DFB-Frauen
·15. Mai 2026
Bühl und Bayern: "Als wir im Spiel waren, waren wir nicht mehr zu stoppen"

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·15. Mai 2026

Jubel, Trubel, Heiterkeit beim FC Bayern: Die Münchnerinnen haben erneut den DFB-Pokal gewonnen. Im Finale in Köln gab es ein 4:0 gegen den VfL Wolfsburg. Im DFB.de-Interview spricht Nationalspielerin Klara Bühl über das intensive Duell mit den Wolfsburgerinnen, den Gewinn des Doubles und Alexandra Popp.
DFB.de: Klara Bühl, Sie haben das Double wieder perfekt gemacht. Wie viel Spaß hat das Pokalfinale gegen Wolfsburg gemacht?
Klara Bühl: Zu gewinnen macht natürlich immer Spaß. Der Anfang des Spiels war etwas kompliziert. Die Wolfsburgerinnen haben es in dieser Phase extrem gut gemacht. Gleichzeitig haben unsere Unsauberkeiten ihnen in die Karten gespielt. Wir sind einfach nur froh, dass wir die Begegnung in den 90 Minuten deutlich für uns entscheiden konnten.
DFB.de: Warum war es am Anfang so schwierig? War auch etwas Nervosität dabei?
Bühl: Wir wussten ja, dass es keine leichte Aufgabe wird. Trotzdem war uns auch bewusst, dass wir meistens als Siegerinnen vom Platz gehen, wenn wir unsere Leistung auf den Platz bringen. Wir haben einfach die Qualität dafür. Und wir haben uns auch das Selbstbewusstsein in den vergangenen Wochen und Monaten erspielt. Was am Anfang los war, weiß ich auch nicht genau. Vielleicht war es Nervosität. Aber sicher ist auch, dass es Wolfsburg in der ersten Halbzeit einfach sehr gut gemacht hat. Das Spiel hätte in dieser Phase in beide Richtungen kippen können. Aber, wie gesagt: Als wir dann im Spiel waren und unsere Leistung auf den Rasen gebracht haben, waren wir nicht mehr zu stoppen.
DFB.de: Es war auffällig, dass das Bayern-Spiel sehr viel über Sie und Franziska Kett über die linke Seite lief. Haben Sie es auch so wahrgenommen?
Bühl: Es stimmt, dass das so war. Franzi und ich ziehen viele Gegnerinnen auf uns. Aber das muss ja kein Nachteil für die rechte Seite sein, weil dann dort mehr Platz ist. Die Dynamik und die Flanken, die Giulia Gwinn in den Strafraum bringt, sind immer sehr gefährlich. Aber es ist tatsächlich so, dass wir oft etwas asymmetrisch spielen. Das hat oft Vorteile, aber nicht immer. Grundsätzlich wollen wir beide Seiten bespielen, um unberechenbar zu bleiben.
DFB.de: Sie hatten nach dem Spiel auch Alexandra Popp im Arm, bei der die Tränen geflossen sind. Konnten Sie sie etwas trösten?
Bühl: Poppi kann unglaublich stolz auf ihre Karriere sein. Das habe ich ihr in dem kurzen Gespräch auch mitgegeben. Es ist unglaublich, was sie für den Frauenfußball in Deutschland geleistet hat. Sie hat ihn nach vorne gebracht, sie hat ihn mit Erfolgen geprägt. Vor allem ist sie mit ihrer Mentalität immer vorangegangen. Heute ist sie traurig, aber grundsätzlich kann sie einfach nur stolz sein auf das, was sie geleistet hat.
DFB.de: Fühlen Sie in diesem Moment auch mit ihr?
Bühl: Ja, natürlich. Es ist immer schade, wenn so eine Persönlichkeit und so eine Sportlerin die größte Bühne des Frauenfußballs verlässt. Aber andererseits muss man auch sagen, dass sie mit Borussia Dortmund zu einem absoluten Topverein geht. Sie wird den jungen Spielerinnen dort unglaublich viel mitgeben. Außerdem kennen wir doch alle die Poppi: Bei ihr ist erst dann Schluss, wenn wirklich Schluss ist. Wer weiß, vielleicht sehen wir sie in ein paar Jahren noch mal in der Bundesliga. Ich würde das nicht ausschließen.
DFB.de: Was geht beim FC Bayern nun noch ab?
Bühl: Wir werden natürlich etwas feiern. Das haben wir uns verdient. Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft mussten wir uns noch etwas zurückhalten wegen dieses Pokalendspiels. Natürlich haben wir am Sonntag noch ein Spiel, das wir sehr ernst nehmen. Aber das eine oder andere Getränk wird sicher fließen. Ich freue mich darauf, mich gleich in private Klamotten zu schmeißen und dann mit Familie und Freunden den Abend ausklingen zu lassen. Ich höre, dass die Musik in unserer Kabine bereits läuft. Da muss ich jetzt hin.
DFB.de: Vorher noch zwei letzte Fragen: Wer wird heute partytechnisch den Ton angeben?
Bühl: Da haben wir einige Kandidatinnen, die dafür in Frage kommen. Giulia Gwinn ist ganz weit vorne dabei. Vielleicht Linda Dallmann oder Alara. Aber auch unsere Spanierinnen sind da nicht zu unterschätzen. Heute wird gefeiert, darauf freue ich mich.
DFB.de: Wie haben Sie die Stimmung hier in Köln erlebt?
Bühl: Es war unglaublich. Es hat unfassbar viel Spaß gemacht. Es macht extrem viel Spaß, hier im Stadion zu spielen.







































