Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | SV Elversberg | OneFootball

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·19. August 2026

Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | SV Elversberg

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | SV Elversberg

Unsere taktische Vorschau-Serie zur Bundesliga 2026/27 von Get German Football News geht weiter. Der zweite Teil unserer „Serie in der Serie“ wirft einen Blick auf das zweite „Graue-Maus“-Team, das in dieser Saison in der deutschen Topliga auftaucht. Nachdem wir bereits auf Paderborn geschaut haben, wenden wir uns nun Elversberg zu; auch bekannt als der „kleine saarländische Klub, der es schaffen könnte“. Elversbergs Transferaktivitäten im Sommer deuten stark darauf hin, dass der Klub tatsächlich mehr sein möchte als nur ein „Graue-Maus“-Anwärter. Mit Gesamtausgaben von 12,1 Mio. Euro hofft dieses Team, mindestens ein weiteres Jahr im Oberhaus zu bleiben. Im Folgenden werden wir gründlich darüber nachdenken, ob das möglich sein könnte.

Dieses potenzielle „Graue-Maus“-Team trägt einiges an schwerem Gepäck mit sich herum. Genauer gesagt wollen deutsche Fußballpuristen natürlich wissen, ob der Klub mit unseren heiligen Traditionen und Gepflogenheiten kollidiert. Ist das ein weiteres Hoffenheim oder Ingolstadt? So mancher Pfälzer (einschließlich dieses Autors) hat die kurze Reise gen Westen unternommen, um genau das zu untersuchen. Der Autor meint, dass es sinnvoll ist, die einleitenden Absätze auf diese Frage zu konzentrieren. Wir müssen es wissen! Bei all den charmanten Geschichten rund um Elversberg: Was ist der wahre Grund für den rasanten Aufstieg in die deutsche Beletage? Spoiler-Alarm! Ja, natürlich ist da auch etwas Geld im Spiel.


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Der lokale Pharmaunternehmer Frank Holzer und sein Unternehmen URSAPHARM stützen den Klub mit ihrer finanziellen Unterstützung. Vergleiche mit Hoffenheim und Leverkusen sind unvermeidlich, aber nicht ganz fair. Holzer ist ohne Frage ein wohlhabender Förderer, der seinem Heimatverein materiell beim Aufstieg geholfen hat, doch Elversberg hat nicht die Art von üppigen Spielerausgaben verfolgt, die man traditionell mit diesem Modell verbindet. Der sportliche Aufstieg beruhte weiterhin stark auf kostengünstiger Rekrutierung, Leihen und Spielerentwicklung. Die URSAPHARM Arena ist verdächtig schön, aber kein protziger Sportpalast. Im Moment fällt das alles noch in die Kategorie lokale Herzensangelegenheit.

Wenn sich dieser Klub in der Bundesliga etabliert, seine Rivalen ausgibt und nach Saarbrücken umzieht, haben wir ein Problem.


SV Elversberg


Die Geschichten rund um den Klub – etwa, dass Trainer Vincent Wagner früher Grundschullehrer war und gern auf „Cool Runnings“ anspielt – verlieren dennoch etwas von ihrem Glanz, wenn man bedenkt, dass dieses Dorf mit rund 13.000 Einwohnern ohne die Hilfe des lokalen Gönners bei niemandem auf dem Radar wäre. Der nächste Abschnitt zeigt, wie Elversberg diesmal sein Budget (und unsere Geduld) strapaziert.

Größere personelle Veränderungen, Elversberg

Geschätzte Sommer-Transferbilanz = -12,1 Mio. Euro

Bei all dem nachvollziehbaren Lärm um Elversbergs Ankunft in der Bundesliga haben Sportdirektor Christian Weber und Vincent Wagner etwas ziemlich Un-Elversbergiges getan, ohne sich dabei überhaupt untypisch für Elversberg zu verhalten. Sie haben Geld ausgegeben. Ziemlich viel davon, gemessen an den Maßstäben des kleinsten Bundesliga-Standorts. Trotz der Unterstützung eines lokalen Patrons verzeichnete SVE in den sieben Jahren, in denen man drei Ligen aufstieg, entweder einen Transferüberschuss oder nur ein kleines Defizit. Auch hier gilt: Wenn man das mit Hopp kontrastieren möchte, gibt es eigentlich keinen Vergleich.

