aus diesen Spielen, hätte der Coach kaum Argumente auf seiner Seite. Die ungewöhnlich lange Länderspielpause würde sich zudem für eine größere Veränderung eignen.
Doch so weit ist es noch nicht. Gegen angezählte Hanseaten könnte René Wagner den Kritikern durch eine ansprechende Leistung den Wind aus den Segeln nehmen. Mit sieben Punkten aus den ersten vier Partien wäre man dazu absolut im Soll. Das wird zweifelsfrei die Mission gegen den HSV sein.
Mögliche Aufstellung des HSV: Heuer Fernandes – Capaldo, Torunarigha, Omari – El Ouahdi, Remberg, Sambi Lokonga, Moller Wolfe – Vieira, Moffi, Gronbaek
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