Die Aufstiegsmannschaft bleibt fast vollständig zusammen. Bambasé Conté ist nach seiner Rückkehr nach Hoffenheim der einzige halbwegs schmerzhafte Verlust in der Startelf, während auch die Leihe von Immanuel Pherai endete. Carlo Sickinger wechselte nach Darmstadt, Mohammad Mahmoud ging zu Austria Salzburg, und einige Ergänzungsspieler verließen den Kader, ohne Transfererlöse zu generieren. Ansonsten bleibt das Grundgerüst, das aus der 2. Bundesliga aufgestiegen ist, bestehen. Nicolas Kristof, Lukas Pinckert, Maximilian Rohr, Lasse Günther, Łukasz Poręba und Lukas Petkov bleiben allesamt zentrale Bausteine in Wagners Maschinerie.

Elversberg hat dennoch offiziell 12,1 Mio. Euro für eingehende Transfers und Leihgebühren ausgegeben. Aussagekräftiger als die Gesamtsumme ist, wohin das Geld floss. Cole Campbell kostete 6 Mio. Euro. Maurice Krattenmacher kostete 2 Mio. Euro. Francis Onyeka und Noah Darvich kamen jeweils per Leihe für 750.000 Euro. Noel Futkeus Leihe von Eintracht Frankfurt kostet weitere 1 Mio. Euro. Rechnet man den festen Kauf von Poręba für 1,6 Mio. Euro hinzu, besteht praktisch die gesamte Investition entweder daraus, einen bewährten Strukturspieler zu halten, oder massiv auf junges Offensivtalent zu setzen.

Campbell, Onyeka, Darvich und Krattenmacher bilden die „Horde“ junger Offensivtalente, die SVE helfen soll, allen Wahrscheinlichkeiten zu trotzen. Campbell, noch immer erst 20, ist die größte Einzelinvestition. Krattenmacher gibt Wagner eine weitere bewegliche Option auf der linken Seite, die im gesamten offensiven Mittelfeld arbeiten kann. Darvich bietet vielleicht das klarste reine Spielmacherprofil zwischen den Linien. Das ehemalige La-Masia-Talent ging im Camp zunächst hinter Onyeka in der Hierarchie auf der Zehn ins Rennen, steigerte sich in der Vorbereitung aber merklich und schob sich am Ende vorbei.

Onyeka bleibt das faszinierendste Puzzlestück. Christian Weber sieht ihn primär als Box-to-Box-Achter, während frühe Prognosen ihn hinter dem Stürmer einordneten. Er kann als Sechser, Achter, Zehner, falsche Neun oder klarer Stürmer agieren und besitzt die Größe, Laufstärke, technische Sicherheit und Persönlichkeit, um mehrere dieser Interpretationen mit Leben zu füllen. Diese Vielseitigkeit wirkte anfangs besonders nützlich, weil die eine offensichtliche Vakanz im Kader neben Poręba im defensiven Mittelfeld lag. Felix Keidels Aufstieg auf dieser Position später im Camp veränderte diese Gleichung deutlich. Poręba selbst braucht keine solche Debatte. Seine HSV-Leihe für 1,6 Mio. Euro fest zu verpflichten, war womöglich die sicherste Transaktion des Sommers.

Weiter hinten könnte sich Luca Sirch als einer der unterschätztesten Deals des Transferfensters erweisen. Ja, der Autor ist voreingenommen. Der 27-Jährige kam ablösefrei aus Kaiserslautern und kann als Innenverteidiger, Rechtsverteidiger oder im defensiven Mittelfeld spielen. Dann ist da noch die Stürmerposition. Über weite Strecken des Sommers schien die Frage zu sein, ob David Mokwa noch einen absurd schnellen Sprung in die nächste Liga schaffen könnte. Der 22-Jährige brauchte nach seinem Wechsel aus Hoffenheims Drittligateam im vergangenen Winter Zeit zur Anpassung. Dann kam der beste Torschütze der 2. Bundesliga aus der Vorsaison.

Noel Futkeu erzielte in der vergangenen Saison für Fürth in 34 Ligaspielen 19 Tore und lieferte drei Assists, bevor Frankfurt eine angebliche Rückkaufoption über 1,3 Mio. Euro zog. Elversberg zahlt nun 1 Mio. Euro, um ihn auszuleihen, doch der Zeitpunkt seiner Ankunft bedeutet, dass er eher als klarster Herausforderer denn als automatischer Startelfspieler zum Auftakt ins Rennen geht. Mokwa bleibt vorerst die voraussichtliche erste Wahl. Luca Pfeiffer bietet die riesige Alternative für den Strafraum. Luca Schnellbacher bleibt die kulturelle Institution, die einfach nicht verschwinden will.

Nicht schlecht für einen Klub, dem angeblich die Optionen in der Spitze fehlen. Der Mangel an Bundesliga-Erfahrung bleibt jedoch unmöglich zu übersehen. Pfeiffer ist im Grunde der einzige Spieler dieses Kaders mit nennenswerter Erstliga-Erfahrung. Die meisten von uns, die das gesehen haben (bei Stuttgart und Darmstadt), erinnern sich vor allem deshalb daran, weil es so erschreckend schlecht war. Elversberg setzt sein Leihmodell fort. Diesmal kostet es allerdings echtes Geld.

Schon ein ziemliches Risiko.

Notizen aus der Vorbereitung, Elversberg

Es hatte wenig Sinn, das Scouting-Notizbuch mit großen taktischen Verkündungen zu beginnen. Elversberg eröffnete gegen den Hessenligisten FC Gießen und gewann 5:0. Vier Jahre zuvor spielten diese Klubs noch gemeinsam in der Regionalliga Südwest. Jetzt bereitet sich einer von ihnen auf Bayer Leverkusen und den FC Bayern München vor. Der deutsche Fußball bleibt manchmal wunderbar absurd, ein bisschen wie die Stadt Gießen selbst. Luca Schnellbacher traf und bereitete vor. David Mokwa kam hinein und schnürte einen Doppelpack. Nettes Zeug aus einem Zweiersturm, den Wagner im Auftaktspiel offenbar testenswert fand.

Der nächste Test gegen den Schweizer Meister FC Thun (die alte Wirkungsstätte von Mauro Lustrinelli) bot deutlich mehr Widerstand. Filimon Gerezgiher traf beim 1:1 zum zweiten Mal in Folge, während Schnellbachers Nachmittag nach einem Foul vorzeitig endete. Drittligist Viktoria Köln schlug Elversberg mit 2:1, obwohl der Bundesliga-Neuling gut begann und die Partie später immer stärker in die gegnerische Hälfte verlagerte. Das Problem? Viel Raumgewinn, aber längst nicht genug Durchschlagskraft. Köln wartete, konterte und traf zweimal. Mokwas spätes Anschlusstor brachte ihm drei Treffer in den ersten drei Tests ein.

Die Reaktion gegen NEC Nijmegen sah besser aus. Das 1:0 klang dennoch kaum nach großer Aufregung, zumal die Partie 120 Minuten dauerte, aber Elversberg wurde immer dominanter. Das entscheidende Tor entstand aus einer relativ einfachen Aktion: Ballgewinn im letzten Drittel, Ball zu Luca Pfeiffer, Abschluss. Gegen Nijmegen vergaben Darvich, Francis Onyeka und andere genug Chancen, damit Wagner sich danach über die Chancenverwertung beklagen konnte. Bundesliga-Gegner werden Elversberg wohl kaum zwanzig Einladungen pro Nachmittag schenken. Der Autor hat sich diesen Punkt sorgfältig markiert.

Strasbourg entschied dann, die ganze Übung deutlich unterhaltsamer zu machen. Der französische Erstligist glich in der ersten Halbzeit zweimal aus, einmal davon nach einem Elversberger Ballverlust, doch Wagners Mannschaft gewann am Ende mit 5:2. Lukas Petkov steuerte vor der Pause zwei Assists von rechts bei. Onyeka erzielte sein erstes Tor. Pfeiffer köpfte ein weiteres. Darvich verwertete endlich eine der vielen Chancen, die er sich selbst erarbeitet hatte. Felix Keidel versenkte einen direkten Freistoß. Schnellbacher legte ein Tor und eine Vorlage nach. Maurice Krattenmachers hoher Ballgewinn im Strafraum leitete das fünfte Tor ein.

Noch ermutigender: Wagner wechselte zur Halbzeit fast die komplette Mannschaft durch, und die Mechanismen brachen nicht zusammen. Andere Namen besetzten die Räume, aber die Grundstaffelung blieb erkennbar. Strasbourg hatte eine kurze Druckphase, dann spielte Elversberg einfach weiter. Die zweite Halbzeit endete 3:0. Für einen Klub, der stark auf Kontinuität und junge Kadertiefe statt Bundesliga-Erfahrung setzt, ist das fast genauso wichtig wie die fünf Tore.

Mallorca bot die seltsamste taktische Lektion des Sommers. Nachdem Soumahoro in der 11. Minute wegen eines Fouls an Petkov beim Konter Rot sah, versuchte Wagner tatsächlich, die Offiziellen zu überreden, das Spiel elf gegen elf weiterlaufen zu lassen. Offenbar gehörte ein Spieler mehr nicht zum Lehrplan. Er hätte sich die Mühe sparen können. Elversberg nutzte den Vorteil ohnehin schlecht.

Mallorca stand tief, verengte die Räume zwischen den Linien, wartete auf Konter und legte ein weiteres potenzielles Problem offen. Wagners Team wirkte merkwürdig unwohl dabei, einen kompakten Block auseinanderzuziehen. Als auch Noah Darvich vom Platz gestellt wurde und wieder Gleichzahl herrschte, wirkte Elversberg plötzlich schärfer. Maximilian Rohr köpfte nach einer einstudierten Eckballvariante ein, bevor Onyeka Mallorca mit einem unnötigen Fehlpass im eigenen Strafraum den Ausgleich schenkte.

Dieser Fehler verdiente einen extra Kreis im Notizbuch. Zu diesem Zeitpunkt war Onyeka noch ein ernsthafter Kandidat, neben Łukasz Poręba statt vor ihm zu landen. Sein Talent ist offensichtlich. Ebenso das Risiko, einen 19-jährigen offensiven Mittelfeldspieler bundesligareifen Druck in Strafraumnähe auf der eigenen Seite lösen zu lassen. Keidels späterer Aufstieg im zentralen Mittelfeld machte dieses Experiment ohnehin weniger nötig. Noch ein dicker Kreis mit Sharpie-Sternchen und einem Textmarker darüber. Irgendwie landete auch noch rote Tinte auf den Seiten des gelben Notizblocks. Fragt den Autor bitte nicht genau, wie das passiert ist.

Die letzte ernsthafte Prüfung gegen Lorient brachte vielleicht die insgesamt sauberste Leistung. Die Saarländer spielen wirklich gern gegen Franzosen. Elversberg kontrollierte große Teile des Spiels, spielte sich wiederholt durch das französische Pressing und gewann 4:1. Poręba eröffnete das Toreschießen mit einem wunderbaren Direktabschluss. Darvich sah endlich wie jemand aus, der sein ständiges Auftauchen in gefährlichen Zonen auch in greifbare Produktion ummünzt. Cole Campbell traf den Pfosten, bereitete aus dem Abpraller Schnellbachers Tor vor und traf dann selbst über die Unterkante der Latte.

Eine defensive Lücke reichte dennoch, damit Mamadou Koné für Lorient frei auf Kristof zulaufen konnte und den Ausgleich erzielte.

Da ist es wieder.

Noch mehr fette Markierungen im Notizbuch.

Das tatsächlich letzte Testspiel war ein 9:0-Kantersieg gegen den Oberligisten Auersmacher, was keine große taktische Ausgrabung verlangt. Es muss aber erwähnt werden, dass Luca Pfeiffer fünf Tore vor der Halbzeit erzielte. Ja, Fünf! Luca Pfeiffer? Manchmal ist es einfach Zeit, aufzugeben und sich Stroh ins Haar zu stecken. Wenn Fußball völlig aufhört, Sinn zu ergeben ... dann ist das eigentlich etwas Wunderbares. Das gilt auch fürs Leben. Manche Dinge sind einfach nicht dazu da, analysiert, sondern genossen zu werden.

Doppelter Stern. Textmarker drüber. Sharpie-Unterstreichung.

Erledigt.

Gewinner des Camps, Elversberg

Luca Schnellbacher, MS/HSS

Toller Name. Noch bessere Geschichte. Auch wenn die Erzählung nicht ganz dieselbe ist, ist Schnellbacher im Grunde Elversbergs „Albert-Millgramm-Aufhänger“. Der 32-Jährige ist seit 2020 dabei, was bedeutet, dass er diese Reise vom Regionalliga-Fußball bis in die Bundesliga persönlich mitgemacht hat. Drei Aufstiege. Vier Ligen. Ein immer absurder werdender kleiner Fußballklub. Als rund 1.000 Unterstützer zum ersten Training der Saisonvorbereitung von Elversberg erschienen, konnte Schnellbacher nicht widerstehen und darauf hinweisen, dass es kurz nach seiner Ankunft Zeiten gab, in denen der Klub nicht einmal bei einem echten Heimspiel so viele Leute anzog. Jetzt darf derselbe Stürmer, der SVE einst aus der vierten Liga mit herauszog, über Reisen nach Dortmund und München nachdenken.

Schnellbacher liebt diese schräge kleine Saarland-Kuriosität. Wenn Verletzungen ihn ausbremsen, soll er sogar schon im Fanblock gestanden und die Lieder mitgesungen haben, statt im VIP-Bereich Däumchen zu drehen. Eine Karriere, die ihn einst von der Jugend von Eintracht Frankfurt über aufeinanderfolgende Abstiege mit Aalen und Münster führte, brachte ihn irgendwie nach Elversberg, wo ihm Ex-Mitspieler Ole Book eine neue Chance gab. Sechs Jahre später ist der frühere Unterliga-Stürmer endlich Bundesligaspieler. Manchmal braucht der Aufhänger gar nicht viel Ausschmückung. Die Geschichte hat die ganze Arbeit schon selbst erledigt.

Der nostalgische Aufhänger ist nicht der einzige Grund für seinen Platz in der Gewinner-Kolonne. Schnellbacher traf und assistierte gegen Gießen, legte gegen Strasbourg noch ein Tor und eine Vorlage nach und traf auch gegen Lorient, nachdem Campbell den Pfosten getroffen hatte. Der Schlag gegen Thun unterbrach seinen Sommer kurz, aber immer wenn Wagner ihn zurück auf den Platz bekam, machte sich der alte Mann weiter relevant. Futkeu, Mokwa und der plötzlich wiedergeborene Pfeiffer mögen in der Stürmerhierarchie spannendere Plätze einnehmen. Schön. Schnellbacher hat ohnehin sechs Jahre lang jede Version von Elversberg überlebt.

Luca Pfeiffer, MS/HSS

Hier müssen wir noch ein bisschen Zeit verbringen. Pfeiffer geht mit 43 Erstligaeinsätzen für Stuttgart und Darmstadt in diese Saison. Er hat ein mickriges Tor erzielt. Ein Mittelfußbruch, eine längere Erkrankung und andere Verletzungsprobleme bedeuteten, dass Pfeiffer vor diesem Sommer seit mehr als zwei Jahren keine vollen 90 Minuten mehr absolviert hatte. Nachdem Elversberg ihn im vergangenen Sommer vom KSC verpflichtet hatte, kam er in der gesamten letzten Saison auf grandiose 16 Minuten in zwei Kurzeinsätzen im April. Jetzt scheint er einfach Spaß zu haben. Vielleicht merkt der 29-Jährige, dass er an diesem Punkt schlicht nichts mehr zu verlieren hat. Im Ernst. FÜNF TORE VOR DER HALBZEIT? LUCA PFEIFFER?! Als der Autor diesen Namen im Kader sah, dachte er, die Witze würden sich in dieser Saison von selbst schreiben.

Noel Futkeus Ankunft macht die Sache natürlich komplizierter. Das rohe Talent dieses außergewöhnlich großen Badeners bedeutet dennoch, dass er theoretisch jederzeit durchbrechen kann. Immerhin hatte er dieses eine Jahr mit 17 Toren für Darmstadt – wenn auch in der 2. Bundesliga. Es ist durchaus plausibel, dass Pfeiffer viel Zeit auf der Bank verbringt und Simon Terodde schreibt, wie viel Spaß es macht, Bundesligaspiele live im Stadion zu schauen. Der Autor musste ihm einfach einen eigenen Abschnitt geben. Ein Mann, der zwei Jahre lang kaum Pflichtspielfußball gespielt hat, hat ein Recht darauf. Er darf auch jeden Fußball genießen, den er spielen darf. Luca Pfeiffer. In was für einer Welt wir leben. Viel Glück, mein Herr!

Noah Darvich, OFM

Darvich verlässt das Camp als einer der klarsten Gewinner unter Elversbergs jungen Offensivzugängen. Der Leihspieler aus Stuttgart begann den Sommer als Konkurrenz für Francis Onyeka, arbeitete sich aber stetig immer stärker ins Zentrum von Wagners Plänen, indem er wiederholt gefährliche Räume fand, gegen Strasbourg traf und dann eine starke Leistung gegen Lorient mit greifbarer Produktion veredelte, als Keidel ihm das 2:1 auflegte. Die Rote Karte gegen Mallorca gehört zwar in die Akte, hat die größere Entwicklungslinie aber kaum gestört. Wichtiger noch: Die jüngste Berichterstattung nennt Darvich nun einen der auffälligsten Elversberger der Vorbereitung und erwartet, dass er die Spielmacherrolle mit ausfüllt; ein DFB-Pokal-Start gegen Duisburg wirkt bereits wahrscheinlich. Was als Kaderzug mit hohem Potenzial begann, sieht zunehmend wie ein echter Anspruch auf das Trikot mit der Nummer 10 aus.

Lukas Petkov, RA

Weniger ein Durchstarter als vielmehr ein Etablierter, der sein Revier erfolgreich verteidigt hat. Petkov ging mit 13 Toren und acht Vorlagen aus der Aufstiegssaison in den Sommer, doch Elversberg investierte dennoch so kräftig in junges Offensivtalent, dass sich absolut niemand seines Platzes sicher fühlen konnte. Seine Antwort war passend unkompliziert. Nützlich bleiben. Gefährlich bleiben. Im Team bleiben. Zwei Assists gegen Strasbourg lieferten die klarste Erinnerung daran, warum Wagner ihn rechts weiterhin als Starter sieht, während sein Vorstoß gegen Mallorca gefährlich genug war, um Soumahoros frühe Rote Karte zu provozieren. Campbell, Krattenmacher und Darvich könnten die Möbel in der Offensive später noch umstellen. Petkov hat im Camp dafür gesorgt, dass niemand seinen Stuhl verrückt.

Felix Keidel, ZM

Keidel ist vielleicht der konventionellste Gewinner von allen. Er kam als brauchbarer Außenverteidiger ins Camp und scheint es nun als Startpartner von Poręba zu verlassen. Der 23-Jährige absolvierte in der vergangenen Saison alle Ligaminuten außen, doch das zentrale Mittelfeld ist ihm keineswegs fremd; bei Ingolstadt spielte er dort regelmäßig, bevor ihn Personalmangel anderswo auf die Außenbahn schob. Wagner entdeckte die alte Rolle wieder, und Keidel dankte es ihm mit einem direkten Freistoß gegen Strasbourg und der Vorlage für Darvich gegen Lorient. Seine Ausdauer, Zweikampfstärke und Übersicht lösen plötzlich ein Problem, auf das Elversberg den ganzen Sommer lang eine Antwort suchte. Manchmal ist der Neuzugang schon im Gebäude.

Luca Sirch, IV

Für alle, die mitzählen: Das sind drei „Luca“, ein „Lukas“ und ein „Lukasz“. Was zum Teufel ist hier los? Ist das ein Team oder ein kanonisches christliches Evangelium? Wie auch immer: Sirch ist womöglich der unspektakulärste Gewinner auf der Liste, und wahrscheinlich gefällt Wagner genau das. Die Innenverteidigung ist zwar seine natürliche Heimat, aber Wagner testete ihn fast sofort als Rechtsverteidiger. Er kam auch im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Sirch muss seine Defensivkonkurrenz nicht zwingend verdrängen, um nützlich zu sein. Der frühere FCK-Spieler wird immer wieder auf Spielbögen auftauchen, weil der Trainer stets noch ein weiteres Problem für ihn zu lösen hat.

Verlierer des Camps, Elversberg

Francis Onyeka, OFM/ZM

Onyeka ist womöglich der überraschendste Verlierer von Elversbergs Camp, weil er zunächst wie die offensichtliche Lösung für das Conté-Problem wirkte. Der Leihspieler aus Leverkusen brachte die Vielseitigkeit mit, als Sechser, Achter oder Zehner zu spielen, traf gegen Strasbourg und stand anfangs in der Spielmacherhierarchie ganz oben, doch der Sommer brachte für jede Version seiner Rolle neue Konkurrenz hervor. Darvich drängte sich stetig in Richtung Zehnerposition, während Felix Keidels unerwartete Rückverlagerung ins zentrale Mittelfeld Wagner nun offenbar den bevorzugten Partner für Poręba geliefert hat. Dann kam Mallorca, wo Onyeka mit einem katastrophalen unnötigen Pass im eigenen Strafraum den Ausgleich schenkte und recht eindrücklich davor warnte, einen 19-jährigen Offensivspieler nur deshalb tiefer zu ziehen, weil auf dem Spielbogen dort Platz ist. All das schmälert das Talent nicht. Es bedeutet aber, dass ein Spieler, der mit zwei plausiblen Startelf-Positionen ins Camp ging, es am Ende womöglich ohne eine einzige verlässt.

Maurice Krattenmacher, LA/OFM

Krattenmacher verlässt den Sommer ohne Stuhl, wenn die Musik stoppt. Der 21-Jährige kam als einer der spannendsten Offensivzugänge Elversbergs, der von links arbeiten oder in zentrale Räume einrücken kann, und sein hoher Ballgewinn half dabei, das fünfte Tor gegen Strasbourg einzuleiten. Leider scheint Campbell inzwischen links den Platz beansprucht zu haben, Darvich drängte sich auf der Zehn nach vorn, und Petkov ist auf der anderen Seite weiterhin fest etabliert. Krattenmacher bringt immer noch genug Vielseitigkeit mit, um sehr schnell nützlich zu werden, aber die Vorbereitung sollte eigentlich klären, wo diese Nützlichkeit beginnt. Im Moment lautet die Antwort: von der Bank.

Amara Condé, DM

Condé landet in der Verlierer-Spalte, weil Elversberg einen ganzen Sommer lang die Frage zu beantworten versuchte, wer neben Poręba spielt, und am Ende nie bei seinem Namen landete. Der 29-Jährige bleibt die erfahrenste interne Option und kennt Wagners Fußball, aber bloße Vertrautheit reichte nicht, um sich die zweite Sechserrolle zu sichern. Die entscheidende Entwicklung kam von Felix Keidel, der sich in der Vorbereitung aus der Außenverteidigung ins Zentrum schob und nun offenbar neben Poręba gesetzt ist. Sirch und Onyeka bleiben alternative Lösungen, doch Condé ging mit einer offenen Startposition direkt vor der Nase ins Camp und sah zu, wie ein anderer sie sich nahm. Für einen Veteranen in einem so jungen Kader ist das eine verpasste Chance.

Taktischer Scout, Elversberg

Genug mit den Textmarkern. Zurück ans Whiteboard. Wagners grundlegender Bezugspunkt bleibt das 4-2-3-1, auch wenn die Vorbereitung erneut zeigte, dass die Zahlen nur beschreiben, wo jeder steht, bevor der Ball sich in Bewegung setzt. Wagner hat mit Zweierstürmer-Formationen und verschiedenen Offensivkombinationen experimentiert, doch die Grundprinzipien überlebten fast jede personelle Veränderung, die er im Camp vornahm. Die aktuelle Hierarchie macht eine zuvor riesige Frage deutlich leichter zu beantworten.

Felix Keidel scheint nun neben Łukasz Poręba zu starten.

Aufstellung–SVE (PROGNOSE)

Artikelbild:Bundesliga 2026/27: Taktik-Vorschau | SV Elversberg

Dieses Mittelfeld wirkt plötzlich deutlich ausgewogener als das mutigere Experiment Poręba-Onyeka. Poręba bleibt der positionsgetreue Anker und der erste Bezugspunkt unterhalb des Ballbesitzes. Keidel liefert neben ihm mehr natürliche Defensivarbeit, ohne das gesamte Mittelfeld zu zwei reinen Absicherern zu degradieren. Er kann nach vorne schieben, einen Teil der Laufarbeit übernehmen und sich trotzdem wieder in die Struktur zurückfallen lassen, wenn Günther oder Gyamerah aufrücken. Amara Condé fällt dadurch in der Hierarchie zurück, während Onyeka nicht mehr in eine tiefere Rolle gedrückt werden muss, nur weil sonst niemand sie besetzt hat.

Diese Entwicklung hat noch eine weitere Folge. Darvich bekommt den Platz auf der Zehn. Er begann den Sommer als Herausforderer von Onyeka und beendete ihn mit dem Eindruck, die sauberere Spielmacherlösung zu sein. Seine Bewegungen in gefährliche Zwischenräume waren das gesamte Camp über sichtbar. Das Tor gegen Strasbourg belohnte endlich einige dieser Läufe, und die Leistung gegen Lorient lieferte weitere Hinweise darauf, dass Wagner ihm die zentrale kreative Rolle anvertrauen kann. Die jüngste Erwartung eines Pokalstarts gegen Duisburg verstärkt nur den Eindruck, dass sich die Hierarchie gedreht hat.

Dasselbe gilt für links. Campbells Ankunft für 6 Mio. Euro machte es immer unmöglich, ihn zu ignorieren, aber die wichtigere Entwicklung ist, dass er die Position jetzt offenbar tatsächlich gewonnen hat. Petkov bleibt nach einer starken Aufstiegssaison und einer weiteren produktiven Vorbereitung der etablierte Starter auf rechts. Campbell gibt Wagner ihm gegenüber etwas anderes: mehr direkte Eins-gegen-eins-Aggressivität, Beschleunigung und die Bereitschaft, einen Verteidiger anzugreifen, statt nur um ihn herum zu kombinieren. Zimmerschied bleibt nützlich, aber die aktuellsten Hinweise deuten darauf hin, dass Campbell die Saison vor ihm beginnen wird.

Vorne behält Mokwa vorerst den voraussichtlichen Job am ersten Spieltag. Das ist hervorzuheben, weil fast alles, was im Camp geschah, darauf angelegt schien, ihm das Leben schwer zu machen. Er traf in den ersten drei Tests dreimal, sah dann zu, wie Pfeiffer in der Vorbereitung auf sieben Tore explodierte, bevor Elversberg mit Futkeu noch den besten Torschützen der vergangenen Zweitliga-Saison per Leihe dazuholte. Mokwa kennt Wagners Fußball dennoch und bleibt derzeit die sicherste Prognose, bis Futkeu tatsächlich integriert ist.

Die größere taktische Sorge liegt weiter genau dort, wo all diese Kreise im Notizbuch auftauchten. Elversberg kann herrlich aussehen, wenn die erste Phase gelingt. Kristof spielt kurz, die Innenverteidiger ziehen auseinander, Keidel und Poręba bieten zentrale Ausgänge, die Außenverteidiger schieben hoch und Darvich bewegt sich in den Raum unterhalb von Mokwa. Petkov und Campbell können dann von entgegengesetzten Seiten angreifen, während die gesamte Struktur den Gegner vertikal und horizontal streckt. Strasbourg zeigte, wie schwer das zu kontrollieren sein kann. Lorient zeigte, dass Elversberg sich sogar sauber durch stärkeres Pressing spielen kann.

Geht der Ball aber verloren, wird das Bild deutlich hässlicher. Viktoria Köln wartete auf Ballverluste und konterte. Strasbourg fand nach einem weiteren Geschenk den Ausgleich. Lorient brauchte nur eine saubere Lücke, um Mamadou Koné frei auf Kristof zu schicken. Poręba und Keidel werden enorme Verantwortung dafür tragen, den Raum hinter sich zu kontrollieren. Es wirkt nach einer vernünftigen Mittelfeldlösung, wenn auch nicht gerade nach einer bereits bewährten.

Das erklärt auch, warum Sirch deutlich häufiger spielen könnte, als diese prognostizierte Elf vermuten lässt. Er kann Innenverteidiger, Rechtsverteidiger und defensives Mittelfeld abdecken und gibt Wagner damit einen einfachen Weg, die Struktur zu härten, ohne das Ballbesitzmodell aufzugeben. Wichtig ist, dass Elversberg nicht mehr mit ganz so vielen unbeantworteten Positionsfragen in die Saison geht, wie es im Juli noch den Anschein hatte. Keidel hat sich neben Poręba festgespielt. Darvich hat sich auf die Zehn vorgeschoben. Campbell hat links die Nase vorn. Mokwa hält sich vorerst im Sturm.

Das Gesamtbild wirkt also überraschend stimmig: vorerst 4-2-3-1. Poręba und Keidel dahinter. Petkov und Campbell über die Flügel. Darvich als Kreativspieler zwischen ihnen. Mokwa, der die letzte Linie streckt. Die Namen werden rotieren, und die Form wird sich gelegentlich verändern, aber die Prinzipien sind nicht besonders rätselhaft. Elversberg will Fußball spielen. Die Gelegenheit dazu werden sie ganz sicher bekommen.

Es wäre eine schöne Geschichte, wenn das bestehende Rückgrat dieses Teams (und nicht die prominenteren Leihspieler) die wichtigere Rolle dabei spielt, die Mannschaft in der Bundesliga zu halten. Genau solche Geschichten braucht dieses Team auch, wenn es nicht auf schwarzen Listen unter Bundesliga-Enthusiasten landen will. Im Moment ist das für uns in Ordnung. Grundsätzlich ist nichts falsch an einer „Grauen Maus“, die gegenüber dem Rest einen leichten Gewichtsvorteil hat.

Pumpt diese Maus nur nicht mit Steroiden voll und erwartet dann, dass wir das nicht bemerken.

Dieser Artikel wurde mithilfe künstlicher Intelligenz ins Deutsche übersetzt. Die Originalversion auf 🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 kannst du hier lesen.

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